Benoit Jammes

© Benoit Jammes

Tonangebende Kunst: Benoit Jammes’ Tape Art

Auch bei mir zuhause steht noch eine Kiste voller Erinnerungen – eine Schuhbox voller Mixtapes. Selbst aufgenommen oder im Teenie – Alter als Geschenk von meinem Schwarm bekommen, spiegeln die Tapes das Lebensgefühl m/einer Generaton wider und das bis heute. Wir sind Generation Tape. ‚Man’ bekam keine Blumen und verschenkte auch selbst nichts anderes, um gewisse Gefühle zum Ausdruck zu bringen – die kleine Plastikhülle gefüllt mit den Lieblingsliedern des/r anderen sprach Bände. Beim Anhören dieser Mix-Auswahl glaubte man dann, den anderen sprechen zu hören. Und ja, in der Tat spricht die Musik, die die bessere Hälfte hört, meist tief aus dessen Seele.

© Bewitching Grace via flickr.com

So lief die Kassette rauf und runter, wurde immer wieder umgedreht und ein Nervenzusammenbruch jagte den nächsten, hatte man plötzlich Bandsalat in den Händen. Das Tape an sich mag billig und eben sehr erschwinglich gewesen sein, die Musik darauf bedeutete aber ein Leben.

Umso schwerer war dann die Selbstgeißelung, wenn das junge Glück zerbrach und als Reste ein Gefühlsscherbenhaufen und das kleine Plastikding im Kassettenrekorder zurückblieben.

All jene Erinnerungen und das Kult-Gefühl, das der Walkman und der erste eigene Kassettenrekorder auslösten, auf den man vielleicht noch eisern selbst gespart hatte, kommen schlagartig zurück, kramt man zwischen seinen Mixtapes herum oder aber stöbert in Benoit James’ Tape Gallery of Modern Art.

© Benoit Jammes

 

Der 32-jährige Graphikdesigner hat genau wie seine Generation eine nostalgische Beziehung zu Kassetten, die er vor dem Müll rettet. Fast überall geben heute CDs und MP 3-s den Ton an, Kassetten sind in der Versenkung verschwunden. Jammes kramt aber das Wunder, das seit 1963 durch Philips die Welt bereichert(e), wieder hervor und kreiert eine eigene Kunst, eine Art Collage aus ihnen. Seine Music Cassettes (genau daher stammt übrigens auch die gängige Abkürzung MC) werden plötzlich Luxus-Täschchen, Kriegshelden oder traurige Liebesengel.

 

© Benoit Jammes

 

Auch Homer Simpson darf dabei nicht fehlen, genauso wenig wie die harten Rocker, die hinter schwedischen Gardinen, und dies ganz ohne Ikea, landeten. Die gute „alte“ Bibi Blocksberg wird dem Trend Colourblocking zugeteilt – und fertig ist Jammes’ Tape-Kunst.

 

© Benoit Jammes

 

I am pretty sure they are more happy than in a shoebox. I think people from my generation relate to this work. Many enjoy the funny side of it, the references. They are happy to see that these old cassette tapes managed to start a new life! Some are movie references, other simply fun. My aim was that to spark an immediate reaction. I consider my work as “fun art”, and I hope people are having a good time discovering it. I have many ongoing projects: wood artworks, drawing…. I like to do very different creative things!

Benoit Jammes

 

© via soundcloud.com

Wer zum Stöbern noch die richtige Musik und eine andere Art der Kassettenkunst entdecken will, schaut einfach den Videoclip von Bruno Mars an –

Bandsalat kann wirklich etwas Kreatives bewirken…

 

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