JJ Harrison via commons.wikimedia.org

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Light Painting: Malen mit dem Licht

Habt ihr schon einmal etwas von Light Painting gehört? Ja genau, malen mit Licht – das geht! Vielleicht ist es euch auch schon einmal selbst passiert: ihr habt die Kamera im Dunkeln verwackelt und diesen seltsamen aber faszinierenden Effekt auf dem entstandenen Foto entdeckt. Schon kurz nach Erfindung der Fotografie, begannen Künstler und auch Wissenschaftler sich mit dem Light Painting auseinander zusetzten. Durch das Aufkommen der digitalen Fotografie wurde die Lichtmalerei stark vereinfacht und verbreitet sich immer weiter. Bis heute entwickelte das „Graffiti mit Licht“ eine große Anhängerschaft. Daher gibt’s an dieser Stelle mal einen kleinen Exkurs zur Geschichte des Light Paintings.

Langzeitbelichtung des Nachthimmels

Langzeitbelichtung des Nachthimmels

© Damian Turski via Posterlounge.de

1826 wurde vermutlich das erste Foto geschossen und 1839 wurde die erste Kamera hergestellt (die übrigens 50kg wog!). Nur 50 Jahre später gelangen Étienne-Jules Marey und Georges Demeny die ersten Light Writing- Bilder. Kurze Zeit später entstanden die ersten Light Painting- Bilder mit Hilfe von Glühbirnen, Pathological walk from in front“. 1914 untersuchte Frank Bunker Gilbreth das Light Painting unter einem wissenschaftlichen Aspekt. Der Künstler Man Ray schuf 1935 eine ganze Fotoreihe mit Hilfe von Light Painting unter dem Titel „Space Writing“. In einem Selbstportrait, schrieb er beispielsweise mit Licht seinen Namen in das Foto. Dabei nutze er eine kleine Stiftlampe.

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Ein weitere Pionier der Lichtmalerei war der Fotograf Gjon Mili. Schnell erlangte er Bekanntheit mit seinen Light Paintings und wurde beauftragt, den weltberühmten Maler Pablo Picasso zu fotografieren. Inspiriert von Milis Technik, zeichnete Picasso auf den Fotos des Fotografens einige Bilder mit Licht. In den 1970er und 80er Jahren erlangten vor allem Eric Stallers Light Paintings Bekanntheit. Seine Werke prägen das Light Painting bis heute. Er wird häufig auch als „Vater des Lichtgraffitis“ bezeichnet. Staller war der erste Light Painter, der die Kunst zur Performance Art machte. Heute ist es üblich, dass die Fotografen mit Choreography und Performance arbeiten. Zu den bedeuteten, zeitgenössischen Light Painting- Künstlern zählt Patrick Rochon, der mit seiner Portraitfotografie die Technik in den letzten 20 Jahren stark geprägt hat. Auch die Gebrüder Rainer und Harald Opolka zählen momentan zu den wichtigsten Künstlern in diesem Bereich der Fotografie.

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Ihr könnt euch auch selbst einmal im Light Painting ausprobieren. Für die ersten Versuche braucht ihr eine Kamera mit einstellbarer Belichtungszeit, eine Lichtquelle und eine dunkle Umgebung.

Optional aber sehr hilfreich sind ein Stativ und eine weitere Person, die euch bei euren ersten Leuchtmalereien unterstützt.

mechanischer Drahtauslöser

mechanischer Drahtauslöser

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Besitzt ihr eine digitale Spiegelreflexkamera, stellt ihr zunächst eine niedrige ISO-Empfindlichkeit und eine hohe Blende ein. Damit ergibt sich eine lange Verschlusszeit. Mit ein paar Testaufnahmen könnt ihr feststellen, ob die Verschlusszeit noch zu kurz oder zu lang ist und entsprechende Änderungen bei den Einstellungen vornehmen.

Bei einer analogen Spiegelreflexkamera bietet sich die Arbeit mit einem mechanischen Fernauslöser an. Dabei könnt ihr den Zeitpunkt des Öffnens und Schließens der Verschlussblende ganz genau bestimmen.

Bevor ihr mit der Lichtmalerei beginnt, solltet ihr manuell die Stelle fokussieren, an der später gemalt werden soll. Seid ihr zu zweit kann eine Person eine Lichtquelle an die entsprechende Stelle halten, die auch vom Autofokus erfasst wird und somit das Bild scharfstellen.

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Nun stellt ihr den Autofokus aus und startet mit Hilfe eines Selbstauslösers oder von Hand die Aufnahme. Jetzt könnt ihr euch mit eurer Lichtquelle vor der Linse austoben. Ob Wunderkerze, LED-Lampe, Glühbirne oder Kerze – mit den unterschiedlichsten Lichtquellen entstehen die unterschiedlichsten Effekte.

Starke Lampen solltet ihr jedoch schneller bewegen, schwache langsamer. Ansonsten kann es durchaus passieren, dass das Bild überbelichtet wird oder kaum etwas von eurer Lichtquelle zu erkennen ist.

Na merkt ihr etwas? Es ist gar nicht so einfach, mit Licht zu malen. Möchtet ihr konkrete Formen und Figuren festhalten, empfiehlt es sich, einen vorgegeben Raum mit Kreide vorzuzeichnen. Sehr interessante Effekte entstehen außerdem, wenn ihr Gegenstände oder Personen mit einer Lichtquelle immer wieder umrandet, Spezialgebiet des Künstlers Janne Parviainen.

Zum Schluss noch ein kleiner Tipp: ihr könnt anstatt der Lichtquelle, natürlich auch die Kamera selbst bewegen!

© Anne Walzog via DailyArtDesign.de

 

 

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