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Selbstgemachter Lifestyle, DailyArtDesign macht mit – Special Guest

Marita Zacharias ist Künstlerin aus Leidenschaft. Bereits als Kind entwickelte sie eine besondere Begabung und Liebe für die Kunst. Für DailyArtDesign hat sie sich die Zeit genommen und einen spannenden Gastbeitrag verfasst.

 

Als freischaffende Künstlerin und mit langjähriger Erfahrung in verschiedenen Techniken der Malerei möchte ich Kunstinteressierten einen persönlichen Einblick in die Pastellmalerei geben. Das Besondere und Schöne an dieser Maltechnik ist die Verbindung von Zeichnen und Malen. Ob man nun mehr das Zeichnen liebt oder eher an einer lebhaften Farbgebung interessiert ist, hier könnt ihr beides vereinen.

© Marita Zacharias via Posterlounge.de

 

Der weitere Vorteil ist, dass die Pastellmalerei eine trockene Maltechnik ist und ihr keine Materialien zum Anmischen benötigen. Die Pastellkreiden sind geeignet für rasche Skizzen und plötzliche Einfälle, ein gutes Mittel zur Selbsterfahrung. Zur guten Beherrschung der Technik ist allerdings auch Übung und Erfahrung gefragt. Deshalb möchte ich euch hier einige der Materialien und die jeweiligen Hilfsmittel vorstellen.

 

Die Pastellkreide

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Pastellkreiden besitzen eine starke Leuchtkraft und bestehen aus Farbpigmenten. Es gibt harte und weiche Pastellkreiden, sowie Pastellmalstifte und Ölkreide. Weiche Pastellkreiden werden in runder oder in Vierkantform angeboten. Sie benutzt man für große Flächen z.B. Hintergründe, die man mit den Fingern oder einem lederartigem Tuch, Chamois genannt, verreiben kann. Man kann die Farben auch untereinander verreiben und effektvolle Übergänge schaffen. Es gibt viele Sorten von Kreiden, ich verwende die von Rembrandt oder die besonders weichen von Schmincke. Aufgrund ihrer Zerbrechlichkeit werden die weichen Kreiden oft in Papierhülsen geliefert, um sie zu schützen. Wenn sie zerbrochen sind, kann man die Längsseite gut zum Ausmalen großer Flächen benutzen.

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Die harten Kreiden eignen sich zum Zeichnen und Skizzieren, sowie für feine Linien. Je nach Bedarf kann man sie mit einer Rasierklinge oder einem Taschenmesser anspitzen. Die wohl bekanntesten harten Pastellkreiden sind die von Conté. Ich benutze allerdings die von Faber-Castell. Für feinen Details verwendet man Pastellstifte, die man wie einen normalen Stift mit einem Bleistiftspitzer anspitzen kann. Allerdings gibt es spezielle Spitzer dafür, die besser geeignet sind, der Kurzkonusspitzer von Stabilo. Ich empfehle die Othello-Pastellstifte von Stabilo, aber auch die von Faber-Castell sind recht gut.

 

Der Malgrund

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Im Allgemeinen wird mit Pastellkreide auf Papier gezeichnet. Man kann jedoch auch Holz benutzen, Pappe oder Karton. Es ist empfehlenswert für die Pastellmalerei im Handel erhältliches Papier zu verwenden, weil die spezielle Oberflächenstruktur von Bedeutung ist. Diese Papiertextur nennt man auch Körnung. Das industriell hergestellte Papier hat zwei unterschiedliche Oberflächenstrukturen, eine glattere und eine rauere. Für meine realistischen Portraits verwende ich die glattere Oberfläche. Die grobe Papierkörnung kann man bei der Gestaltung wirkungsvoll mit einbeziehen und sollte man durch Übung ausprobieren. Die Pastellmalfarben treten besonders gut auf getöntem bzw. farbigem Papier hervor und man sollte auch die Papierfarbe in die Bildwirkung mit einbeziehen. Für meine Zeichnungen verwende ich die bekannte Pastellpapiersorte Canson Mi-Teintes oder das Fabriano Ingres Künstlerpapier. Beide Sorten haben lichtbeständige Farben, eine ausgezeichnete Qualität und sind recht preisgünstig.

