Celly van Laatzen

© Celly van Laatzen

DailyArtDesign INTERVIEW mit Celly van Laatzen – Fotograf

 

© Celly van Laatzen via Posterlounge.de

DAD: Hallo, erzählst du uns ein wenig über dich und deinen Werdegang?

CL: Die Fotografie entstand aus der Leidenschaft und dem Verlangen, Motive einzufangen die man im täglichen Leben sieht, andererseits aber auch Geschichten durch Fotos zu erzählen, gern absurd, gern übertrieben, als ein verzerrender Spiegel der Gesellschaft quasi. Über die Zeit entwickelte sich ein eigener Stil, der zur Visitenkarte wurde. Es folgten Veröffentlichungen und Ausstellungen, wie z.B. ab dem 14.03.2013 auf der Reeperbahn in Hamburg.
Trotz allem bleibt die Fotografie aber eine Leidenschaft. Ich habe kein eigenes Studio und möchte es auch nicht – ich möchte dort fotografieren wo das Leben stattfindet. Ob nun in einer belebten Fußgängerzone, einer Rennstrecke oder einfach im Wohnzimmer einer Person.

 

 

DAD: Wann hast du deine Karriere als Fotograf gestartet?

© Celly van Laatzen via Posterlounge.de

CL: Ich habe nicht mit 3 meine erste Spielzeugkamera bekommen, Fotografie ist auch nicht mein Hobby seit ich 12 bin. Um ehrlich zu sein, habe ich mich bis vor einigen Jahren nicht einmal mit ausführender Fotografie beschäftigt. Das Interesse an Kunst war allerdings schon lange da, egal ob grafisch, musikalisch, oder Ähnliches. Farben und Formen hatten schon immer einen sehr hohen Reiz. Mit der Fotografie begann ich dann vor ca. 4 Jahren mit dem Kauf meiner ersten Spiegelreflexkamera.

 

DAD: Hast du einen Lieblingskünstler und wer oder was inspiriert dich bei der Arbeit?

CL: Im Laufe der Zeit lernt man viele Künstler und Inspirationen kennen. Große Künstler wie David LaChapelle oder Gregory Crewdson haben einen hohen Einfluss auf mich. Es sind aber vor allem lokale Künstler die inspirieren, ganz vorne mit dabei Format C. Photography aus Düsseldorf und Oliveira aus Krefeld. Man muss nicht groß sein um gut zu sein.

 

 

© Celly van Laatzen

DAD: Woher bekommst du die Ideen für deine Motive?

CL: Je nach Aufnahmebereichen sehr unterschiedlich. Bei Street-Photography oder bei Autofotografie konzentriere ich mich auf das was ich sehe. Das halte ich für einen extrem wichtigen Prozess, vor allem in der heutigen, digitalen Welt in der man keinen Gedanken mehr über das Bild oder das Motiv verschwendet. Es wird geknipst und später aussortiert. Konzentriert man sich aber bewusst nur auf das was man sieht, kommen die Motive fast von selbst. Es ähnelt dem Umhergehen mit Scheuklappen und Ohrenschützern – alles andere wird ausgeblendet. Bei der inszenierten Fotografie allerdings sammle ich tatsächlich Ideen. Diese „überfallen“ mich in unterschiedlichsten Situationen. Ob beim Kaffee kochen, Aufräumen oder Lesen. Viel geschieht aber auch spontan, da ich die Locations vorher oft nicht kenne.

 

 

DAD: Welche Materialien und Software benutzt du für deine Kreationen?

CL: Ich habe meine Spiegelreflexkamera, die für diese Art der Fotografie sicher unabdingbar ist, dennoch lege ich keinen Wert auf teures Equipment. Selbst mit einer Einsteigerkamera kann man ausstellungswürdige Bilder erstellen. Außerdem habe ich eine alte Analoge Porst Spiegelreflexkamera aus den 70ern die immer öfter zum Einsatz kommt. Als Software dient Photoshop, jedoch oute ich mich gern als Photoshop-Muffel! Falten und Narben zeugen von Leben, daher halte ich mich mit Beauty-Retusche sehr bedeckt.

© Celly van Laatzen

 

DAD: Wie würdest du deinen Stil beschreiben, womit wecken deine Werke Interesse bei ihren Betrachtern?

CL: „Pastelliger Retro-Trash“ war bislang die passendste Beschreibung meiner Fotografie. Sicher kommt es darauf an um welche Motive es sich handelt. Oldtimer in Aktion zu fotografieren ist eine Leidenschaft die sehr saisonal begrenzt ist, dort stehen Linien oder ganz einfach die Dynamik im Vordergrund. Bei der inszenierten Fotografie von Menschen liegt der Schwerpunkt bei der Absurdität, dem Übertreiben. Gerade damit trifft man in der heutigen Zeit einen Nerv. Alles muss heute härter, krasser, mehr. Die Augen sind größer als der Magen… Ich führe diese Einstellung lediglich auf eine neue Ebene.

 

© Celly van Laatzen

DAD: Was war bisher dein Lieblingsprojekt und warum gerade dieses?

CL: Ich wurde beauftragt eine Dauerausstellung auf Spiekeroog zu fotografieren, das war – oder ist – schon ein Abenteuer. Es handelt sich um alte maritime Fotografien die durch den Ankerherz-Verlag auf zusammengenagelte Holzbretter gedruckt wurden und dann an mehreren Stellen der Insel, der Natur und der Witterung überlassen werden. Somit wird nun der Verfall dokumentiert. Nicht nur ist das ein willkommener Kontrast zur sonstigen Arbeit, sondern man lernt dort großartige Menschen kennen.

 

DAD: Woran arbeitest du gerade bzw. womit wirst du uns in Zukunft an künstlerischen Projekten erfreuen?

CL: Geplante Langzeitprojekte sind momentan die Illustration einige meiner Bilder durch VolkerToons-Zeichner Volker Dannemann. Ein anderes Projekt ist eine Art künstlerischer „Home-Invasions“ in denen normale Menschen in ihrem normalen Umfeld zuhause fotografiert werden. Eine Kreuzung zwischen künstlerischer und dokumentarischer Fotografie. Was dieses Projekt so spannend macht sind eigentlich die Menschen dahinter, die Geschichten.

 

© Celly van Laatzen

DAD: Was hält dich bei der Arbeit hinter der Kamera wach?

CL: Eine sehr berechtigte Frage. Die Leidenschaft denke ich. Die Lust etwas zu erschaffen. Ansonsten habe ich wie wahrscheinlich viele andere Künstler auch zwischendurch ein leichtes Burn-out. Ich lenke mich dann wiederum mit anderen Hobbies ab.

 

DAD: Hast du als erfahrener Fotograf ein paar Tipps für Anfänger und Neulinge in deinem Bereich der Kunst?

CL: Lasst euch nicht von teurem Equipment blenden! Solang man das Auge bewusst nutzt reicht auch die kleinste Kamera für atemberaubende Bilder!

 

DAD: Herzlichen Dank für das Kurz-Interview! Für deine Künstlerkarriere wünschen wir weiterhin viel Erfolg!

Mehr Informationen:

Marcel Wallace gefällt dieser Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *