Sebastiao Salgado

© Sebastiao Salgado

Sozialdokumentarische Fotografie – Sebastião Salgado

Berühmte Fotografen sind quasi ein Pseudonym für gewisse ikonenhafte Bilder. Für den Brasilianer Sebastião Salgado stehen dafür die Bilder an der Serra Pelada Goldmine 1986. Seine Bilder, die in 39 seiner 68 Jahre entstanden, muten erstaunlich mächtig und fast mittelalterlich an. Beim allerersten Betrachten ohne das Thema wirklich zu kennen, erscheinen sie wie Kriegsfotografien. Und auch wenn sie das nicht sind, haften sie im Gedächtnis und beschäftigen in ihrer Eindringlichkeit den Betrachter.

© Sebastiao Salgado_In den Goldminen 1986

Sein Markenzeichen sind große Projekte, die Jahre in ihrer Fertigstellung dauern. Sein Fokus bildet dabei die harte Arbeit, die viele der Minenarbeiter in der Welt leisten oder auch Migration, für dessen Sujet Salgado 43 Länder besuchte, um die Menschen abzubilden, die ihr Landleben verlassen haben, um ihr Glück in Städten zu suchen.

Seine Ausstellung Amazon, die im Moment gerade in Dublin ‚on display‘ ist, ist Teil seines ambitioniertesten Projektes Genesis, die Schöpfungsgeschichte, das noch dieses Jahr fertiggestellt werden soll und woran er seit 2004 arbeitet. Sein Ziel war es, Plätze der Welt in ihrer unberührtesten Form zu finden und zu fotografieren. Amazon bildet dabei den Teil des brasilianischen Regenwaldes und zeigt ebenso Arbeiten seines Kollegen Per-Anders Pettersson.

© Sebastiao Saldago

Uns fasziniert an diesem Mann, dass er beispielsweise erst vor dreieinhalb Jahren zur digitalen Fotografie gewechselt hat, einfach weil es einfacher ist, in solch nicht-erschlossenen Gebieten nur die Batterien wechseln zu müssen. Immer noch arbeitet er in Schwarzweiß und erreicht damit Fotokunst, die ins Auge fällt und gleichzeitig Szenen des alltäglichen Lebens der Stämme im Urwald dokumentiert – entwaffnend ehrlich und schön in der ursprünglichsten Bedeutung des Wortes. Perfekte Kompositionen aus Formen.

 

“Colour is distracting, it’s much more important that instead of looking at [it], that I look instead at the eyes and face.“ (Interview mit der Irish Times Anfang März 2012)

 

Als Volkswirt ausgebildet startete er seine berufliche Laufbahn für die Weltbank. Für die Organisation reiste er nach Afrika und begann zu fotografieren, wofür er schließlich seinen Job aufgab. Aber sein Wissen spiegelt sich in seinen Fotografien wider – Sozialkritik, Geopolitik sind starke Themen der Arbeiten des Hasselbadpreisträgers.

© Sebastiao Salgado

Tipp für alle Irland- und Dublin-Urlauber:

Amazon, mit photographs by Sebastiao Salgado and Per-Anders Pettersson wird in der Gallery of Photography, Temple Bar, Dublin bis 1. April noch gezeigt!

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