Dirk h. Wendt via Posterlounge.de

© Dirk h. Wendt via Posterlounge.de

DailyArtDesign Interview mit Dirk h. Wendt – Künstler

DAD: Hallo, erzählst du uns ein wenig über dich und deinen Werdegang?

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DW: Ja gerne!  Meine Wurzeln habe ich im norddeutschen Oldenburg, wo ich Ende 1939 geboren wurde. In Berlin studierte ich von 1964 bis 1967, in Dietzenbach- Steinberg nahe Frankfurt lebe und arbeite ich heute.

Schon in der Kindheit habe ich viel mit Bleistift und Kohle gezeichnet– angeregt durch die Skizzenbücher meines Vaters. Im Gymnasium wurde ich von meinen Kunsterziehern Heino Johannsen und Hein Bredendiek – seinerzeit auch namhafte Maler – handwerklich und visuell geschult und gefördert. Das setzte sich logisch fort in der Ausbildung zum Schriftsetzer und Typographen und danach zum Diplom- Werbewirt an der Staatlichen Akademie für Grafik, Druck und Werbung in Berlin.

Der Beruf in der Kommunikationswirtschaft führte dann noch intensiver zu einfallsreicher Gestaltung und Kreation. Außerdem steigerte er die Freude an beeindruckenden, ansprechenden und auch außergewöhnlichen Motiven.

 

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DAD: Wann hast du deine Karriere als Künstler gestartet?

DW: Karriere – das ist vielleicht etwas hochgegriffen. Wie gesagt, gezeichnet und gemalt habe ich schon während meiner Kinder-, Jugend- und Studienjahre. Versuche mit der Kamera begannen in Berlin. Doch dann lagen das Zeichnen und Malen 40 Jahre lang brach, und später das Fotografieren auch. Für mich als selbständiger Werbetexter, -gestalter und -berater blieb dafür einfach keine Zeit. Erst mit 67 Jahren erfolgte, angeregt durch die neuen Medien und Möglichkeiten, die Rückbesinnung auf „verschüttete“ Fähigkeiten und die Freude am experimentierenden Gestalten.

 

DAD: Hast du einen Lieblingskünstler und wer oder was inspiriert dich bei der Arbeit?

DW: Emil Nolde hat mich seit jeher beeindruckt vor allem mit seinen Landschaften, mit dem Mut zu kraftvollen Farben und zur formalen Abstrahierung. Inspirieren lasse ich mich von allem, was mir ins Auge fällt, was ich entdecke in meinem Umfeld, was mir gefällt oder auch negativ auffällt.

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DAD: Woher bekommst du die Ideen für deine Motive?

DW: Neugier, davon bin ich überzeugt, und die daraus resultierenden Erkenntnisse sind die Basis für alle Kreativität. Neugier an der Welt im Ganzen, an Geschehnissen, an Ereignissen, an Neuem, an Zusammenhängen. Wenn man seine kindliche Neugier erhält, sprudeln die Ideen auch im fortgeschrittenen Alter ungehemmt!

 

DAD: Welche Materialien, Medien und Software benutzt du für deine Kreationen?

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DW: Früher habe ich alles ausprobiert: Bleistift, Kohlestift, Linolschnitt, Holzschnitt, Wasserfarben, Plakatfarben, Druckfarben, Ölfarben. Die Ergebnisse aus der Jugend oder Teile davon beziehe ich noch heute als Vorlagen ein. Das Hauptmedium sind aber Fotografien, die ich mit Hilfe von Filtern von Adobe Photoshop und CorelDraw, von Gimp und Paint.NET, aber auch mit selbstentwickelten „Tricks“ bearbeite und teilweise auch sehr verändere.

 

 

DAD: Wie würdest du deinen Stil beschreiben, womit wecken deine Werke Interesse bei ihren Betrachtern?

DW: Die Mehrzahl meiner bisher entstandenen über 1400 Motive ähneln Aquarellen, viele haben einen Aquatinta- Radierungseffekt, einige zeigen noch deutlich die handwerkliche Machart mit Spachtel oder Pinsel. Ob es der Stil ist, der Interesse weckt, oder eher ein besonderes Motiv, eine ungewöhnliche Idee – ja, das wüsste ich auch gerne.

 

DAD: Was war bisher dein Lieblingsprojekt und warum gerade dieses?

DW: Ein Lieblingsprojekt? Eigentlich ist es immer das, an dem ich gerade arbeite. Und dabei drängt sich dann oft schon die nächste Idee dazwischen …

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DAD: Woran arbeitest du gerade?

DW: Im Moment erlaube ich mir eine kleine gesundheitliche Erholungspause. 1400 Bilder in vier Jahren – das war eine Menge Arbeit, mit Hand, Herz und Hirn.

 

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DAD: Was hält dich bei im Grafikprogramm und hinter der Kamera wach?

DW: Die Vorfreude auf das Ergebnis und das immer wieder neue, freudige Entdecken besonders beim Fotografieren der Basismotive.

 

DAD: Hast du als erfahrener Künstler ein paar Tipps für Anfänger und Neulinge in deinem Bereich der Kunst?

DW: Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass Geduld mit sich selbst wichtig ist, dass man Kritik anderer nicht suchen, aber aushalten muss. Das Hinterfragen der eigenen Qualität sollte allerdings selbstverständlich sein. Sehr empfehlenswert ist das Beharren und Festigen einer eigenen Handschrift, eines persönlichen Stils. Denn selbsternannte Experten vor allem in Foren des Internet, die sich der Werke der Anfänger und Neulinge „annehmen“, gibt es genug. Über Kunst lässt sich trefflich streiten. Also gelassen bleiben!

 

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