Tobias Frohnsdorf via Posterlounge.de

© Tobias Frohnsdorf via Posterlounge.de

DailyArtDesign Interview mit Tobias Frohnsdorf – Illustrator

DAD: Hallo, erzählst du uns ein wenig über dich und deinen Werdegang?

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TF: Zwei Jahre ist es her, dass ich als frischgebackener Master of Arts mein Kommunikationsdesign-Studium beendet habe und vor die Pforten der Hochschule in Dessau gesetzt wurde. Ich bin dann nach Leipzig gekommen um hier als Grafikdesigner und Illustrator zu arbeiten. Das klappt auch immer noch ganz gut. Nebenbei habe ich hin und wieder mal Motive entworfen, meistens für Freunde und Bekannte. Mit der Zeit hat sich da einiges angesammelt. Aus dieser bunten Sammlung heraus entstand die Idee, meine Motive online zu verkaufen. Vor einem Jahr habe ich mit www.gozoalive.de meinen Plan in die Tat umgesetzt. Darüber hinaus bin ich auch bei Posterlounge mit meinen Arbeiten vertreten.

 

DAD: Wann hast du deine Karriere als Illustrator gestartet?

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TF: Als Karriere würde ich das nicht bezeichnen. Zeichnen gehörte schon immer zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Mein inspirativer Urknall waren Disneyfilme wie das Dschungelbuch, oder Hanna-Barbera Cartoons wie Bugs Bunny oder Roadrunner im Fernsehen. Die habe ich als Kind bis zum Erbrechen abgemalt. Irgendwann entwickelte sich dann meine eigene Handschrift. Größtenteils zeichnete ich mit Bleistift und Aquarellfarben, später dann auch mit der Sprühdose oder Copic-Markern. Das digitale Illustrieren habe ich erst im Studium zu schätzen gelernt. Dabei haben mich die Arbeiten anderer immer wieder inspiriert und angespornt.

 

DAD: Hast du einen Lieblingskünstler und wer oder was inspiriert dich bei der Arbeit?

TF: Bei der Flut von guten Illustratoren ist es schwierig, den Überblick zu behalten. Ein direktes Vorbild habe ich nicht. Mich inspirieren einzigartige Stile, die ich schön finde – detailliert handgezeichnet, collagiert und so weiter. Die probiere ich dann an eigenen Motiven aus.

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DAD: Woher bekommst du die Ideen für deine Motive?

TF: Beim Straßenbahnfahren, Müll raus bringen, Zähne putzen – immer dann wenn ich es nicht erwarte. Das sind dann auch die besten Ideen. Manchmal sehe ich aber einfach nur ein gutes Werbeplakat, eine witzige Szene im Fernsehen, eine schrullige Vase im Schaufenster, und denke mir, das müsste ich irgendwo irgendwie einbauen. Neben dem Illustrieren habe ich ein besonderes Faible für die 60er, den Retro-Charme von Zigarettenspendern, Nierentischen, kettenrauchenden Beatniks, Polyester und Stromlinienformen. Das alles verbinde ich ganz gerne in meinen Bildern.

 

DAD: Welche Materialien benutzt du für deine Kreationen?

TF: Ich arbeite viel analog, das heißt klassisch mit Bleistift, Radiergummi und Papier. Das geht einfach schneller und flüssiger von der Hand. Erst wenn der grobe Entwurf steht, mache ich mich an die digitale Umsetzung, was nicht immer bedeutet dass ich ausschließlich digital arbeite. Eine Mischung aus beidem kann auch ganz reizvoll sein.

 

DAD: Wie würdest du deinen Stil beschreiben, womit wecken deine Werke Interesse bei ihren Betrachtern?

TF: In drei Worten ausgedrückt wohl: cartoonig, retro, amerikanisch. Eine gute Mischung aus Comic und naturalistisch anmutenden Elementen. Wenn meine Arbeit bei Anderen Interesse weckt, macht mich das glücklich. Ich versuche die Charaktere möglichst lebendig wirken zu lassen. Besonderes Augenmerk lege ich dabei auf Mimik und Gestik – je ausdrucksvoller das Gesicht, desto besser das Bild. Außerdem finde ich es wichtig, etwas mit meinen Bildern zu erzählen, kleine ironische Geschichten.

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DAD: Was war bisher dein Lieblingsprojekt und warum gerade dieses?

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TF: Da fällt mir schon eins ein. Allerdings fing das nicht unbedingt als Lieblingsprojekt an. Ich bastelte an einem Mode-Motiv und hatte gefühlte tausend verschiedene Varianten ausprobiert, nichts hat geholfen. Es sah immer lahm aus. Schließlich habe ich dann alles reduziert bis auf das Gesicht. Als das nur noch zu sehen war, hat das ganze Bild plötzlich unheimlich geknallt. Auf Posterlounge und gozoalive.de kann man es anschauen: „Drama Baby“… der Name ist Programm. Ein Lieblingsprojekt ist für mich etwas, das ich nach Jahren hervorkramen kann, und das mir dann noch immer gefällt. Meistens ist das nicht der Fall, hängt wohl auch damit zusammen, dass ich mit meinen Arbeiten ziemlich selbstkritisch bin.

 

DAD: Woran arbeitest du gerade?

TF: Im Moment arbeite ich an einem Kinderbuch. Das ist aber noch im Entstehen. Was Motive betrifft habe ich eine Menge Ideen, nur mangelt es im Moment an Zeit.

 

DAD: Was hält dich bei der Arbeit an der Leinwand oder im Grafikprogramm wach?

TF: Meistens Cola, manchmal Sherlock-Holmes-Hörspiele. Retrospektiv stelle ich fest, dass es früher einfacher war, sich die Nächte um die Ohren zu schlagen.

 

DAD: Hast du als erfahrener Illustrator ein paar Tipps für Anfänger und Neulinge in deinem Bereich der Kunst?

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TF: Kreativität hat viel mit Individualität zu tun. Sowas wie allgemeine Rezepte der guten Gestaltung gibt es nicht. Wenn man Spaß am Zeichnen, Malen, Basteln hat, soll man es einfach ausleben. Und noch wichtiger ist es, sich nicht reinreden zu lassen. Vertrauen in das eigene Können ist ein guter Grundstein.

 

DAD: Herzlichen Dank für das Kurz-Interview!

Für deine Künstlerkarriere wünschen wir weiterhin viel Erfolg!

 

 

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Maria Di Martino gefällt dieser Artikel

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