Christian Tölg via Posterlounge.de

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DailyArtDesign INTERVIEW mit Christian Tölg – Illustrator

DAD: Hallo, erzählst du uns ein wenig über dich und deinen Werdegang?

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CT: Bereits als Kind habe ich begonnen zu malen und zeichnen. Bis heute habe ich im Prinzip nicht mehr damit aufgehört. Musik und Kunst sind bis  heute meine Leidenschaft. Irgendwann stand ich vor der Entscheidung was ich davon zum Beruf machen möchte. Die Wahl viel auf die Kunst, bzw. das Illustrieren und Malen auf Auftragsbasis, später Grafikdesign. Diese Entscheidung viel mir in sofern leicht, als dass ich schon als Teenager begonnen hatte Bilder im Auftrag zu malen und zu verkaufen. Es macht mir große Freude Stilrichtungen zu adaptieren oder aufzugreifen und Motive zu erstellen, die ich mir vielleicht nicht selber aufhängen würde. In der Musik bin ich da weniger flexibel.

Zuerst arbeitete ich nur analog, bemalte Wände, Autos, Motorräder und illustrierte für Werbeagenturen. Dann kaufte ich mir meinen ersten Computer mit einem 486er Prozessor und nutze fortan den Rechner.

Ab1998 arbeitete ich als Grafiker und Illustrator in Festanstellung in eine Bonner, später in eine Kölner Agentur. Seit 2003 unterhalte ich ein eigenes Grafikstudio und arbeite nur noch selbständig.

 

DAD: Wann hast du deine Karriere als Illustrator gestartet?

CT: Im Prinzip ging das schleichend bis ich schließlich 1992 begann am 486er Grafik und Illustration zu produzieren. Seit 1995 kann ich davon leben.

 

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DAD: Hast du einen Lieblingskünstler und wer oder was inspiriert dich bei der Arbeit?

CT: In meiner Jugend war es ganz klar Frank Frazetta, der mich begeisterte und in mir den Wunsch auslöste Illustrator zu werden. Über Michelangelo und die Renaissance habe ich dann den Weg zur Kunst gefunden und auch ein Verständnis für „Moderne Kunst“  entwickelt. Heute begeistern mich die alten Meister in ihrer Perfektion ebenso wie die Erneuerer, die ihrer Zeit meilenweit voraus waren. Zum Beispiel Piet Mondrian, der bereits in den1920er Jahren unglaubliches erdacht und geschaffen hat und neben Bewunderung auch viel Spot und Ablehnung ertragen musste. Inspirierend und bewundernswert finde ich auch viele Arbeiten meiner Illustratoren-Kollegen, beispielsweise Maria Zaikinas Landschaft mit Haus ist großartig. Ich bin regelmäßiger Gast der Documenta in Kassel und stöbere online in Blogs und Foren herum.

 

DAD: Woher bekommst du die Ideen für deine Motive?

CT: O je, Inspiration, vor allem durch die Arbeiten anderer Künstler.

 

DAD: Welche Software benutzt du für deine Kreationen?

CT: Ich habe mich auf Vektor-Grafik spezialisiert. Nach dem Untergang von Freehand arbeite ich mit Adobe Illustrator und frage mich heute, warum ich dieses Programm nicht schon früher verwendet habe.

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DAD: Wie würdest du deinen Stil beschreiben, womit wecken deine Werke Interesse bei ihren Betrachtern?

CT: Das müssen die Betrachter beantworten, ich habe meines Erachtens keinen erkennbaren Stil. Ich muss immer wieder was Neues machen.

 

DAD: Was war bisher dein Lieblingsprojekt und warum gerade dieses?

CT: Ein richtiges Lieblingsprojekt gibt es so gesehen nicht. Der schönste Auftrag in der letzten Zeit war die Aktion „Raps goes Rap“ von UFOP, für die ich eine Schüler-Rap -Band im Manga Stil illustriert habe.

 

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DAD: Woran arbeitest du gerad? 

CT: Kunst um der Kunst willen passt zur Zeit leider kaum in meinen Tagesablauf. Als Vater von 3 Kindern muss ich sehen, dass der Rubel rollt. Ich arbeite daher schön meine Aufträge ab. Da muss ich mich aber nicht beklagen, denn schließlich kann ich für mich sagen, dass ich meinen Traumberuf habe. Ich freu mich jeden Tag über meinen Job, aber ich freu mich auch, wenn es mir gelingt wieder mal ein eigenes Werk zu erstellen, was unter Umständen auch auf Posterlounge anklang findet.

 

DAD: Was hält dich bei der Arbeit im Grafikprogramm wach?

CT: Mad Croc Energy Drink, für den ich seit 2003 die Designs entwerfe. (lacht) Nee, Spaß bei Seite, bei mir ist es tatsächlich Kaffee (lacht) und der Gedanke an meine Familie, die bei meinem Job zum Glück auch nicht zu kurz kommt.

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DAD: Hast du als erfahrener Illustrator ein paar Tipps für Anfänger und Neulinge in deinem Bereich der Kunst?

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CT: Dran bleiben, vor allem wenn man jung ist und vermeintliche Ratgeber einem einreden wollen, dass Kreativberufe brotlos sind. Die Konkurrenz ist sicher groß, aber es gibt immer noch Platz für gute Ideen und gute Arbeit. Verfolgt euren Plan, hört auf Menschen, die euch weiterbringen wollen und euren Plan ernst nehmen. Arbeitet fleißig, werdet gut und lernt euren Preis kennen. Verkauft euch niemals darunter.

 

 

 

 

DAD: Herzlichen Dank für das Kurz-Interview! Für deine Künstlerkarriere wünschen wir weiterhin viel Erfolg!

 

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Christian Tölg, Maria Di Martino gefällt dieser Artikel

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