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Weitere Hilfsmittel

Ich möchte noch ein paar Materialien erwähnen, die gute Hilfsmittel sind, damit ein schönes Bild entsteht. Für mich ist ein Papierwischer immer sehr wichtig. Das sind zusammengerollte Papierstäbe, die eine feste, kegelförmige Spitze haben. Mit der Spitze kann man zeichnen und die Striche miteinander verwischen. Die Spitzen müssen ab und zu gereinigt werden, wofür ich raues Sandpapier verwende. Für die Pastellmalerei gibt es noch spezielle Pinsel und Schwämmchen zum Verwischen der Pastellfarben. Zum Radieren bzw. Korrigieren benutze ich einen Knetgummi von Cretacolor und für feinere Stellen einen Radierstift von Faber-Castell. Alle Materialien bestelle ich bei Gerstaecker.

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Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, dass die Pastellkreiden aus feinem Pigmenten bestehen, der sich wie Staub ablöst. Deshalb gibt es im Handel entsprechendes Fixierspray zu kaufen. Dieses sollte aber sparsam verwendet werden, möglichst nur für die ersten Farbschichten und nicht auf die fertige Zeichnung. Ansonsten geht die Farbfrische verloren und die Farben dunkeln nach. Ich rate den Kunden immer, das Pastellbild möglichst bald hinter Glas einzurahmen. Ein zusätzliches Passepartout veredelt jedes Bild. Dadurch liegt auch das Glas nicht direkt auf der Zeichnung auf.

Was das Malen Schritt für Schritt betrifft, würde ich euch ein Buch „Pastellmalerei für Einsteiger“ empfehlen oder bei YouTube nach entsprechenden Videos schauen. Ich wünsche euch noch viel Spaß und gutes Gelingen bei euren Mal- und Zeichenkünsten!

 

 

DIY: Maritas Tutorial – Pastellmalerei Schritt für Schritt

 

© Marita Zacharias

1) Für die Skizzierung eines Pastellbildes sollte keine Kohle oder Bleistift verwendet werden. Man zeichnet die Striche mit einem Pastellmalstift oder der Spitze eines Kreidestücks und besprüht anschließend das Blatt mit Fixierspray. Die Papierfarbe habe ich bewusst gewählt, um sie in die stimmungsvolle Bildwirkung mit einzubeziehen.

 

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2) Die Schraffuren kann man mit der Längskante eines Kreidestückes zeichnen, indem man es flach auf dem Untergrund hält. Am besten ein Kreidestück durchbrechen – es sollte nicht zu groß sein. Es ist wichtig, nicht zu stark aufzudrücken! Ich habe bei diesem Bild zuerst mit dem Hintergrund begonnen, damit die Zeichnung nicht durch ungewollte Berührung mit der Handfläche verwischt. Man kann natürlich auch ein Blatt Papier auf die fertig bemalte Fläche legen.

 

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3) Das Vermalen mehrerer Farben (Schritt 2) und Verwischen der Farbe ist eine wichtige Technik in der Pastellmalerei. Dabei werden Striche oder Flächen mit den Fingern verrieben und man kann einen fließenden Übergang zwischen zwei Farben schaffen. Dabei sollte man sich gleichzeitig die Formen herausarbeiten. Anschließend das Kunstwerk wieder mit Spray fixieren.
Die Papiertextur sollte nicht völlig verdeckt werden, sondern möglichst sichtbar bleiben.

 

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4) Hier beginne ich schon mit dem Ausarbeiten von Details. Ich verdunkle den Farbton eines Bildbereiches, indem ich mehrfach Kreide darüber male. Mit einem Papierwischer verstärke ich dann die Details. Mit einem Knetgummi kann man interessante Effekte erzielen, wie hier die angedeuteten Federn. Aus dem Knetgummi forme ich eine Spitze und radiere diese Formen einfach heraus.

 

© Marita Zacharias

 

DailyArtDesign dankt Marita für diesen interessanten Einblick in die Welt der Pastellmalerei und das spannende Tutorial!

 

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