London Museum of Transport via ikono.org

© London Museum of Transport via ikono.org

Mind the Gap, please!: Vintage-Poster-Schätze der Londoner U-Bahn

Was wäre London ohne seine Herzstück? Ohne die Tube, die Londoner U-Bahn, würde sicherlich die Stadt gar nicht funktionieren. Täglich strömen dort Tausende Menschen hinein und hinaus, die auf dem Weg vom einen zum anderen Ende der Metropole sind. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist die Londoner Underground nun nicht mehr aus der Riesenstadt wegzudenken. Gestern vor 150 Jahren rollte der erste Zug aus einer der ersten Stationen.

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Gestartet ist die Londoner U-Bahn 1863 mit einer Linie, in den Folgejahren waren es ganze sechs. Überschaubar. Diese wurden dann unter Frank Pick als Underground Electric Railways of London (UERL) zusammengelegt. In Picks Hand lag es dann, die Londoner U-Bahn zu einem modernen und bis heute riesigem Beförderungssystem auszubauen.  Dazu gehörte es auch, das Vertrauen der Passagiere zu schüren – ein einheitliches Design mit Wiedererkennungswert musste her. Dafür hatte Pick wohl ein goldenes Händchen. Die Weichen waren vorher schon gestellt worden, als weiß glänzende Fließen installiert wurden, bunte Fliesen (adaptiert von der New Yorker U-Bahn) hinzukamen, Schiebetüren, Festhaltegurte in den Zügen und Gebäuden angebracht wurden und sogar ein Hauch des Art Nouveau sich verbreitete, da die Architektur der einzelnen Stationen mit die einzigen Zeugen der Art Deco – Zeit auf der Insel symbolisieren. Jugendstilelemente und –bauweise sind schier einzigartig in der Londoner Underground zu finden. Zwischen 1906 und 1907 wurden allein 40 Stationen im gleichen Design gebaut –  meist mit grünen Fließen bis zur Schulterhöhe in der Fahrkartenhalle, cremeweiße darüber. Wunderbare Voraussetzungen also, einen einmaligen Verkehrsbetrieb zu etablieren.

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Ab 1912 Direktor der UERL, beauftragte Pick ein Jahr später den Grafiker Edward Johnston mit dem Design der Tube-Schrift, heute bekannt als  Underground Sans. Das ‚O’ ist ein perfekter Kreis, das große `M` ein Quadrat mit 2 Diagonalen, die sich exakt in der Mitte treffen – und all dies unter dem Copyright der Underground Gruppe. Auch die Tube Map, der U-Bahn-Plan, wurde 1931 ebenfalls in genialer Manie ins Leben gerufen. Harry Beck designte ihn jenseits von aller geographischen Ordnung als simples Diagramm. Wie alle Genies wurde er dafür fast verkannt – sein Plan wurde erst zwei Jahre später veröffentlicht, und er wurde lausig bezahlt – der Plan aber war Gold wert.

 

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Die Londoner mißtrauten lange den unterirdischen Zügen. Um das Vertrauen zu stärken, beauftragte Pick Künstler wie Man Ray, László Moholy-Nagy und Paul Nash, die seither für die Tube entwarfen. Die Tube etablierte sich auf diese Weise auch als Kunstförderer, was die neue Ausstellung ab Februar 2013 veranschaulichen wird. Poster Art 150 – London Underground’s Greatest Designs im London Transport Museum zeigt die 150 besten Motive, einige hat DailyArtDesign schon einmal vorab betrachtet.

 

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Wahre Vintageschätze, die heute von Christie’s zwischen 800 und 15.000 Britischen Pfund versteigert werden, sind in der Ausstellung zu sehen. Sechs Themen beziehen sie ein:

  • Finding your Way mit Plänen aller Art
  • Brightest London mit Veranstaltungen und Sport Events
  • Capital Culture mit Museen & Co
  • Away from it all mit Freizeitaktivitäten rund um London
  • Keeps London Going  mit der U-Bahn, die London so mobil hält

sowie

  • Love Your City mit den besten Plätzen der Metropole

 

Und alle Poster haben eine Gemeinsamkeit: Sie hingen schon im Herzstück der Metropole und sind einfach in jeglichem Sinne wahre Originale.

 

Bleibt uns nur eins zusagen –

Enjoy
&
Happy 150th Birthday, dear Tube!

 

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Poster Art 150 – London Underground’s Greatest Designs
Februar bis Oktober 2013
London Museum of Transport
Covent Garden

 

 

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