Gabriela Wendt via posterlounge.de

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DailyArtDesign INTERVIEW mit Gabriela Wendt, Künstlerin

DAD: Hallo Künstler, erzählst du uns ein wenig über dich und deinen Werdegang?

GW: Gezeichnet hab ich eigentlich schon immer, auf Papier, Tische und zum Leidwesen meiner Eltern auch gern mal direkt an die Wand. Nicht immer besonders schön, aber als Kind ist das ja völlig egal. Später hab ich dann hauptsächlich Bleistiftzeichnungen gemacht, mehr zum Spaß als um damit wirklich etwas erreichen zu wollen. Zum Digital Painting bin ich erst vor rund 5 Jahren gekommen und bleibe nun erstmal dabei, da ich so am meisten realisieren kann von den Dingen, die mir im Kopf herum schweben.

Ansonsten bin ich hauptberuflich Mediengestalterin und habe bereits in einigen Agenturen gearbeitet, heißt: Ich bleibe im kreativen Bereich.

 

DAD: Wann hast du deine Karriere als Künstlerin gestartet?

GW: Während meiner Ausbildung als Mediengestalterin habe ich Gefallen an Photoshop entwickelt und fing vor 5 Jahren mit dem digitalen Zeichnen an. Seitdem habe ich sehr viel dazugelernt, habe meinen Stil verändert und verbessert und dann kamen auch schon die ersten Aufträge.

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DAD: Hast du einen Lieblingskünstler, und wer oder was inspiriert dich bei der Arbeit?

GW: Lieblingskünstler ist immer ein sehr schwieriges Thema. Mir gefallen sehr viele Stilrichtungen, von realistischen Illustrationen bis zu comichaften Zeichnungen. Michael Kutsche, der unter anderem für das Charakterdesign von Tim Burton’s Wunderland verantwortlich war, ist ein sehr inspirierender Künstler. Auch Tim Burton selbst mit seinen schrägen Fantasien und Ideen ist sehr inspirierend, auch wenn mein Stil dem seinen nicht wirklich gleichkommt. Ansonsten ist alles inspirierend, was die Gedanken davongleiten lassen kann.

 

DAD: Woher bekommst du die Ideen für deine Motive?

GW: Ein Song, ein Zitat, eine Begebenheit im Leben, ein Satz, den irgendjemand gesagt hat und der sich im Kopf festgesetzt hat. Mein Kopf ist ein Wunderland für sich, da weiß man nie, was bei der nächsten Gedankenbiegung herauskommt. Ein Motiv von mir ist zum Beispiel eine Frau, die als Marionette an einem riesengroßen Herzen auf einer Bühne hängt. Viele denken dabei immer, ich hätte die Idee aus meinem privaten Leben gezogen, ich wäre liebesbedingt sehr traurig, zynisch oder am Ende sogar depressiv. Dabei entstand die Idee bei einem EM-Fußballspiel, als jemand neben mir sagte, man müsse die andere Mannschaft einfach wie Marionetten an Fäden hochziehen können. Das hat sich festgesetzt und wurde gedanklich einfach nur weiterentwickelt. Dass es am Ende eine Frau und keine Fußballmannschaft geworden ist, ist einfach geschmacksbedingt.

 

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DAD: Welche Materialien / Medien / Software benutzt du für deine Kreationen?

GW: Außer schnelle Skizzen auf Papier passiert das Meiste am Mac, bewaffnet mit Grafiktablett, Photoshop und Illustrator. Manchmal baue ich auch eigene Aquarellelemente ein, aber das doch eher selten.

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DAD: Wie würdest du deinen Stil beschreiben, womit wecken deine Werke Interesse bei ihren Betrachtern?

GW: Mein Stil schwankt zwischen illustrativ und realistisch. So richtig festgefahren bin ich da nicht, aber man weiß ja nie, welchen Weg man später noch gehen wird.

Ich denke, Bilder sind dann gut und wecken Interesse, wenn der Betrachter sich seine eigenen Gedanken dazu machen kann oder sich selbst darin wiederentdeckt. Und genau das versuche ich mit meinen Zeichnungen zu erreichen. Ob das eine zärtliche Szene ist, eine Geschichte, die hinter dem Motiv steckt oder das Portrait einer Person – jeder sollte das Bild betrachten können und sich selbst etwas dazu denken. Bildüberschriften reichen für Gedanken nicht aus.

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DAD: Was war bisher dein Lieblingsprojekt und warum gerade dieses?

GW: Mein Lieblingsprojekt war, ist und wird noch sehr lange mein eigenes Kartenset im Wunderland-Design sein. Wirklich weit bin ich noch nicht gekommen, da es etwas ganz Freies ist und die Zeit es nicht immer zulässt, aber es macht mir Spaß und es hetzt mich niemand, zu einem bestimmten Zeitpunkt damit fertig werden zu müssen. Das Kartenset wird insgesamt 22 Bildkarten beinhalten, bisher gibt es allerdings erst Alice, die Grinsekatze und den weißen Hasen zu beschauen. Der Stil ist eine erwachsenere Version von Alice, die eigentliche Verrücktheit des Originals von Lewis Carroll soll in den Vordergrund gehoben werden. Die Farben werden reduzierter als es bei Disney der Fall war, und das Melancholische in der Gefangenschaft im Wunderland wird hervorgehoben.

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DAD: Woran arbeitest du gerade, und womit wirst du uns in Zukunft an künstlerischen Projekten erfreuen?

GW: Gerade arbeite ich an einem Buchcover, einem Albumcover und diversen anderen privaten Aufträgen. Ich hoffe allerdings bald auch wieder Zeit für etwas Freies zu haben. Es ist ja leider meistens so, man hat zu viele Ideen und zu wenig Zeit.

 

DAD: Was hält dich bei der Arbeit im Grafikprogramm wach?

GW: Viel zu viel Kaffee, Lieblingsmusik und die Ablenkung durch meinen Mops. Wenn man doch immermal aufstehen muss, um mit Yoshi und seinem Teddy spielen zu „müssen“, bleibt man ja doch wacher, als wenn man wie festgepappt auf dem Sessel hängt.

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DAD: Hast du als erfahrene Künstlerin ein paar Tipps für Anfänger und Neulinge in deinem Bereich der Kunst?

GW: Nicht entmutigen lassen, wenn es anfangs nicht so aussieht wie man möchte oder es im eigenen Kopf aussah. Viele andere Künstler beobachten, deren Stil untersuchen und schauen, was man vielleicht für sich selbst verwenden kann (ohne zu kopieren!) und üben, üben, üben. Und vor allem, konstruktive Kritik annehmen. Man kann sich nur verbessern, wenn einem jemand sagen darf, was man verbessern kann.

 

DAD: Vielen Dank für das Kurzinterview und alles Gute für Deine Künstlerkarriere!

 

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