Hans-Jürgen Sommer via posterlounge.de

© Hans-Jürgen Sommer via posterlounge.de

Special Guest: Hans-Jürgen Sommer & Kuba – Das Land der Widersprüche

Schon im März war der Fotograf Hans-Jürgen Sommer bei DailyArtDesign.de zu Gast und plädierte für die Automatikfotografie. In der Zwischenzeit reiste er mit seiner Frau nach Kuba und möchte uns nun seine Eindrücke und dort entstandene Fotografien nicht vorenthalten. Ein interessanter Reisebericht und wunderbare Bildeindrücke – DailyArtDesign sagt vielen Dank!

 

Kuba  –  Das Land der Widersprüche

„Na ja, Kuba“, dachte ich, als meine Frau auf die Idee kam, dorthin zu fliegen. Drei Wochen sollten es schon sein, davon 9 Tage Rundreise. Und im Nachhinein haben wir es nicht bereut.

Vor der Reise malte ich mir schon potentielle Motive aus: Alte Autos in fotogenen Straßen mit alten Gebäuden. Ich wurde nicht enttäuscht. Die amerikanischen Oldtimer schmücken wirklich die Straßen und sind ein lohnenswertes Motiv.

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Kuba ist aber ein Land der Widersprüche. Auf der einen Seite sozialistisch, auf der anderen Seite jedoch sehr kapitalistisch. Es gibt dort zwei Währungen: Den Peso, den keiner haben will. Und den CUC, die „Touristenwährung“. 1,2 CUC entsprechen ungefähr einem Euro und 25 Peso sind ungefähr 1 CUC wert.  In vielen Supermärkten kann man nur mit CUC bezahlen, die Bevölkerung ist ganz wild darauf. Dort kann man fast alles kaufen, wobei man sagen muss, dass dort fast alles teurer ist als in Deutschland. Überall hat man es auf diesen CUC abgesehen. Toiletten-Frauen verlangen für 4 Blatt Klopapier 1 CUC, das ist schon eine Unverschämtheit, aber verständlich. Der Durchschnittsverdienst beträgt 25 CUC im Monat.

Den Kubanern wird ein gutes Bildungssystem geboten, viele haben studiert. Doch was nützt dies, wenn in hochqualifizierten Berufen nur ein geringer Lohn bezahlt wird.

An einem Abend fuhren wir in Havanna in den Original Buena Vista Social Club – was für ein Erlebnis! Der Taxifahrer war studierter Anwalt, aber die miese Bezahlung von 25 CUC im Monat veranlasste ihn, als Taxifahrer zu arbeiten. Durch unsere nächtliche Fahrt durch Havanna verdiente er mehr als ein Anwalt im ganzen Monat.

Auch das Gesundheitssystem ist gut ausgebaut, überall sind Krankenhäuser. Doch bei manchen Medikamenten herrscht Mangel. Dies ist die Schuld der Blockade gegen Kuba.

 

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Fazit: Die Reise nach Kuba hat sich gelohnt. Es sind tolle Bilder entstanden, genau, wie ich es mir erträumt hatte. Doch Leute, die sich auch für eine Reise nach Kuba interessieren, sollten sich beeilen. Wie lange sich die Regierung noch halten kann, ist fraglich. Die Bevölkerung giert nach den neuen Medien. Ein Internetanschluss ist dem Durchschnittskubaner verwehrt. Telefonieren ist sehr teuer. Auch zuverlässig fließendes Wasser und permanente Stromversorgung ist für die Bevölkerung keine Selbstverständlichkeit. Dies ist nur in den guten Hotels gegeben. Was nach der Ära Castro kommt, ist fraglich. Ob dann noch das besondere Flair bleibt, ist anzuzweifeln.

 

Nach unserer Reise konnte ich es natürlich nicht abwarten, meine Fotografien auf einem großen Bildschirm anzusehen, zu konvertieren  und zu bearbeiten. Nach einer Sichtung sagte meine Frau als meine größte und liebste Kritikerin nur: „So viele Autos!“. Und sie hatte Recht, der Großteil waren tolle Oldtimer.
Ich wählte eine Bearbeitungsmethode, bei der der manchmal stumpfe Lack und das verbeulte Blech gut herausgearbeitet werden.

 

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Als mein absoluter Favorit hat sich die eine Colorkey-Fotografie (siehe oben) herauskristallisiert. Schöner Straßenzug und ein schönes Stück Blech mit dem farbigen Nummernschild als i-Tüpfelchen.

 

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Auch Che Guevara ist auf einem weiteren Favoriten von mir zu sehen.

Die Komposition gefällt mir hier besonders. Tolles Blech und hinten Che, was will man mehr.

 

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Das nächste Bild ist wieder ein Colorkey, diesmal in einem Denkmal. Im Vordergrund ist die kubanische Flagge mit Colorkey-Effekt zu erkennen. 

Warum ich so viele Oldtimer fotografiert habe? Ganz einfach: Zu Kuba, besonders Havanna, gehören die alten Kisten einfach dazu. Gerne hätte ich noch mehr die prägnanten Gesichter der Bevölkerung fotografiert, doch bei jedem Portrait den obligatorischen CUC zu entrichten, war mir dann doch zu viel.

 

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