Yadegar Asisi via asisi.de

© Yadegar Asisi via asisi.de

Asisis Panometer: Einmal Kurztrip in den tropischen Regenwald, bitte!

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Langsam bricht die Nacht herein. Seit mittlerweile drei Tagen schlagen wir uns durch das tropische Dickicht. In der Ferne höre ich das tiefe Grollen des Regens und des Donners. Vereinzelte Blitze erhellen den Horizont. Nicht mehr lange und der Regenguss hat uns erreicht. Hinter mir im Gebüsch raschelt es, unzählige leuchtend gelbe Augen starren mich an. In der Ferne höre ich ein Äffchen schreien. Ein bisschen unheimlich ist es schon, so tief im Urwald. Und jetzt setzt auch noch der Regen ein. Plötzlich fällt mir etwas Seltsames auf: wir werden ja gar nicht nass! Und mit einem Schlag wird es wieder hell und ich erinnere mich wo ich eigentlich bin.

 

Panorama im Gasometer: der erste Besuch des Panometers

Panometer sind Ausstellungsebäude, in denen der Künstler Yadegar Asisi seine übergroßen Panoramabilder vorstellt. Die ehemaligen Gasometer enthalten pro Ausstellung ein großes Panoramabild. Aktuell werden seine Werke in Berlin, Leipzig und Dresden ausgestellt. Zu den tausende Quadratmeter großen Riesenrundbildern, gehört auch eine Ausstellung mit Wissenstafeln, Relikten und weiteren Fotografien zum Thema des jeweiligen Panoramabilds.  So enthält die Amazonien- Ausstellung lebensgroße Modelle von beispielsweise Insekten, kurze Videos zur Pflanzen- und Tierwelt und einige interaktive Stationen für die Besucher.

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Nachdem Durschreiten der Ausstellung gelangt man in einen hohen, runden Raum und steht mitten im brasilianischem Urwald. Im Zentrum des ehemaligen Gasometers befindet sich ein hoher Rundturm auf den die Besucher einige Meter hinaufsteigen und das Panoramabild so aus jeder Höhe und jedem Winkel beobachten können. Das Panoramabild wirkt sehr lebensecht und man hat das Gefühl, als würde man über die weiten Baumkronen des Amazonas sehen. Unterstütz wird das ganze durch passende Licht- und Toneffekte. Nach einigen Minuten im Panometer scheint sich das Wetter zu ändern. Denn in den Ausstellungen vergeht die Zeit wie im Flug – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Besucher können mit Leichtigkeit „einige Tage“ dort verbringen, denn das Panorama wird im Tag- und Nachtzyklus gezeigt. Ist der Kurzurlaub im Amazonas, im antiken Rom oder an der Berliner Mauer beendet, erwartet den Besucher des Panometers noch ein interessanter Film zu der Entstehungsgeschichte des 360° Bilds, die Idee der Panometer und Asisis künstlerische beziehungsweise technische Vorgehensweisen.

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Die Entstehungsgeschichte und das Arbeiten am Panoramabild

Die Grundidee des Panometers kommt nicht von Asisi selbst sondern, entstand am Ende des 19. Jahrhunderts in Leipzig. Im „Panorama“ einem Leipziger Rundbau, wurden verschiede Panoramabilder an einander gereiht und ausgestellt. Yadegar Asisi griff diese Idee mit seinem ersten Panoramabild „8848Everest360°“ wieder auf. Der Wiener Arhictekt legt bei seinen Werken großen Wert auf die Perspektive, Formen und Farbe. Nur so gelingt es ihm, ein realitätsechtes 360° Panoramabild zu schaffen. Seine Bilder entstehen aus Fotografien, Zeichnungen und werden am Computer zusammengesetzt und bearbeitet. Die Stoffbahnen, auf denen die Bilder gedruckt werden, sind zumeist über 100m lang und mehr als 30m hoch. Momentan existieren Panoramabilder von Asisi: Amazonien, Die Mauer, Dresden, Everest, Rom 312, Pergamon, 1756 Dresden, Rom CCCXII und 8848 Everest 360°. Ab August 2013 wird in Leipzig das Panoramabild „Leipzig 1813“ ausgestellt und zeigt die Flucht Napoleons. Zur Zeit arbeitet Asisi an einem Panoramabild des Great Barrier Reefs. Ob Jung oder Alt, Geschichte oder Natur – ein Besuch im Panometer ist wärmsten zu empfehlen!

 

 

 

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