Lindsay Brown via posterlounge.de

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Street Art in Little Italy – Bilder mit Kommunikationsfaktor

Nichts ist so beliebt, diskutiert, kritisiert und in aller Munde wie Street Art. Dabei muss es nicht einmal um die „Großen“ der Szene gehen, die – auch im wörtlichen Sinne- kleineren Aktionen machen genauso die Runde dabei. Sogar Liebesgeschichten entspinnen sich aus der Straßenkunst heraus – wahrscheinlich ist nichts so Emotionen fördernd wie die Kunst auf der Straße. Sofort ist der persönliche Bezug da, steht man als Passant gleich neben dem Künstler und kann seiner Installation zuschauen. Man kommt ganz leicht ins Gespräch, das allgemeine Interesse ist geweckt. Und ehe man sich versieht, steht der soziale Faktor der Kunst ganz oben.

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Eine anderes Szenario ergibt sich, ganz einfach, ist man allein oder mit Begleitung auf den Straßen der eigenen oder auch einer fremden Stadt unterwegs.

Überall kann man Street Art entdecken, manchmal auch in den abgelegensten Winkeln.  Und des öfteren heute auch vor Kneipen, Gallerien oder Geschäften. Viele der Szenehäuser nutzen dies auch für sich, Street Art ist ein echter Kommunikationsfaktor – Street Art ist Gesprächsstoff pur.

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Im Stadtviertel Little Italy in New York  gehört genau das zur Sozialkultur dazu. Beim Essen über Kunst zu fachsimpeln, inspiriert von der Kunst der Straße um einen herum – vielleicht ist das Geheimnis des Charmes der  Straßenzüge dort. Überall prangen aufwendig gesprayte Graffitis von Wänden, Jalousien, Türen oder Gehwegen. Niemand aber stört sich daran, jeder scheint zu wissen, dass es das ist, was einen Stadtteil ausmacht: Das Besondere. Und in der Tat prangen wahre Street Art Kunstwerke um die Freisitze der kleinen Restaurants herum. Audrey Hepburn als Patchwork-Graffiti? Hatten wir bisher auch noch nicht gesehen.

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Farbenfroh, provokativ bis schwarz-weiß – letztlich ist das gesamte Stadtviertel ein Kunstwerk. Und das pulsierende Leben geschieht mittendrin, wird Teil der Kunst und der Kommunikation. Das Anliegen des Stadtteils oder viel besser gesagt des Little Italy Street Art– Projekts ist es nämlich, den einzigen Kunstwerk-Bezirk Manhattans zu erschaffen. Die Gründer, wie der Präsident der Little Italy Händlerbereinigung Ralph Tramontana und Wayne Rada beabsichtigen damit, New Yorker, Kunstanhänger und auch Touristen anzuziehen. Dabei steht ganz klar im Mittelpunkt, die Kunst anzusehen und auch zu fotografieren und dies dann in Umlauf zu bringen.

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Schon allein des Namens wegen ist Little Italy etwas Besonderes. Im 19. Jahrhundert lebten um die bekannte Mulberry Street 40.000 Süditaliener, weswegen sich das Viertel zu Klein-Italien mauserte.  Vor allem wegen des preiswerten und guten italienischen Essens ist es bei New Yorkern besonders geschätzt, aber die Tatsache, dass Martin Scorsese und Robert De Niro dort aufgewachsen sind, tut sicher ihr Übriges. Durch das Kunst-Projekt wird es immer mehr zum place-to-be, auch bei Touristen. Kunst als Magnet, sozusagen.

Wie alles, was der Big Apple hervorbringt, schwappt die Street Art Welle auch immer mehr nach Europa über. Selbst in Deutschland wächst das Ansehen von Street Art wider des Glaubens, dies seien nur Schmierereien an Wänden. Stattdessen versucht die deutsche Straßenkunstszene die Menschen zum einen wachzurütteln, politisch aktiv zu sein. Zum anderen  funktioniert Street Art ähnlich wie in New York als Kommunikationsmagnet, besonders wenn sie gut gemacht ist. Und schon Blek Le Rat zeigte sogar im eher (im Vergleich mit New York) provinziellem Leipzig, was man mit der Kunst auf der Straße hervorbringen kann: Kommunikation.

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Einraum Greetsiel, Maria Di Martino gefällt dieser Artikel

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