Joachim Haack via posterlounge.de

© Joachim Haack via posterlounge.de

DailyArtDesign Interview mit Joachim Haack – Fotograf

DAD: Hallo, erzählst du uns ein wenig über dich und deinen Werdegang?

JH: Aber klar… ich bin ein Autodidakt, habe mir im Prinzip alles was ich heute mache selbst beigebracht. Die Fotografie war seit jeher mein Steckenpferd, schon als kleiner Lausbub war die (damals noch analoge) Kamera (eine simple Praktika ohne irgendwelchen Firlefanz) mein ständiger Begleiter. Das seltsame ist, dass ich beruflich meist nichts mit Fotografie zu tun hatte. Hatte aber immer schon mein eigenes SW-Labor im Keller der Mutter und verbrachte dort viele Stunden bei der Filmentwicklung. Es kam nicht nur einmal vor, dass ich abends in den Keller ging und als ich dann wieder rauskam, schon längst die Sonne schien…

 

DAD: Wann hast du deine Karriere als Fotograf gestartet?

JH: Das war so gegen 2005 rum… Es war der Zuspruch der Menschen, die ich fotografiert habe. Viele davon fragten mich, warum ich das tue. Und ich sagte „Es ist meine Leidenschaft, ich liebe es.“ – und viele sagten mir ich sollte doch aus meiner „Berufung“ einen „Beruf“ machen, als sie meine Bilder sahen. Es kam oft der Kommentar „Du, ich habe selbst eine Digital-Kamera, habe tausende Bilder von mir auf dem Computer, aber nicht eines davon ist so gut wie das, was Du von mir gemacht hast.“ Da fing ich dann um 2005 an, mir Gedanken zu machen, die Hobby-Schublade zu verlassen und die Sache vernünftig anzupacken.

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DAD: Hast du einen Lieblingskünstler und wer oder was inspiriert dich bei der Arbeit?

JH: Jein, es gibt sicherlich einige Künstler die mich mit deren Arbeiten berühren konnten oder auch teils beeinflusst haben. Aber es wäre nun falsch irgendjemanden zu benennen… denn ich lasse mich oft von ganz banalen Fotos, Filmen usw. inspirieren. Ich mag es auch nicht, einen Stil zu kopieren, selbst wenn er gut ist. Ich mag es lieber, meinen eigenen Stil zu haben.

 

DAD: Woher bekommst du die Ideen für deine Motive?

JH: Die Ideen bekomme ich in den unmöglichsten Situationen, ich muss gar nichts „sehen“, es reicht schon, wenn ich was höre, das cool ist, oder wenn ich selbst eine bescheuerte Idee habe, ich notiere mir das meist sofort, bevor ich es vergesse, und wenn die Zeit gekommen ist, gehe ich mal dran und versuche es umzusetzen. Das „Geheimnis“ ist – ich gehe durch’s Leben mit offenen Augen und offenen Sinnen, ich sehe selbst das vom Baum abgefallene Blatt auf dem mit Regen durchnässten Bode Also, die besten Ideen für neue Bilder bekomme ich meist dann, wenn die Situation es gar nicht her gibt, oder für andere völlig panne ist.

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DAD: Welche Materialien / Medien / Software benutzt du für deine Kreationen?

JH: Material: Kamera – schwarz – digital – plus ein paar Scherben (Objektive)

Medien: sorry… no Medien… nur digital… ansonsten nur WEB

Software: so ziemlich alles was dienlich ist und Sinn macht, vornehmlich eines der bekanntesten Programme inkl. etlichen Filter (ohne die geht mal ja gar nichts!)

Aber: Bildbearbeitung geht nur mit nem Tablet, Maus – No Way! Schließlich soll ja noch etwas Handarbeit dabei sein, das geht nur mit Fingerspitzengefühl aber nicht aus dem „Handgelenkt“ wie mit ner Compi-Maus…

 

DAD: Wie würdest du deinen Stil beschreiben, womit wecken deine Werke Interesse bei ihren Betrachtern?

JH: Stil… da gibbet keine Beschreibung zu… weil… bisher noch nicht definiert…

Interesse wecken? Ich versuche mit den meisten meiner Arbeiten keinen Niedlichkeits-Preis zu gewinnen, wo alle sagen „ach wie süß schau mal.“ Ich versuche mit den meisten Bildern zu schockieren, tief zu berühren. Vielleicht kennst Du das, Du wirst sicherlich oft in Magazinen ganz tolle Bilder gesehen habe. Wenn ich dich nur drei Seiten später frage, was für ein Bild Du vor drei Seiten gesehen hast, wirst Du nur selten wissen, was da war. Genau das ist mir ein Greuel, denn das Bild drei Seiten vorher war belanglos und hat Dich nicht berührt. Somit ist es schon wieder vergessen, wenn jedoch Betrachter eines meiner Bilder nach Jahren wieder sehen und sich sagen „Hey, datt kenn ich, datt hab ich schon mal gesehen“… dann war es ein gutes Bild, denn es hat den Betrachter so tief berührt, dass es sich eingebrannt hat.

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DAD: Was war bisher dein Lieblingsprojekt und warum gerade dieses?

JH: Mein „Favorit“-Projekt ist meine Seelenfotografie. Es ist eine immer wieder sich erweiternde Serie, in der ich den Moment des Todes zeigen möchte mit Schwerpunkt darauf, wie die Seele den Körper verlässt. Es soll nicht morbide erscheinen, sondern nur auf den Fakt reduziert werden, dass alles ein Ende hat, aber einiges auch nicht. Die wenigsten Menschen machen sich darüber auch nur eine Minute ihres Lebens Gedanken, dabei betrifft uns das alle. Die Resonanz derer, die diese Arbeiten bisher sahen (in erster Linie Fotografen-Kollegen, also Leute, die sich technisch etwas auskennen) war bisher sehr positiv, weil so noch nie gesehen.

 

DAD: Woran arbeitest du gerade / womit wirst du uns in Zukunft an künstlerischen Projekten erfreuen?

JH: Ich habe mich nie auf eine spezielle Sache eingeschossen, daher habe ich sehr viele facettenreiche Projekte, die ich fast zeitgleich bearbeite. Ich zerteile mich gerade (wie immer eigentlich) zwischen Bildern, die meinen Kühlschrank mit Lebensmittel füllen und mit Bildern, die mir keinen Cent bringen, aber mein Herz erfüllen – der tägliche Spagat eines jeden Künstlers also.

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DAD: Was hält dich bei der Arbeit hinter der Kamera wach?

JH: Die Frage ist jetzt hoffentlich nicht ernst gemeint, denn die wahrheitsgemäße Antwort wäre, die passende ohrenbetäubende Musik zum Thema meiner Arbeit (Klassik, über Trance und Lounge bis Hiphop) und einen gaumenerfreuenden leckeren irischen Whiskey!

 

DAD: Hast du als erfahrener Fotograf ein paar Tipps für Anfänger und Neulinge in deinem Bereich der Kunst?

JH: Oje, ich und Tipps!? – Ich kann da jedem Fotointeressierten nur eines ans Herz legen: Lasst Euch nie in Schranken verweisen, lasst Euch nie von wem auch immer erzählen, was Ihr machen solltet oder auch nicht. Findet Euren Weg und werdet im Herzen mit dem was Ihr macht, erfüllt. Wenn es andere auch mögen, um so schöner, wenn nicht, dann ist es eben so, macht Eure Sache aber nicht kleiner.

 

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DAD: Herzlichen Dank für das Kurz-Interview.  Für deine Künstlerkarriere wünschen wir weiterhin viel Erfolg!

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