Frank Flöthmann/Dumont Verlag

© Frank Flöthmann/Dumont Verlag

Märchensonntag mit DailyArtDesign & Grimms Märchen ohne Worte

Machen wir uns einen Märchensonntag?

Märchen sind etwas ganz Besonderes. Jeder hier bei DailyArtDesign erinnert sich noch an seine Kinderzeit: Daran, dass die Mama das Märchen der kleinen Meerjungfrau nie zu Ende lesen konnte, da sie weinen musste, als die Meerjungfrau sich in Schaum auflöst. Daran, wie viel Angst ich selbst vor dem bösen Wolf, der es auf Rotkäppchen abgesehen hat, hatte und selbst das Kino an einem Sonntagnachmittag mitten im Film verlassen musste, obwohl die große Schwester dabei war. Aber auch die kleinen wunderbaren Momente tauchen in unserer Erinnerung auf, in denen wir mit der besten Freundin das Lieblingsmärchen nachspielten und im Kindergarten auf die Märchenaufführung hin fieberten. Schließlich habe ich mich vom Zwerglein zu Schneewitchen gesteigert!

Und was gab es Schöneres, als mit dem zerfleddertem Märchenbuch am Sonntag in der Leseecke zu schmökern und sich als Aschenputtel oder Prinzessin wegzuträumen?

© Frank Flöthmann/Dumont-Verlag

 

Im Erwachsenenalter erinnert man sich zwar gern an jene Märchentage, aber wirklich Märchen zu lesen, ist einfach selten, jedenfalls wenn keine kleineren Kinder zum Vorlesen in der Nähe sind. Allerdings haben wir noch ganz warm aus der Druckpresse eine Entdeckung gemacht: Märchen für Groß und Klein (schätzungsweise ab 12 Jahre, wenn man sich auch gut genug mit dem Wortlaut der eigentlichen Märchen auskennt) als Piktogramme. Der Illustrator Frank Flöthmann hat sich dessen angenommen und so auf wirklich wundersame Weise ein wahres Freudenspektakel am Märchengut geschaffen.

 

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Ein Märchen als Piktogramm? Funktioniert das? Ja, sehr gut, können wir bestätigen, vorausgesetzt man kennt das Märchen. Flöthmanns piktografische Comics erzählen in 30 bis 60 Bildern mit den wichtigsten Details 16 Märchen der Gebrüder Grimm nach. Dabei steht es nicht nur der Comic-Definition in nichts nach, was Humor, Ironie und Überspitzung betrifft, auch dem Piktogramm an sich lässt Flöthmann es an nichts fehlen. Absolut reduziert und auf den Punkt wird die Prinzessin mit einer Krone metaphorisiert, der Bösewicht ist gut erkennbar durch die schrägen Augenschlitze, und die Prinzessin im Froschkönig scheint gern mit der goldenen Kugel Fußball zu spielen.

 

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Lakonisch ist sicherlich das treffendste Wort für Grimms Märchen ohne Worte, denn so einfach, so verkürzt und eben so auf den Punkt sind davor wohl noch nie Märchen erzählt worden. Und nun erhält das Mär’ jene neue Form, ein gänzlich neues Medium. Für uns ist dies in der Tat eine Sensation! Der Märchenkenner amüsiert sich prächtig, fallen ihm beim Studieren der einzelnen Comicstrips die legendärsten Sätze der Märchenschlager ein, wie „Wer hat von meinem Tellerchen gegessen?“ „Aber Großmutter, warum hast du so ein entsetzlich großes Maul?“ „Heute back ich, morgen brau` ich, übermorgen hol ich der Königin ihr Kind. Ach wie gut dass niemand weiß…“ Und so prustet man, im Hinterkopf jene Assoziationen, regelmäßig über den Tisch und lässt sich wahrlich durch die Situationskomik mitreißen.

 

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Mal ganz ehrlich, wer hätte schon vermutet, dass der Wolf nach dem Genuss der Geißlein zum Vegetarier mutiert. Hänsel und Gretel haben bei der Hexe wohl gutes Essen kennengelernt und mögen nach ihrer Heimkehr die häusliche Mahlzeit nicht mehr. Wie wäre es wohl, das nächste Mal den Vater im Wald auszusetzen? – Kleine Abänderungen und Fortführungen der Ursprungsmärchen müssen schon sein…

 

Rotkäppchen auf Piktogrammisch:

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Einen märchenhaften Sonntag Euch!!

 

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