Helmut Newton Estate

© Helmut Newton Estate

Helmut Newton in Berlin: eine ‚3 in 1‘ – Ausstellung seiner legendären Fotografien

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Dass Berlin immer eine Reise wert ist, wussten wir bereits. Die Hauptstadt ist ganz zu Recht Hauptstadt, auch im kulturellen Sinne. Immer etwas los, immer etwas Besonderes, immer wieder neu. Zugegebenermaßen durch Zufall haben wir nun entdeckt, dass noch bis zum Herbst dieses Jahres dort eine Helmut Newton – Ausstellung zu sehen ist.
Unser nächstes Ziel steht also fest: Berlin, Du bist so wunderbar.., Berlin!

Die Ausstellung White Women / Sleepless Nights / Big Nudes ist, wie der Name der Show schon sagt, Newtons ersten drei legendären Buchpublikationen gewidmet und zeigt ein wahres ‚3 in 1’ dieser im Museum für Fotografie.

Die Ausstellung stellt die beiden Kernthemen des mit Abstand teuersten Fotografen der Welt nebeneinander und vereint sie so, wie es Newton tat, auf eine sehr subtile Weise. Nacktheit und Mode begleiteten sein Schaffen sein ganzes fotografisches Schaffen lang. Er war fasziniert von Frauen und benutzte die Mode für die Kreation immer neuer Themen, Motive und künstlerischer Ausdrucksformen.

 

 

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Newtons allererste Buchveröffentlichung White Women erschien bemerkenswerterweise erst, als Newton schon 56 Jahre alt war und wird seitdem, seit 1976, immer wieder aufgelegt. Seine ungewöhnlichen Bilder überraschten und provozieren bis heute. Zwei Jahre später wurden seine Aufnahmen in Sleepless Nights in Buchform öffentlich, in dem er Frauen, ihre Kleider und Körper zeigte und miteinander verwob. Modefotografien waren plötzlich Porträtbilder in einem. Auch seine Serien von Modellen in orthopädischen Stützprothesen gehörten hier dazu und können noch heute prägnant umschrieben werden: halbnackt, ikonisch und amourös; der Fotograf schien Mode meist als Vorwand zu gebrauchen, etwas Anderes, Nie – Dagewesenes zu inszenieren. Big Nudes als die Nummer Drei der Ausstellung und seiner Veröffentlichungen verankern Fotografien wie Statuen.

 

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Was mich an Newton so beeindruckt, hat mit seiner Biografie zu tun. Denn gerade in seinen Anfängen der Fotografie hätte wohl niemand, vielleicht nicht einmal er selbst vermutet, dass er es zum gefragtesten, teuersten und zu einem der besten Fotografen der Welt schafft, wurde er beispielsweise in jungen Jahren als Bildreporter bei der Zeitung The Straight Times in Singapur wegen Unfähigkeit entlassen.

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Geboren als Sohn jüdischer Knopffabrikanteneltern in Berlin wurde Helmut Neustädter 1920. Er brach das Gymnasium frühzeitig ab, um sich seinen Interessen zu widmen: Mädchen & Fotographie, die sich später durch sein Schaffen zogen und seine Liebe zum Sujet ausmachten. Er begann eine Lehre zum Fotografen in Berlin und flüchtete exakt an seinem 18. Geburtstag Richtung Singapur, um dem Nazideutschland zu entkommen.

 

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Mitte der Vierziger Jahre eröffnete er ein Fotostudio in Melbourne, Australien, wo er seine Frau kennenlernte, die er drei Jahre später heiratete.

Mit June, die als Fotografin Alice Springs bekannt wurde, blieb er Zeit seines Lebens zusammen. Mitte der 50iger Jahre begann er für die australische Vogue zu fotografieren, weltweite Ausgaben folgten.

Er selbst gründete nur ein Jahr vor seinem Tod die Helmut Newton-Stiftung, die mit dem Museum für Fotografie kooperiert und auch die Schirmherrin der derzeitigen Ausstellung ist.

Mit 83 Jahren starb er 2004 nach einem Autounfall.

Das, was in Berlin begann, ging auch in Berlin zu ende: Newton wurde auf seinen Wunsch hin in Berlin in der Nähe des Ehrengrabs von Marlene Dietrich beigesetzt.

 

Ausstellung White Women / Sleepless Nights / Big Nudes, Helmut Newton

Museum für Fotografie, Berlin

noch bis 13. Oktober 2013

 


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