Alexandra Knickel

© Alexandra Knickel

DailyArtDesign INTERVIEW mit Alexandra Knickel – Illustratorin

 

DAD: Hallo, erzählst du uns ein wenig über dich und deinen Werdegang?

AK: Mal sehen.. ich bin freiberufliche Illustratorin in den Bereichen Fantasy, Gameart und Kinderbuch und lebe momentan mit 2 Katzen und meinem Partner im Frankenland, genauer genommen im schönen Nürnberg.
Seit einiger Zeit habe ich mein „künstlerisches Betätigungsfeld“ auch noch etwas erweitert und modelliere Miniaturen, hauptsächlich sog. „Food Miniaturen“ oder andere kleine Objekte/Kreaturen wie z.b. meine „Feen in der Flasche“

Ich bin Autodidakt, das heißt im Prinzip gab es keinen klaren Werdegang, sondern der Weg hat sich über die Zeit mehr oder weniger vor mir „ausgerollt“ Und ich bin ihm – auch wenn es zugegebenermaßen ein recht steiniger Weg ist, bis heute hartnäckig gefolgt.

© Alexandra Knickel

 

DAD: Wann hast du deine Karriere als Illustrator gestartet?

AK: Wie wahrscheinlich viele andere Künstler bzw. Illustratoren bestand die Affinität zum Malen und Zeichnen schon von Kindestagen an. Da mussten schon auch mal die obligatorischen weißen Tapeten herhalten. Allerdings hat sich das dann leider irgendwie im Zuge des „Erwachsenwerdens“ verlaufen und ist sehr stark in den Hintergrund gerückt.

Wirklich intensiv habe ich mich mit der Malerei, insbesondere dem „Digital Painting“ erst wieder ab 2001 beschäftigt. Ab da allerdings mit viel Herzblut. Vollzeit-Freiberufler bin ich seit ca. 2 Jahren.

 

DAD: Hast du einen Lieblingskünstler und wer oder was inspiriert dich bei der Arbeit?

AK: Während der Arbeit höre ich am liebsten Instrumental Musik oder keltisch inspirierte Musik wie von der Künstlerin Loreena McKennitt. Jeweils passend gewählt zur Illustration kann das nochmal den gewissen Motivationsschub oder die eine oder andere extra Idee aufflammen lassen.

Einen Lieblingskünstler herauszupicken ist schwierig..
Da sind natürlich John Howe und Alan Lee, deren Tolkien Illustrationen seit jeher den Fantasyfreund begeistern. Auch Brian Froud ist immer wieder eine Inspiration.
„Neuzeitlich“ gesehen bin ich ein großer Fan von Künstlern wie Matt Dixon, Daarken, Linda Berkvist, Justin Sweet.. um nur Einige zu nennen. Du siehst die Liste könnte ellenlang werden.

 

© Alexandra Knickel

DAD: Woher bekommst du die Ideen für deine Motive?

AK: Inspiration findet sich fast überall, dass kann theoretisch schon auch mal beim Duschen oder Mitten in der Nacht sein. Natürlich aber immer wieder bei einem guten Roman, beim Computerspielen oder aber auch einfach nur beim Musikhören.
Wobei ich gestehen muss.. ich habe eine ausgeprägte Vorliebe für Portraits, darin kann ich mich stundenlang verlieren.

Oftmals ist es aber so, dass viele Kunden schon mit sehr deutlichen Vorstellungen an mich herantreten, so dass nicht ganz soviel Spielraum bei der eigenen Kreativität ist.

 

DAD: Welche Materialien / Medien / Software benutzt du für deine Kreationen?

AK: Ich arbeite gerne mit Aquarell, ab und zu auch mal mit Ölfarben aber hauptsächlich male ich digital. Das unterscheidet sich gar nicht mal so sehr von der traditionellen Malerei, denn auch hier zeichne ich mit einem Stift auf einem Grafiktablett bzw. in meinem Fall auf einem „Cintiq 21UX“. Das ist ein Monitor auf dem man direkt zeichnen und malen kann.
Als Programme nutze ich hauptsächlich Photoshop CS5 sowie zur Unterstützung Painter 12.
Der Zeichen-und Malprozess bleibt ansonsten der Gleiche wie bei der traditionellen Malerei. Erst entsteht die Skizze, dann erste Farbversionen und so nach und nach entwickelt sich dann das fertige Bild.

