Steve Loya via Flickr.com

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The Sketchbook Project – Eine ständig wachsende Sammlung der Inspiration

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Schaut euch einmal um – auf eurem Schreibtisch, in eurem Notizbuch oder in der Handtasche. Ich wette, irgendwo liegt eine kleine Kritzelei, eine kleine Skizze, ein Bildchen das ihr vielleicht beim Telefonieren aufgemalt habt. Jeder hat eine kreative Ader und möchte sie ausleben. Ob beim Kochen, Schnitzen, Musizieren oder eben ganz traditionell mit Stift und Papier. Genau aus dieser Idee heraus entwickelte sich „The Sketchbook Project“. Die Sammlung kleiner Skizzenbücher von den verschiedensten Menschen aus aller Welt wächst und wächst. Doch was genau ist „The Sketchbook Project“ und wie funktioniert das Ganze?

 

 

The Sketchbook Project

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Es war im Jahr 2006 als die Herren Steven Peterman und Shane Zucker ihre Köpfe zusammen steckten und das kleine unabhängige Art House-Unternehmen gründeten. Vor ihren Augen lag ein großes Ziel: weltweit gemeinschaftliche Kunstprojekte auf die Beine stellen. Die Interessen der beiden, moderne Technologie und handgefertigte Kunst, verbanden Steven und Shane in „The Sketchbook Project“. Heute ist es das wichtigste Projekt des in New York ansässigen Unternehmens. Im Prinzip stellt The Sketchbook Project eine eigenständige, dauernd wachsende Bücherei dar. In einer Sammlung in der Brooklyn Art Library wurden mittlerweile über 18 000 Skizzenbücher von Künstlern aus mehr als 130 Ländern aufgenommen. Mit Hilfe des Sketchbook Project, konnte Art House ein starkes Netzwerk von Künstlern und eine Community mit über 60 000 Mitgliedern aus der ganzen Welt aufbauen. Die eingereichten Skizzenbücher werden einerseits in den Katalog des Brooklyn Art Museum aufgenommen und können gegen ein Entgelt auch professionell digitalisiert werden. Seit neustem besteht außerdem die Möglichkeit, die inspirierenden Skizzenbücher auf einer eigenen Tour zusehen. Mit einem Lastwagen voller Bücher, fährt das Sketchbook Project–Team durch Amerika. Auch in London und Melbourne ist eine „mobile Bücherei“ stationiert. Mit Hilfe eines Büchereiausweises können die Skizzenbücher sogar ausgeliehen werden.

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Der Inspiration freien Lauf lassen

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Einige Teilnehmer arbeiten in einer Gruppe zusammen an einem Buch, beispielsweise in der Familie, andere führen ihr eigenes Skizzenbuch. Ob liebende Mutter, wichtiger Geschäftsmann oder Urgroßvater– das Sketchbook Project spricht alle kreativen Menschen an.  Die Alterspanne reicht von 2 bis 90 Jahren. Um teilzunehmen, bestellt sich der Künstler ein Buch über die Website des Projektes. Jedes Skizzenbuchträgt auf der Rückseite einen eigenen Barcode. Online kann man sich mittels dieses Codes eine Tour auswählen, an der das fertige Skizzenbuch einmal teilnehmen soll. Dabei wählt man auch gleichzeitig ein Thema für sein Büchlein aus und erfährt bis wann es wieder zu Art House in New York zurück gesendet werden soll. Zur Zeit besteht die Möglichkeit sich für Büchertouren mit dem Thema „Umhänge, Masken und Strumpfhosen“, „How-To“ oder „1703 Meilen und wieder zurück“ zu registrieren. Vergangene Themen waren zum Beispiel „Kaffee und Zigaretten“, „In 5 Minuten“ oder auch „Schiefgelaufenes Wissenschaftsprojekt“. Wie genau die Künstler die Themen in ihren Skizzenbüchern umsetzen oder welche Mittel und Techniken sie nutzen ist dabei völlig freigestellt. Einzige Bedingung ist, dass der Barcode unverändert bleibt und das kleine Skizzenbuch das vorgegebene Maß einhält.

 

Papier und Stift statt Illustrator: ein Netzwerk der Kreativität

Als Besucher der Sketchbook Project- Ausstellungen und Bibliotheken eröffnet sich ein ungemessener Pool von Inspirationen und Kreativität. Der Leser bekommt teilweise sehr persönliche Einblicke. „Das Projekt animiert jeden, ein Künstler zu werden“ (Washington Post). Oftmals haben die Bücher den Charakter von Tagebüchern. Und wer würde nicht einmal gern in das Tagebuch eines andere schauen?  Was jedoch bringt es den Künstlern? Schließlich gibt es Dank dem Internet zahlreiche Möglichkeiten seine Kunstwerke selbst der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dennoch, auch wenn kreativ sein Spaß macht – vielen fällt es schwer am Ball zu bleiben. Ähnlich wie ein Läufer durch die Anmeldung bei einem Marathon auf ein Ziel hin trainiert, so arbeitet der Künstler durch den vorgegeben Zeitraum intensiv und bewusst auf einen Punkt hin. Wobei „arbeiten“ wohl die falsche Formulierung ist. Denn Gründern von Art House ist vor allem wichtig, dass die Menschen Spaß anstatt Stress beim Zeichnen haben. Auch die Vorstellung, dass das eigene Buch  auf Reisen geht und von einem völlig Fremden in der Hand gehalten wird, ist für viele reizvoll. Jedes Mal, wenn das Skizzenbuch ausgeliehen wird, bekommt der Künstler außerdem eine kurze Benachrichtigung.

Lynn Radford, Teilnehmerin des Projekts,  schildert ihre Erfahrungen wie folgt:

„The Sketchbook Project 2011 war für mich eine Möglichkeit Teil etwas Großartigem zu werden… Als ich mich anmeldete, wollte ich mich kreativ ausweiten. Ich hatte keine Ahnung, dass mehr als 28 000 Künstler teilnehmen würden, aber ich finde es fantastisch! Es zeigt, das Kunst in den Herzen der Menschen auf der ganzen Welt lebendig ist, ungeachtet von Umständen die uns anders denken lassen. Die Menschen wollen sich ausdrücken, sie wollen das ihre kreativen Stimmen gehört werden.“

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Alexandra Rosendahl gefällt dieser Artikel

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