nailia schwarz via posterlounge.de

© nailia schwarz via posterlounge.de

Vom Zauber der Foto-Stillleben

Fotografien erzählen, wenn sie gut sind, immer eine kleine Geschichte – vom aufgeschnittenen Kürbis, der in die Suppe wollte, über die knackig-prallen Kirschen, die einfach jedem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen oder die zarten Blüten, die einem das Herz an noch so schweren Tagen öffnen. Fotografische Stillleben sind die Story-Teller schlechthin. Sie bilden nicht einfach nur ab, sie zeigen Früchte, Blumen, Gefäße – sie spiegeln Stimmungen wider und zeigen besondere Details, die beim Betrachter Staunen oder sogar Seufzen hervorbringen. Oder ihn einfach nur lächeln lassen.

Edith Albuschat via posterlounge.de

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Fotostillleben sind wohl die meist genutzten „Illustrationen“ für Koch- und Backbücher oder Food-Blogs, die einfach Lust auf mehr machen. Schließlich ist es ein Fakt, das wir womöglich zu dem Kochbuch greifen, was die Augen mitessen lässt, was im Layout stimmig oder einfach besonders ist und dessen Abbildungen das Gefühl zum Kochen zeigen. Ähnlich geht es uns mit Blumenfotografien oder anderen Stillleben. Und das obwohl der Begriff „Stillleben“ eher an ein weniger lebhaftes Arrangement von Gegenständen erinnert und eher verstaubt anmutet. Der Begriff ist eher mit der Alten Malerei verhaftet, allerdings eben auch mit dem Können der Alten Meister. Doch auch die legendären Sonnenblumen Van Goghs oder Rubens’ Tische voller Weintrauben und Zinkkannen werden nun immer mehr für die Fotografie entdeckt.

Piri via posterlounge.de

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Der Neuseeländer Kevin Best beispielsweise adaptiert die Settings von Gemälden und kreiert wahre Fotokunstwerke. Er schafft es sogar, die Fotografien wie Gemälde aussehen zu lassen. Dies ist nicht neu, versucht haben dies schon Roger Fenton, Thomas Williams, Adolphe Braun, William Lake Price oder Heinrich Kühn. Aber ihre Fotografien waren stets nur Nachbildungen in Schwarz-Weiß oder Sepia – sie konnten nie das abbilden, was sie bezweckte. Der Gemäldecharakter fehlte. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts aber hat sich die Stillleben-Fotografie jedoch einer revolutionären Entwicklung unterzogen, so dass Surrealismus, Pop Art Kubismus und Abstraktion gleichermaßen heute in der Fotografie zu finden sind.

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Nichtsdestotrotz ist eine Fotografie in Gemäldeoptik kein Muss. Die Kunst der Stillleben-Fotografie spiegelt sich auch und geradewegs in den spannenden Motiven, in den außergewöhnlichen Arrangements der Gegenstände, in den kleinen besonderen Accessoires. Ganz entscheidend ist sicherlich auch, wie der Fotograf das Licht nutzt oder selbst einzusetzen weiß.

Piri via posterlounge.de

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Für uns ist die Geschichte, die ein Bild erzählt, genau das, was ein Foto-Stillleben ausmacht. Beispielsweise die zartblasse Blüte in einer Schale – so simpel und doch so einzigartig in der Interpretation.

Iris Lehnhardt via posterlounge.de

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Nailia Schwarz ist eine der ausdrucksstärksten Fotografinnen, die mit ihren Stillleben und Fotoserien die zauberhaftesten Geschichten spinnt. Ihre „Simple Things“-Episoden sind grandios. Ob eine, zwei oder drei Erdnüsse – mehr braucht die Künstlerin nicht, eine Geschichte zu spinnen, die im Kopf des Betrachters Formen annimmt. Sofort steht man mit den Erdnüssen mitten in deren Leben, lächelt und seufzt und ist ganz eingenommen von der Schönheit dieser einfachen Dinge. Die Fotografin erweckt die Erdnüsse zu menschlichem Leben, lässt sie spazieren gehen, vom Regen nass werden, den Hund ausführen und kreiert dabei zauberhafte Bildgeschichten, kunstvoll und absolut meisterhaft in Szene gesetzt.

Nailia Schwarz via posterlounge.de

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Die gebürtige Russin, die mit der Fotografie als Hobby begann, lebt mit ihrer Familie in Speyer und hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Wir können für ihre Foto-Stillleben nur drei Attribute finden: Perfekt, meisterhaft und absolut charmant!

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Ein Gedanke zu “Vom Zauber der Foto-Stillleben

  1. Ruhende Gegenstände sind vergleichsweise einfach zu fotografieren. Wichtig ist neben einer passenden Beleuchtung auch der Hintergrund, der sich vom Hauptmotiv farblich oder in der Bildschärfe abheben sollte. Es empfiehlt sich, verschiedene Blickwinkel auszuprobieren oder zu überdenken und den Bildausschnitt sorgfältig zu wählen. Speziell bei recht kleinen Gegenständen, die aus einer nicht zu großen Entfernung aufgenommen werden, sind einige der beim Punkt Makroaufnahmen beschriebenen Probleme zu beachten – insbesondere die Schärfentiefe.

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