 

© Alexandra Knickel

 

DAD: Wie würdest du deinen Stil beschreiben, womit wecken deine Werke Interesse bei seinen Betrachtern?

AK: *schmunzelt* Da müsstest du meine Kunden fragen.

Was den eigenen „Stil“ angeht.., es ist relativ schwer diese Frage zu beantworten.
Als Künstler ist man fast ständig auf der Suche nach diesem „Stil“ und oftmals sieht man dann den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Während man selbst immer noch überlegt, erkennen andere die Arbeiten schon sinnbildlich gesprochen auf „10 Meter im Nebel“.

Ich würde sagen, mein Stil ist am ehesten mit „flexibel“ zu deklarieren, denn ich möchte mich einfach nicht auf einen Stil oder ein Genre festlegen bzw. limitieren müssen.
Es kann gut sein, dass ich mich an dem einen Tag nur mit einem Portrait beschäftige und mit viel Liebe zum Detail z.b. den Ausdruck in den Augen herausarbeite, am anderen Tag aber lieber etwas Knuddelig-niedliches zeichne und am Abend steht mir der Sinn vielleicht nach einem gemeinen Monster das zu Papier gebracht wird.
Dafür erstelle ich dann am Tag drauf wiederum Gebrauchsgrafiken. Das ist durchaus auch das Schöne an diesem Beruf, man tritt nicht ständig auf der Stelle.

 

© Alexandra Knickel

DAD: Was war bisher dein Lieblingsprojekt und warum gerade dieses?

AK: Oje.. an sich ist fast jedes Projekt für die Zeit an dem ich daran arbeite mein Lieblingsprojekt, denn im Allgemeinen treffe ich natürlich auch eine kleine Vorauswahl ob der Auftrag mir liegt oder eher weniger.

Aber ich denke, besonders gern arbeite ich mit einem kleinen Verlag zusammen der mit viel Herzblut und Engagement Jugendromane und Kinderbücher verlegt.
Über die Jahre ist da eine solch gute Basis entstanden, dass es immer wieder eine Freude ist. Falls an dieser Stelle Werbung erlaubt ist, nenne ich doch einfach mal ganz frech den Link dazu: www.samhain-und-beltane.de

Abgesehen davon werkle ich aber auch immer wieder an freien Illustrationen die hauptsächlich meiner persönlichen Entspannung dienen.

 

DAD: Woran arbeitest du gerade / womit wirst du uns in Zukunft an künstlerischen Projekten erfreuen?

AK: Momentan arbeite ich an einem größeren Auftrag. Ein paar Dutzend Fantasy Portrait-Illustrationen für ein sogenanntes Browserspiel.

Danach? Wer weiß.. ich möchte mich gerne intensiver um meine Miniaturen und den dazugehörigen Shop kümmern, an meinen eigenen Illustrationen (u.a. einem eigenen Gameprojekt) weiterarbeiten und natürlich dazwischen für mögliche Kundenaufträge zur Verfügung stehen.

 

DAD: Was hält dich bei der Arbeit mit Papier und Stiften wach?

AK: *lacht* Kaffee. Literweise. Gibt’s was anderes?

 

DAD: Hast du als erfahrener Illustrator ein paar Tipps für Anfänger und Neulinge in deinem Bereich der Kunst?

AK: Hmm mal sehen… Niemals entmutigen lassen. Ich glaube das ist mit das Wichtigste. Insbesondere der autodidaktische Weg ist, wie ich schon schon schrieb, manchmal recht steinig. Abgesehen davon, auch wenn es abgedroschen klingt, regelmäßig malen und zeichnen. Und wenn es am Tag nur 10 Minuten sind. Heutzutage gibt es ja unglaublich viele Möglichkeiten an Lehrinformationen zu kommen. Tutorials, Walkthroughs, Youtube Videos.. da kann man fast schon davon erschlagen werden. In dem Hinblick möchte ich durchaus auch das einzige deutsche Forum für die „Digitale Malerei“ empfehlen, das digitalartforum.de. Zu guter Letzt, nicht vor lauter Ehrgeiz und Techniken erlernen das Wesentlichste vergessen, nämlich die Freude und den Spaß an der Malerei!

 

DAD: Herzlichen Dank für das Kurz-Interview! Für deine Künstlerkarriere wünschen wir weiterhin viel Erfolg!

AK: Ich habe zu danken! War mir ein Vergnügen!

 

 Mehr Informationen:

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *