Eve Arnold/Magnum

© Eve Arnold/Magnum

Der Fotograf als Instrument – Eve Arnold

Sie war arm und dokumentierte die Armut. Sie hatte ein Kind verloren und war besessen vom Thema Geburt. Sie interessierte sich für Politik und wollte wissen, was für Auswirkungen sie auf unser Leben hat. Sie war eine Frau und wollte mehr über Frauen wissen. Die legendäre Eve Arnold ist im Januar mit 99 Jahren gestorben.

 

© Eve Arnold/Magnum

Berühmt wurde sie auch durch ihre Portraits von Marylin Monroe, Elizabeth Taylor, Jaqueline Kennedy oder Anthony Quinn, die zwar glamourös waren, aber auch eine sehr persönliche Seite der Stars zeigten. Sie blieb stets ihrem Motto treu, “the poor, the old and the underdog” zu fotografieren.

 

“It’s the hardest thing in the world to take the mundane and try to show how special it is.”

Eve Arnold

 

© Eve Arnold/Magnum

 

 

Mit ihrer Reportage über eine Modenschau im Schwarzen-Stadtteil Harlem trat Arnold in den fünfziger Jahren der legendären Fotoagentur Magnum bei – als erste Frau, die in das Kollektiv um Henri Cartier-Bresson und Robert Capa aufgenommen wurde. Sie arbeitete daraufhin am Set von John Huston’s The Misfits (1961), wo eine Serie zum Film und zum ‘Making of’ entstand. Jedoch waren es Arnolds intimen Porträts von Marilyn Monroe, die jene verletzlich, allein und abgewendet zeigen und im Gedächtnis bleiben, wie auch das berühmte und die Person Marylin widerspiegelnde Foto mit Arthur Miller, wo sie aus der Dunkelheit eines Nachtclubs ins grelle Scheinwerferlicht tritt.

In den sechziger Jahren in London lebend, arbeitete sie für die “Sunday Times”. In den Siebzigern filmte sie in den Vereinigten Arabischen Emiraten die Herrscherfamilie von Dubai und das Leben im Harem. Zudem war sie eine der ersten amerikanischen Fotografinnen, die in China arbeiteten. In den USA dokumentierte sie die Bürgerrechtsbewegung.

 

“It is the photographer, not the camera, that is the instrument.”

Eve Arnold

Als Tochter russischer Immigranten 1912 in Philadelphia geboren, wuchs sie als eines von 9 Kindern eines Rabbi und seiner Frau auf. Ihre Mutter stellte immer ihre Berufswahl in frage. Ihr Vater war mehr angetan von ihrer ersten Wahl der Medizin, was Arnold aber verwarf, als sie 1946 zum ersten Mal mit einer Rolleicord, einer zweiäugigen Spiegelreflexkamera, in Kontakt kam.

© Eve Arnold/Magnum

 

Ihre Porträts erwecken den Eindruck eines Schnappschusses, wie Andy Warhol gewichtestämmend auf einem Toilettensitz oder Marlene Dietrich an den Beinen aufwärts abgelichtet. Und sie blicken für einen Moment in die Seele des/r Fotografierten.

Sie wäre am 21. April 100 Jahre alt geworden. Eine sagenhafte Frau!

 

Die Ausstellung Eve Arnold ist noch bis 27. April in London zu sehen!

All About Eve: the Photography of Eve Arnold bei Art Sensus, London SW1P 1BB

Der Verlag teNeues veröffentlichte im Januar den begleitenden Katalog „All about Eve“. 216 S., 160 Aufnahmen, Buchhandelspreis: 65 Euro.

Auch In München ist eine Retrospektive on display!

3 Gedanken zu “Der Fotograf als Instrument – Eve Arnold

  1. Das Leben eines Fotografen ist, Dinge zu erfassen, die ungewöhnliche geschehen sind. Großartige Aufnahmen mit nur einem Klick der Kamera.

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