Florian Kunde via Posterlounge.de

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DailyArtDesign INTERVIEW mit Florian Kunde – Fotograf und Künstler

 

 

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DAD:  Hallo, erzählst du uns ein wenig über dich und deinen Werdegang?

 

FK: Ich lebe jetzt seit gut zwei Jahren in Hamburg, bin aber auch gebürtig in Norddeutschland zu Hause. Nach dem Abitur und einer Ausbildung zum Kaufmann für Marketingkommunikation hat mich der Beginn meines Kommunikationsdesign Studiums nach Hamburg verschlagen. So schnell will ich auch eigentlich nirgendwo anders hin. Ich liebe diese Stadt einfach.

 

 

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DAD: Wann hast du deine Karriere als Fotograf gestartet?

 

FK: Das fing eigentlich alles erst in meiner Ausbildung an. Ich habe in einer Werbeagentur eine kaufmännische Ausbildung absolviert, war aber eigentlich viel begeisterter von den kreativen Aufgaben, bei denen man etwas Neues erschaffen musste. 
Besonders durch die viele Bildrecherche habe ich mich in gute Fotos verliebt, nicht zuletzt dank der etwas anderen Bildagentur Photocase. Hier findet man Bilder mit Geschichte, Atmosphäre und Stimmung.

Mit Beginn des Studiums wurde dann auch die Malerei bei mir Pflicht. Anfangs hatte ich ein wenig Angst, da ich noch nie wirklich viel mit dem Pinsel gemalt habe, doch diese erwies sich als völlig unbegründet. Mittlerweile verbringe ich sehr gerne Zeit an der Staffelei und bin froh, dass mich meine Dozenten nicht gleich nach dem ersten Bild aufgegeben haben. Das sah nämlich wirklich mehr als schlecht aus.

 

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DAD: Hast du einen Lieblingskünstler und wer oder was inspiriert dich bei der Arbeit?

 

FK:
 Ich habe mir eigentlich nie viel aus Künstlern und Portfolios gemacht. Wenn mir ein Bild gefällt, dann gefällt es mir einfach, unabhängig vom Künstler. 
Eine Ausstellung, die mich dann aber doch nachhaltig beeindruckt hat, war von Marilyn Minter in der Sammlung Falkenberg 2011.

Am meisten inspiriert hat mich aber tatsächlich die Bildagentur Photocase, da es dort einfach so viele wunderschöne Fotos gibt, von vielen wirklich guten Fotografen.

 

 

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DAD: Woher bekommst du die Ideen für deine Motive?

 

FK: Die Ideen kommen eigentlich wenn ich das Motiv vor mir habe. Ich sehe etwas völlig Banales und frage mich einfach ob es immer noch so banal aussehen würde, wenn man es aus einer anderen Perspektive oder einem anderen Abstand betrachtet. So kann aus einem tropfenden Wasserhahn ein wunderschönes Spiel aus Formen und Licht werden, wenn man nur nah genug heran geht. Oftmals sehe ich auch einfach einen Ort und weiß genau: „Hier möchtest du ein Foto machen!“ Aber dann stimmt das Licht nicht und ich muss 5 Stunden später nochmals hingehen, damit die Sonne richtig steht.
 Für meine Malereien nutze ich dann einfach meine Fotos als Vorlage.

 

 

DAD: Welche Materialien, Medien und Software benutzt du für deine Kreationen?

 

FK: Ich benutze eigentlich sogar nur ein „Einsteigermodell“, die Nikon D5000. Zum einen, weil ich mir als Student nicht wirklich die teuren Kameras leisten kann, zum anderen, weil ich der Meinung bin, dass ein gutes Foto nicht durch eine gute Kamera zustande kommt, sondern durch einen guten Fotografen.

Zum Bearbeiten benutze ich PaintShop Pro X4 von Corel, obwohl ich auch die Student & Teacher Edition der Creative Suite von Adobe besitze. Ich habe vor Jahren einfach aus Kostengründen mit dem günstigeren Programm angefangen und komme nun nicht mehr davon los.

