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Selbstgemachter Lifestyle – DailyArtDesign macht mit – Special Guest: Andrea Meyer

Ihre Themen entdeckt die Künstlerin Andrea Meyer durchaus auch mal auf dem Wochenmarkt. Für ihre Stillleben fotografiert sie zunächst die Motive um herrschende Lichtverhältnisse festzuhalten. Für DailyArtDesign hat die Malerin ihr Atelier geöffnet und lässt sich beim Arbeiten über die Schulter schauen.

 

Die Ideen für meine Bilder entstehen oft im Alltag. 
Bei dem Stillleben mit Äpfeln war das nicht anders. Beim Einkaufen auf dem Wochenmarkt habe ich wunderbar rote Äpfel entdeckt. Zuhause habe ich drei Äpfel auf meiner Arbeitsplatte in der Küche so drapiert, dass man sie jeweils von verschiedenen Seiten sieht, und das Ergebnis fotografiert.

Ich arbeite bei Stillleben gerne mit Fotovorlagen, weil so die momentane Lichtsituation konserviert wird.

Ich habe mich dafür entschieden die Äpfel in Lasurtechnik zu malen, aus diesem Grund habe ich mit Acrylfarbe gearbeitet. Ölfarbe hat eine lange Trocknungszeit – mindestens 24 Stunden, meist einige Tage – und man muss immer gut aufpassen, dass die nächste Schicht nicht dünner ist als die darunterliegende, weil sonst Trocknungsrisse entstehen könnten. Bei Acrylfarbe ist die Schichtdicke unwichtig. Man kann also getrost eine feine Lasurschicht über eine Schicht unverdünnte Farbe legen. Das Trocknen der Acrylfarbe kann man bei Bedarf auch mit einem Fön beschleunigen. So reduziert sich die Wartezeit zwischen den Arbeitsschritten auf ca. 30 Minuten.

Eine Lasur mit Acrylfarbe erreicht man durch die Verdünnung der Farbe mit Wasser oder mit speziellen Lasurmalmitteln. In diesem Fall habe ich mit einem Malgel gearbeitet, dass die Farbe transparent macht und den Glanz leicht erhöht. Es ist wichtig, dass die Farbe vollständig durchgetrocknet ist, bevor man die nächste Schicht aufträgt.

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Als erstes habe ich mit einem wasserlöslichen Buntstift die Vorzeichnung angelegt. Beim Übermalen mit Acrylfarbe lösen sich die Pigmente des Stifts von der Oberfläche und verbinden sich mit der Acrylfarbe. Aus diesem Grund sollte man einen Buntstift in einer Farbe wählen, die zum Bild passt.

Der Hintergrund wurde in mehreren Schichten aufgetragen. Die Ränder wurden etwas dunkler angelegt, damit eine Vignettierung entsteht.

Als Hintergrundfarbe habe ich einen Grünton gewählt, um einen Komplementärkontrast zu den roten Äpfeln zu erzielen.

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Die Tischplatte wird in anderen Farben auf die gleiche Art angelegt. Anschließend werden die Konturen der Äpfel mit weißer Acrylfarbe nachgezogen, weil rote Farbpigmente nicht vollständig decken und der Hintergrund noch durchscheinen könnte.

Als nächstes wurde die Spiegelung der Äpfel auf dem Tisch angelegt und nochmal mit einigen Lasurschichten übermalt, somit wirkt die Spiegelung zarter. Das Foto zeigt die Äpfel im Gegenlicht. Um diesen Effekt auf das Bild zu übertragen, werden die Stellen zwischen den Äpfeln und den Spiegelungen heller angelegt.

Man sollte darauf achten die Pinselstriche immer mit der Struktur und der Krümmung der Oberfläche zu setzen, damit ein dreidimensionaler Eindruck entstehen kann.

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Nach und nach entstehen immer weitere Lasurschichten. Hierbei achtet man stets auf die richtige Platzierung der hellen Stellen und der Schatten. Die unteren Schichten, die durch die verdünnte Farbe schimmern, geben der Schale der Äpfel eine schöne Tiefe.

Die Oberfläche der Äpfel wird immer plastischer. Die Schatten auf den Äpfeln werden in einem dunklen Krapprot angelegt. Die Rundungen des rechten Apfels werden durch hell- dunkel Kontraste herausgearbeitet.

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Die Lichter werden mit Titanweiß gesetzt und laufen mit Zinkweiß zart aus. Die Stiele und die anderen Details werden mit einem feinen Pinsel und unverdünnter Acrylfarbe gemalt. Zum Schluss malt man Schatten unter die Äpfel, um sie optisch mit der Tischplatte zu verbinden.

Und das ist das Ergebnis:

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Lecker!

 

Vielen Dank für den ausführlichen und anschaulichen Gastbeitrag! DailyArtDesign wünscht dir weiterhin alles Gute für deine Karriere als Künstlerin. Falls Andrea euch inspiriert hat und ihr mehr über sie wissen möchtet, findet ihr hier ein Kurzinterview.

 

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