Atteloi via posterlounge.de

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Wie aus klitzekleinen Sternchen große Stars werden – Makrofotografie

Spätestens seit dem Kleinen Prinzen wissen wir:

  „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

 

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Oftmals nehmen wir die Dinge, die uns unmittelbar umgeben, längst nicht in ihrer Vielfalt oder gar Schönheit wahr. Gerade jetzt im Sommer können wir dies beobachten, wenn wir in der Blumenwiese versinken, unser Picknick genießen und uns von ganz unten die massive Krone des alte Kastanienbaumes über uns anschauen.

 

Plötzlich entdecken wir Details, die vorher so selbstverständlich waren, dass wir sie nie beachtet hätten. Oder wer hat schon des Öfteren die summende Biene beobachtet, die von Blüte zu Blüte fliegt und die Staubpartikel aus deren Kelch sammelt?

 

Allein schon die sich im Wind wiegenden Gräser und deren sanftes Rauschen, das einer Natursinfonie gleicht, vis–à-vis festzuhalten, ist etwas Wunderschönes. Die leuchtendgelbe Butterblume aus allernächster Nähe zu inspizieren, über ihre glatten Blütenblätter zu streichen und vielleicht noch den kleinsten Regentropfen der letzten Nacht wegzuwischen, ist unbeschreiblich.

 

Erst wenn man sich etwas mehr Zeit nimmt, den so selbstverständlichen Dingen, wie den Blumen am Wegesrand oder dem Frosch am Ufer des Gartenteichs nachgeht, wird das Verborgene sichtbar: Die Natur in ihrer Einzigartigkeit.  Dann wird das Wesentliche für die Augen sichtbar.

© Dieter König via posterlounge.de

 

Jene Miniwelten können kaum festgehalten werden, der Moment des vorbeiflatternden Schmetterlings geht so schnell vorbei, aufgenommen aber kann er in einem Bruchteil einer Sekunde werden. Wovon wir hier genau reden? Ganz einfach: Von der Makrofotografie. Sie vermag es, jene kleinsten Details in ihrer ganzen Größe und darüber hinaus abzubilden und die klitzekleinen Details als riesengroßes Schauspiel des Lebens darzustellen. Selbst in der Technik ist die Makrofotografie gefragt- kann man mit ihr nicht nur die Welt neu entdecken, sondern durch sie die Welt neu begreifen. Sie gibt Aufschluss zu den kleinsten Teilchen, sie beschreibt haargenau, präzise und gestochen scharf, wie beispielsweise in einer Uhr die winzigen Zahnräder ineinander greifen oder wie die eine Schraube die andere stützt.

 

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Die Makrofotografie ist letztlich wie eine Lupe, der Detektiv unter den Fotostilen sozusagen, und fesselt genau damit ihre Betrachter. Bis zum Maßstab 1:1 können die jeweiligen Motive abgebildet werden, wobei normalerweise mit Maßstäben von 1:7 gearbeitet wird. Die Redewendung „Unter die Lupe nehmen“ trifft es daher sicher gut. Die ausgefallensten Makrobilder nehmen uns schier den Atem, so verblüffend erscheint plötzlich der eine Wassertropfen oder der Marienkäfer im Gras. Sicher hängt die Überraschung des Betrachters auch immer von dem Können des Fotografen ab- der Bruchteil einer Sekunde zählt beim Auslösen. Licht, Stimmung, Schärfe müssen stimmen. Letztlich macht einen guten Makrofotografen erst dieses Können aus, die technische Ausstattung ist zweitrangig.

Hier einige Basis-Tipps, wie Makrobilder auch mit einer Nicht-Profi-Ausstattung gelingen können:

 

  • Als Objektiveinstellung den Makromodus, meist gekennzeichnet mit einem Blümchen, auswählen.
  • Scharf zu erkennen ist bei Makrofotografien nur ein kleiner Entfernungsbereich. Verändert man die Blende, lässt er sich vergrößern oder verkleinern. Blendenwerte größer als 8 schaffen einen größeren Schärfebereich,  kleine, also kleiner als 5,6 einen geringeren.
  • Hohe Blendenwerte verwackeln leicht – Stativ benutzen oder eine besonders ruhige Hand.
  • Selbstauslöser bieten besonderen Verwacklungsschutz.
  • Keinen Blitz verwenden, lieber das Motiv mit einer LED-Taschenlampe oder Alufolie anstrahlen, aber auch die Schlagschatten achten.

 

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Wenn es dann geschafft ist, jenes kleinste Detail in genau diesem Moment einzufangen, stockt uns der Atem. Denn genau dann wird das Insekt, was man sonst nur Summen hört, plötzlich präsent oder man entdeckt die feinen Adern der Laubblätter, die vorher noch nie aufgefallen sind. Und das Beste daran ist – man konserviert jene Details als Foto, das bei jeder Betrachtung sein Strahlen auf uns überträgt.

 

 

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