Claus Schwartze via posterlounge.de

© Claus Schwartze via posterlounge.de

DailyArtDesign Interview mit Claus Schwartze, Fotograf

DAD: Hallo, erzählst du uns ein wenig über dich und deinen Werdegang?

CS: Gerne! Ich bin 54 Jahre alt, im Versicherungsbereich tätig und habe schon immer gerne fotografiert. 2008 habe ich mir dann meine erste digitale Spiegelreflex-Kamera gekauft. Nach ersten Erfahrungen im Bereich Insekten-Makros fand ich den Weg zur Astrofotografie – hierbei faszinierte mich die technische Herausforderung, solche Fotos zu machen. Irgendwann kam ich dann, angeregt durch entsprechende Fotos im Internet, zur Tropfenfotografie. Die ersten Ergebnisse waren kläglich… Durch zunehmende Beschäftigung mit dem Thema (auch hier wieder der technische Anreiz…) hat sich die Tropfenfotografie mittlerweile zu meinem Haupt-Thema entwickelt. Vorrangig fotografiere ich sogenannte TaT’s – Tropfen auf Tropfen. Dabei wird der Moment fotografiert, wo die von einem Tropfen ins Wasser gefallene dadurch entstandene Wassersäule von einem (oder mehreren) weiteren Tropfen getroffen wird. Dabei entstehen im Bereich von Millisekunden faszinierende Formen und Gebilde, die das Auge normalerweise gar nicht wahrnehmen kann. Ohne Technik geht da nichts, der gesamte Ablauf wird durch einen Mikroprozessor gesteuert, welcher die Tropfenfolge und -frequenz sowie die Kamera und die Blitze ansteuert. Die Nachbearbeitung erfolgt mittels Photoshop, wobei hier das eiserne Gesetz gilt, außer ein wenig Tonwertkorrektur, Sättigung und wegstempeln von Blendenflecken und/oder Flusen im Wasser nichts zu manipulieren! Es werden keine Farben verändert oder hinzugefügt, alle Aufnahmen sind Originale!

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DAD: Wann hast du deine Karriere als Fotograf gestartet?

CS: Die Tropfenfotografie beschäftigt mich intensiv seit etwa 2 Jahren.

 

DAD: Hast du einen Lieblingskünstler und wer oder was inspiriert dich bei der Arbeit?

CS: Anregungen hole ich mir bei anderen Tropfenfotografen im Internet. Vorrangig zu nennen sind hier Markus Reugels und Tobias Bräuning.

 

DAD: Woher bekommst du die Ideen für deine Motive?

CS: Ich überlege, welche Art Farbgestaltung welche Wirkung hat. Die Farben entstehen durch mit Tinte gefärbtes Tropfenwasser sowie durch entsprechende Folien vor den Blitzen.

 

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DAD: Welche Materialien / Medien / Software benutzt du für deine Kreationen?

CS: Wasser, angedickt mit Hydroxyethylcellulose. Tinte/Folien für die Farbgebung. Als Mikroprozessor verwende ich den GlimpseCatcher. Der Rest (Wasserbecken, Diffusorscheibe, Magnetventile, Snootaufsatz für einen der Blitze) ist teilweise gekauft, teilweise selbst gebastelt.

 

DAD:  Wie würdest du deinen Stil beschreiben, womit wecken deine Werke Interesse bei ihren Betrachtern?

CS: Hm, ich denke, als Stil passt am ehesten der Begriff Stilleben. Die Betrachter meiner Fotos fasziniert am meisten die gleichzeitig ausgestrahlte Ruhe neben der Dynamik des fotografierten Momentes.

 

DAD: Was war bisher dein Lieblingsprojekt und warum gerade dieses?

CS: Mein bisheriges Lieblingsprojekt war ein 3-Tropfen-TaT mit unterschiedlichen Tropfenfarben. Die technische Herausforderung einer Millisekunden genauen Abstimmung mehrerer unterschiedlicher Parameter hat mich gereizt, und das Erfolgserlebnis nach entsprechender Umsetzung für viele Versuche in diese Richtung war dann schon klasse…

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DAD: Woran arbeitest du gerade / womit wirst du uns in Zukunft an künstlerischen Projekten erfreuen?

CS: Momentan arbeite ich daran, den TaT-Moment innerhalb einer Seifenblase stattfinden zu lassen. Problem hierbei ist eine stabile Seifenblase zu erzeugen, welche nach Auftreffen der Tropfen nicht platzt. Ich habe schon diverse Seifenblasenrezepte ausprobiert, mal sehen, wie sich das Ganze so entwickelt…

 

DAD:  Was hält dich bei der Arbeit hinter der Kamera wach?

CS: Der Reiz des Erfolges!

 

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DAD: Hast du als erfahrener Fotograf ein paar Tipps für Anfänger und Neulinge in deinem Bereich der Kunst?

CS: Ja. Fangt klein an! Soll heißen, am Anfang mit nur 1 Magnetventil zu versuchen, den TaT-Moment festzuhalten. Wenn das sitzt, kann man sich um das (überaus wichtige Thema) Licht-Setup kümmern. Vorgefertigte Parameter-Einstellungen gibt es nicht! Übung und zunehmende Erfahrung führen, entsprechende Geduld vorausgesetzt, irgendwann zum Erfolg!

 

 

DAD: Vielen Dank für das Interview und alles Gute für deine Künstlerkarriere!

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