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Die Welt ist bunt – die Kraft der Farben

Den Frühling haben wir uns doch etwas anders vorgestellt – bunt, warm und einfach so lebendig. Statt satter Mittagssonne, des Frühlingsduftes von blühender Flora & Fauna (es leben die juckenden Näschen und tränenden Äugelein aller Allergiker!), den ersten Mückenstichen und statt des Feierabendeises vor der Lieblingseisdiele wird die Schneedecke immer dicker, die Flocken spielen Wett-Tanzen, wir mummeln uns in die nach Pause schreienden Wintermäntel ein und sehen uns im Schuhparadies nicht nach leichter Fußkleidung um, sondern kaufen noch ein paar ultrawarme Snowboots.

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Im Herzen aber spielen wir schon einmal Frühling, zaubert wenigstens der Blümchenprint an Wand, Shirt oder Tuch Frühlingsgefühle, schnuppern wir an unserem allwöchentlichen Tulpenstrauß und versuchen wir, mit neuen Accessoires und Farben den Winter zumindest aus den vier Wänden zu verbannen.

Gegen das graukalte Nass da draußen sind wir eh machtlos.

Und letztlich gelingt uns die Frühlingsmagie ganz gut, Farben sind einfach d e r Zauberer schlechthin.

 

Farbe als Funktion

Schon allein mit jenen klitzekleinen Beispielen ist erwiesen: Farbe ist nicht nur Ästhetik, Farbe hat eine Funktion. Sie dominiert Stimmungen und Einstellungen, Sympathie und Antipathie und beeinflusst Kaufentscheidungen. Im Unterbewusstsein verdreht sie den Menschen den Kopf – schon ein Minimoment an Farbe reicht aus, um ein psychologisch vorhersagbares Verhalten auszulösen.

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Das typischste Beispiel ist die Studie der Universität Rochester: Eine Frau in einem blauen Oberteil wurde verschiedenen Probanden gezeigt, die Mehrheit befand ihr Aussehen als durchschnittlich. Die gleiche Frau im gleichen Oberteil aber in Rot hingegen wurde als sehr attraktiv befunden.

 

Schon im Volksmund gelten verschiedene Farbwahrheiten. Grün mache glücklich und sei die Farbe der Hoffnung, Blau beruhige und Rot wirke anregend. Und psychologisch erwiesen sich jene ‚Weisheiten’ tatsächlich als richtig. In einer kanadischen Studie wurde deutlich, dass Blau die Kreativität und Lösungsstrategien fördert. Seine Assoziation mit dem Meer wirke beruhigend und lässt den Gedanken einen freieren Lauf. Beflügelt davon lassen sich wohl viel besser Problemlösungen finden. Rot hingegen fördert die Vorsicht und die Detailliebe. Daher kommt es auch, dass wir zum Zahnweißer eher greifen, wenn seine Verpackung oder dessen Werbung in Blau gehalten ist, was das ruhigere Problemlösungsverhalten spiegelt. Um Karies vorzubeugen und bloß keine Löcher in den Zähnen zu bekommen, greifen wir daher lieber zu roten Produkten, die uns schon farblich davor warnen.

 

Farben und Demographie

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Interessant und auch in der Praxis alltäglich gut zu beobachten, sind die Zusammenhänge der Farbwahl mit der Herkunft oder dem Umfeld eines Menschen.

Menschen, die in der Stadt leben, bevorzugen meist kühlere Töne. Auf dem Land werden eher satte Töne favorisiert.

Kinder mögen eher Grundfarben, wie Rot, Blau oder Gelb.

Auch das Einkommen spielt bei der Farbwahl eine Rolle bzw. die Botschaft, die man selbst aussenden möchte.

Menschen mit höherem Einkommen verwenden meist gediegene Farben, Pastelltöne und Ton in Ton – Kombinationen.

Der beigefarbene Mantel in Kombination mit einer zurückhaltenden Perlenkette bei der ‚Frau von Welt’ ist sicher ein Klischee mit Ausrufezeichen.

 

 

Lieblingsfarben

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Die Lieblingsfarbe spricht uns aus der Seele oder unserem Streben danach, wie wir gern wären. Rot steht für Powertypen – Rotliebhaber wissen, was sie wollen.

Lila ist oft der Liebling von spirituell Interessierten, der Farbe werden sensible und grüblerische Eigenschaften nachgesagt.

Fans der Farbe Schwarz gelten als individualistisch, kreativ und als dem Rot-Typ ähnlich. Unterschied: Ihnen fehlt der Wagemut.

Grün-Anhänger sind ehrlich und naturverbunden. Ihre Ausgeglichenheit und ihr romantisches Wesen sprechen für sich. Grün vor allem in der Kombination mit Weiß wird meist Gesundheit zugeschrieben. Man achte also auf das Layout seiner Krankenversicherung.

Blau-Typen sind ähnlich ehrgeizig wie Rotliebhaber, aber sie sind rationaler. Ihre Loyalität zeichnet sie aus.

 

Ein buntes Zuhause

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Pippi Langstrumpf lebt in der Villa Kunterbunt – für das eigene Zuhause oder jeweils einen Raum davon ist es immer ratsam, sich auf drei Farben zu beschränken.

 

DailyArtDesign hat die entscheidendsten Farbtupfer zusammengetragen:

 

  • Rot und Schwarz in Kombination kann leicht als chaotisch und laut empfunden werden
  • Am besten sollte man Farben aus einer Farbfamilie wählen oder mit Kontrasten arbeiten.
  • Schwarz und Weiß wirkt meist sehr edel.
  • Pink/Rot & Orange bringen Frische ins Haus
  • Blau ist die perfekte Farbe für kreative Orte oder den Schlafbereich
  • Gelb bringt Leben in die Bude

 

 

Ganz wunderbar ist auch die Wirkung der einzelnen Töne von Graphikdesignerin Carey Jolliffe in der folgenden Tabelle (zum Vergrößern einfach anklicken) beschrieben worden, super zum Auswählen für die eigenen vier Wände und für sich selbst. Ich habe mich auf den ersten Blick wieder einmal in Bright Red verliebt, Anne bevorzugt das satte irische Grün.

 

© Carey Joliffe

 

Und welcher Farbtyp seid ihr so?

Auf dass der Frühling bald auch draußen Einzug hält…

 

Alexandra Rosendahl, Grafixxeria gefällt dieser Artikel

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