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Die Liebe zur Schrift & die Typographie im 21. Jahrhundert

Das Auge isst mit. Nichts ist so treffend wie dieser Satz. Ein Gericht, so frisch und lecker es auch sein möge, wird sicherlich mit Abscheu gestraft, wenn es zusammengefallen und lasch auf dem Teller vor sich hindümpelt. Ähnlich geht es mir mit Schriften. Ein Buch im „falschen“ Schriftdesign wird nie mein persönlicher Bestseller werden, ganz einfach weil ich es gar nicht erst lese.  Ein Buch wird nicht nur ansprechend durch Rezensionen, weil der Titel bekannt ist oder ich auch nur den Titel so unglaublich schön finde, sondern weil ich mich nicht nur im Layout an sich, sondern auch in der verwendeten Schriftart wiedererkenne.

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Schriften stehen für viele Dinge, sie sind das Salz in der Suppe, der Essig im Salat – Schriften spiegeln ein Lebensgefühl, eine Mode, den Zeitgeist und Persönlichkeiten. Das typischste Beispiel? Die Schriftart Fraktur. Beim ersten Anblick assoziiert man ganz klar die Zeit des Nationalsozialismus. Schließlich erhielt sie als „besonders deutsche Schrift“ in diesen Jahren ihre Renaissance.

Letztlich ist eine Schriftart genau wie ein Logo ein Markenzeichen. Coca Cola wird erst zur Coca Cola durch die verwendete Font, Milka zeichnet sich nicht nur durch die lila Kuh aus sondern durch ihren Schriftzug. Durch die Schrift wird, ganz nach dem Marketing 1×1, die Zielgruppe angesprochen, ‚abgeholt‘ und gebunden.

 

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Täglich scheinen im World Wide Web unzählige Schriftarten aus dem Boden zu schießen, so dass man sich gar nicht wirklich entscheiden kann, welche einem am besten gefällt, den Inhalt des jeweiligen Textes, das  beliebige Produkt oder den Webauftritt am besten präsentiert. Sicherlich ist dies immer auch eine Frage des Geschmacks.

Die Trends des Schriftdesigns ändern sich scheinbar ständig. Was gestern noch hip war, ist heute absolut veraltet.

Und doch hat mit der Zeit jeder, der sich mit Schriften Tag ein Tag aus umgibt, einen bestimmten Schriftliebling. Annes Lieblingsschrift ist Verdana, meine ist unter anderem Didact Gothic und Penelope Anne, Paulines Favorit nennt sich Liberation Serif…

 

 

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Es ist noch nicht lange her, dass angesichts der rasend schnellen Entwicklung von Video- und Audioübertragungstechniken das geschriebene Wort sein Todesurteil erhielt. Kritiker rechneten mit dem Ende des Niedergeschriebenen. Allerdings ist diese Voraussage schon wieder veraltet – allein in den letzten zehn Jahren wurden eine Unmenge an Schriften für die Multimediawelt erschaffen. Analoge und digitale Anforderungen wechseln dabei stetig.

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Um einen genaueren Blick auf die Entwicklung der Typografie zu werfen, finden deshalb Ende April die 19. Leipziger Typotage statt. Auf jener Konferenz treffen sich Grafiker, Typografen und Designer aus Lehre und Praxis und debattieren über die Schrift im 21. Jahrhundert. Begleitet wird das ‚Event’, das zugegebenermaßen zwar im Plural bezeichnet wird und doch nur an einem Tag, nämlich am 27. April 2013 veranstaltet wird, durch die gleichnamige Ausstellung im Museum für Druckkunst in Leipzig begleitet.

DailyArtDesign empfiehlt so ganz unter Schriftliebhabern, mal fix die Bahnfahrkarten zu buchen und Tickets für die Typotage zu sichern…

 

Leipziger Typotage
Schrift im 21. Jahrhundert
27. April 2013, 10.00 – 17.30 Uhr
Museum für Druckkunst, Leipzig

 

 

 

 

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