Mordillo

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Tierisch verrückt, tierisch gut – Guillermo Mordillos Alltagskunst

Seine Kunst macht das Komplizierte einfach und das Einfache kompliziert. Bekannt sind seine Illustrationen, die nicht nur Papier sondern Tassen, Puzzles & Co schmücken und auch als Plüschkreationen zu haben sind, weltweit: Guillermo Mordillos Markenzeichen dabei sind die großen Nasen seiner Tiere. Und ganz wunderbar ist die Anekdote dazu – in Disneys „Schneewittchen“ sah Mordillo als sechsjähriger Junge, wie sich die gewaltigen Nasen der Zwerge über die Kante des Bettes schoben, wo das wunderhübsche, für sie riesige Mädchen friedlich schlief. Diese Erwartung, Neugier und Verwunderung war für den Künstler wegweisend. Er beschloss exakt zu diesem Zeitpunkt, Künstler zu werden, brach mit 14 die Schule ab, um nur ein Jahr später mit seinen Bildergeschichten das erste Geld zu verdienen.

 

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Mordillo legte eine rasante Karriere vor – mit nur 18 Jahren veröffentlichte er sein erstes Kinderbuch, er arbeitete als Art Director in einer Werbeagentur in Lima und bei Paramount Pictures in New York. Doch aller Ruhm macht ihn nicht glücklich- etwas Eigenes zu schaffen, schon. Deshalb war der nächste Halt für ihn Europa, nicht weniger rasant. In Paris heuert er binnen zwei Tage bei einem Verlag an, verliebt sich, heiratet und wird Vater von zwei Kindern. Erst 17 Jahre danach verlässt er die Stadt der Liebe wieder und lebt mittlerweile in Monaco.

 

 

 

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Seine Tiere und Männchen wurden ab den 60igern von Magazinen gedruckt, erste Bücher erscheinen in den USA und in Deutschland in den 70igern. Heute ist Mordillos Kunst Alltagskunst, seine Geschichten Kurzfilme. Sogar ein Kinofilm ist in Planung – nur der Künstler selbst stellt sich quer, sollen seine Figuren doch eine Stimme bekommen, was er überflüssig findet. Reduktion war und ist sein Stil-Merkmal. Wasserfarben, Tinte, Pastell und Acryl seine Werkzeuge. Und obwohl die gigantischen Nasen der Figuren Markenzeichen Mordillos Kunst sind, sind deren Augen ihre Seele, die ihr Erstaunen, Neugier und Verwunderung  zum Ausdruck bringen. Genau die Gefühle der sieben Zwerge mit den großen Nasen aus dem Märchenfilm von damals.

 

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Guillermo Mordillo wird am 4.August 80 und eröffnet noch diese Woche eine neue Ausstellung seiner Kreationen in München. Das Interessante: Die Originale liegen bei einer Bank im Tresor, sie will Mordillo für Kinder und Enkel aufheben. Und allein von den Lizenzen lebt er mit seiner Familie gut. Doch extra für München wird diesmal der Tresor geöffnet und Exponate anlässlich seines Ehrentages bei „4×20 Jahre jung“ der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dann Happy Birthday, Mr. Mordillo, auch von DailyArtDesign!

 

 

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