 

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DAD: Wie würdest du deinen Stil beschreiben, womit wecken deine Werke Interesse bei seinen Betrachtern?

 

FK: Schwierige Frage. Ich selber mag meine Fotos natürlich, weil ich weiß, wann und wo ich diese aufgenommen habe und daher jedes Foto mit einem bestimmten Gefühl verbinde.

Ich denke, dadurch dass ich viel in meiner Heimat fotografiere, und relativ alltägliche Sachen ablichte, kann auch der Betrachter besser eine Verbindung dazu aufbauen. Zum anderen haben viele meiner Fotos sehr klare Linien und einen einfachen Aufbau. Manchmal ist weniger eben mehr.

 

 

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DAD: Was war bisher dein Lieblingsprojekt und warum gerade dieses?

 

FK: Ich wusste letzten Winter genau, dass ich einmal die Landungsbrücken in Hamburg während des Sonnenaufgangs fotografieren will. Ich bin also extra an einem Samstagmorgen um 5 Uhr aufgestanden und bin in Richtung Landungsbrücken gefahren. Ich hatte schon Bedenken, da es zwischenzeitlich geregnet hatte, doch kurz vor Sonnenaufgang waren kaum noch Wolken am Himmel zu sehen. Durch den Regen gab es wunderschöne Spiegelungen auf dem Anlegesteg. Ich war ganz alleine dort und hab den Moment einfach nur genossen. Die Ergebnisse waren zudem noch besser als ich sie mir erhofft hatte.

 

 

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DAD: Woran arbeitest du gerade bzw. womit wirst du uns in Zukunft an künstlerischen Projekten erfreuen?

 

FK: Ich werde im Januar nächsten Jahres endlich meine erste eigene Ausstellung in der TraumGmbH in Kiel realisieren. Bis dahin habe ich noch sehr viel zu tun, um alle Werke fertig zu bekommen. Es werden dort wohl ca. 15 meiner Fotos und 10 meiner Malereien bis Ende März ausgestellt werden. Wer mich dabei noch unterstützen will, kann dies gerne hier tun.

Zudem habe ich meine eigene kleine Werbeagentur mit der ich erst vor kurzem in ein eigenes Büro gezogen bin, um die steigende Anzahl an Aufträgen besser bearbeiten zu können. Es wird also ein recht turbulenter Jahreswechsel für mich.

 

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DAD: Was hält dich bei der Arbeit hinter der Kamera wach?

 

FK: Eigentlich nichts (lacht). 
Nein im Ernst, ich werde seit meiner Ausbildung und auch im Studium immer komisch angeguckt, wenn ich sage, dass ich keinen Kaffee oder Tee mag bzw. trinke. Wenn ich wach bin, bin ich wach, und wenn ich müde bin, na dann geh ich halt zu Bett.

 

 

DAD: Hast du als erfahrener Künstler und Fotograf ein paar Tipps für Anfänger und Neulinge in deinem Bereich der Kunst?

 

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FK: Es ist nicht nötig, am Anfang schon das beste Equipment und die teuersten Materialien zu verwenden. Was man beherrschen sollte sind die Basics. Wenn du fotografieren willst, solltest du wissen was Blende, Iso und Belichtungszeit bedeuten und wie diese zusammenspielen. Wenn du malen willst, solltest du schon ein Minimum an Farblehre mitbringen. 
Ich habe leider schon genügend „Fotografen“ gesehen, die eine Kamera im Wert von mehreren tausend Euro in der Hand halten und dann aber im Automatik-Modus knipsen.

 

 

DAD: Herzlichen Dank für das Kurz-Interview! Für deine Künstlerkarriere wünschen wir weiterhin viel Erfolg!

FK: Danke für diese Möglichkeit.

 

Mehr Informationen:

Angela Dölling, Anne Walzog gefällt dieser Artikel

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