Marion Deuchars/Laurence King Publishing/Knesebeck Verlag

© Marion Deuchars/Laurence King Publishing/Knesebeck Verlag

Marion Deuchars‘ Fingerabdrücke & Kunst für jedermann

James Bond, Nick Knatterton, Columbo oder Miss Marple – alle brauchten sie, um Spuren der Diebe, Mörder und Gangster aller Art zu verfolgen: Fingerabdrücke. Sie geben Aufschluss über die Identität eines Menschen, lassen Spuren zurück und sind ganz einfach einzigartig. Jeder Mensch hat zwar Finger,  die auf den ersten Blick relativ gleich geformt sind, doch jeder Mensch besitzt einen anderen Abdruck, ein anderes Muster. Ein Wunder der Natur.

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‚Man nehme einen Fingerabdruck und mache etwas draus’ ist die Devise der Illustratorin Marion Deuchars, die Fingerabdrücke regelrecht zum Leben erweckt. Sie presst ihren Finger und teilweise die ganze Hand in die Stempelfarbe und verwandelt jene „Schmiererei“, die früher die Alarmglocken einer jeden Mutter haben schellen und zum Hände waschen rufen lassen, in Bären, Katzen oder Schweinchen. Wunderbar einfach, geeignet für jedermann, ob jung oder alt, kunstbegabt oder weniger interessiert – plötzlich wird ein Abdruck einfach durch zwei Beine und ein Gesicht lebendig.

 

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Genauso kann man auch das Anliegen von Deuchars beschreiben, was sie mit ihrer Stempelkunst und dem dazugehörigen Buch, hierzulande erscheint es übrigens bei Knesebeck am 15. März, erreichen will: Kunst für jeden erreichbar zu machen. Kunst sollte für die britische Illustratorin besonders vor dem Hintergrund, dass das britische Bildungsministerium derzeit beabsichtigt, Kunst in der Bildung zurückzunehmen, ein integrativer Part für alle Bildungslevel sein. Kunst mache, so Deuchars, das Leben einfach viel schöner.

 

© Marion Deuchars

Sie selbst hat Kunst studiert, auch wenn sie von Lehrern und Erwachsenen immer wieder zu hören bekam, sie solle lieber etwas „Richtiges“ lernen und ihre Kunst als Hobby beibehalten.

Das war allerdings für die heute erfolgreiche Illustratorin, die für verschiedene Verlage Bucheinbände & Co, wie Jamie Olivers Kochbücher oder die Penguin Classics oder für Zeitschriften diverse Artikel illustriert, keine Option.

 

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Angesteckt mit der Liebe zur Kunst wurde sie von ihrem Kunstlehrer, der jedes Jahr Salvador Dali besuchte und eine ähnlich exzentrische Kunsteinstellung hatte. Ihre Eltern unterstützten sie ebenso, so dass sie nach ihrem Kunststudium ihren Traum verwirklichte. Sie lebt mit ihrer Familie heute in London, wo auch ihr Studio sich befindet. Und ihre Handschrift ist geprägt von großen Lettern und ihrer eigenen Schreibschrift, ein absoluter Wiedererkennungseffekt.

 

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Aufgewachsen ist die Künstlerin in Schottland, was sicher auch ihr künstlerisches Schaffen beeinflusst. Grangemouth, ihre Heimatstadt, ist eine Industriestadt, die für die Erdölproduktion bekannt ist. Die Schönheit dieser Stadt beispielsweise, so Deuchars in einem Interview mit Digital Arts Online, liege in ihrer Hässlichkeit. Schottland an sich ist dem ähnlich, oft grau, dunkel und nebelig. Aber sobald die Sonne hervorkommt, ist das Land voller Farben – so wie die schottische Kunst und die Deuchars’.

Marion Deuchars widmet sich seit einiger Zeit immer mehr der eigenen Kunst, die sie auch in den verschiedensten Büchern veröffentlicht. Let’s make“  hat sich mittlerweile zur Buchreihe gemausert, die leicht verständlich für Kinder und Erwachsene gleichermaßen sein soll, ohne aber die typische „Dada-Dudu“-Sprache zu verwenden. Ihr Fingerabdruckbuch ist beispielsweise das Follow-Up des Let`s create some great art, gewidmet noch jüngeren Kindern, die Spaß am Malen mit den Fingern haben sollen. Und das Besondere dabei ist ganz einfach, dass selbst Erwachsene sich dem nicht entziehen können – Kunst wird für alle zugänglich, Deuchars’ Konzept geht auf. Das nächste Buch ist bereits in Planung, es wird Pappskulpturen für alle geben!

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