Thomas Hawk via Flickr.com

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James Charles: Mit Geld spielt man nicht? Von wegen!

© United States Government via commons.wikimedia.org, James Charles via shootinggallerysf.com (Press Release)

Kennt ihr das? Ihr steht an der Kasse, erhaltet euer Wechselgeld und entdeckt auf einmal eine lustige Zeichnung oder eine kleine Notiz auf dem Geldschein? Klar, unser Geld wechselt fast täglich den Besitzer, aber ich war doch etwas verdutzt als ich die Worte „Alles Gute =)“ auf einem Zehneuroschein las. Wie verdutzt müssen dann wohl erst die Menschen dreingeschaut haben, die durch Zufall einen von James Charles Dollarscheinen in die Hände bekamen…?

James Charles wurde 1963 in Tacoma, Washington geboren, wuchs in San Diego auf und wohnt derzeit in San Francisco. Er arbeitete bereits in kommerziellen Bereichen der Kunst und war beispielsweise für Disney, Mattel und Hasbro tätig. Dabei entwickelte er vor allem Prototypen für Spiele. Im Jahr 2010 begann der Künstler, Bilder auf Geldscheine  zu malen. Dabei ging es James Charles allerdings nicht um einen hohen künstlerischen Anspruch, sondern vielmehr um den persönlichen Unterhaltungswert. So verwandelte er nach und nach immer mehr  Präsidenten auf den Dollar Bills in Monster, Stars und Märchenfiguren. Ausversehen schickte James Charles einige seiner ersten Werke beim Einkaufen auf Reisen und fasste den Entschluss, die bemalten Scheine von nun an nicht mehr in seinem Portemonnaie zu tragen. Er sammelte alle Scheine in einem großen Hefter, der schon nach kurzer Zeit ein richtiges Sammelbuch wurde. In dieser Zeit entwickelte er auch einen höheren Anspruch an seine Kunst.

© James Charles via shootinggallerysf.com (Press Release)

 

Hendrix anstatt Lincoln, van Gogh anstatt Washington

Um seine Werke besser in die vorgegeben Formen und Linien der Dollarscheine zu integrieren, experimentierte James Charles mit den unterschiedlichsten Tinten, Materialien und Techniken. Mittlerweile verschmilzt seine Kunst mit den Bildern der amerikanische Präsidenten nahezu komplett. Außerdem begann er mit der Zeit die Schriftzüge auf den Dollarscheinen zu ersetzten oder umzuändern. Man muss schon etwas genauer hinschauen um zu bemerken, dass sich der Adler auf dem amerikanischen Siegel neben Hugh Hefner in das bekannte Playboy Bunny- Symbol verwandelt hat. Besonders beeindruckend ist James Charles Fertigkeit, die Umrisse der Figuren und Zeichen auf den Scheinen beizubehalten oder zu imitieren. Mit jedem Dollar schafft er ein neues Kunstwerk! Auf den ersten Blick erkennt der Betrachter oftmals gar nicht alle Details und Feinheiten, die sich in James Charles Dollar Art verbergen. Heute besitzen seine Werke mitunter einen Wert von $ 6 500. Mittlerweile kombiniert er auch mehrere Dollarscheine miteinander um ein Kunstwerk zu kreieren.

© James Charles via shootinggallerysf.com (Press Release)

 

Bis zum 4. Juni 2011 wurden die Werke von James Charles in der Shooting Gallery in San Francisco zusammen mit Werken von Akira Beard unter dem Titel American Iconomics erstmals präsentiert. Beide Künstler konzentrierten sich auf die Idee der „contemporary American icon“, also der zeitgenössischen amerikanischen Ikone. Dabei spielte auch deren Verbindung zur Ökonomie eine Rolle.

Ab dem 14. Juli bis zum 4. August 2012 wurde in der Shooting Gallery eine weitere Ausstellung des Künstlers gezeigt. „333 Conspiracy“  beinhaltete mehr als 40 Tuschezeichnungen auf amerikanischen Banknoten. Auch diesmal zeigte James Charles Ikonen der Popkultur. Allerdings nutzte er die Dollar Bills teilweise sogar als Leinwandersatz und schuf collagenartige Werke.

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