Melina Leibelt via Posterlounge.de

© Melina Leibelt via Posterlounge.de

DailyArtDesign INTERVIEW mit Melina Leibelt – Illustratorin

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DAD: Hallo, erzählst du uns ein wenig über dich und deinen Werdegang?


ML: Ich wusste ziemlich früh, dass ich beruflich kreativ arbeiten will. Mein Weg war seit der Realschule sehr zielorientiert: Fachabitur, mehrere Praktika, Ausbildung zur Mediengestalterin, Studium an der HAWK Hildesheim Bachelor of Arts mit Auslandssemester in den USA MN am College Of Visual Arts und als Letztes noch das Studium zum Master of Arts. Seit 2011 bin ich Art Direktorin in einer großen Hannoveraner Werbeagentur. Seit 2005 bin ich bereits als Kleinunternehmer angemeldet um in meinen Herzensarbeiten und Illustrationen den Ausgleich neben Studium und Arbeit zu finden. Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und bin glücklich das von mir behaupten zu können.

 

 

DAD: Wann hast du deine Karriere als Illustratorin gestartet?

ML: In meiner Ausbildung habe ich mich viel mit Vektorgrafiken beschäftigt und sie eigentlich zur Übung angefertigt, bis sich doch einige Illustrationen im Lounge und Popart Stil angesammelt hatten. Ich fand es zu schade, ihr Dasein auf meiner Festplatte fristen zu lassen und schickte auf Anraten meiner Kollegen einige Arbeitsproben an verschiedene Verlage und Unternehmen, die mir dafür geeignet erschienen. Posterlounge nahm meine ersten Illustrationen ins Programm auf. Über diese Plattform kamen später auch individuelle Illustrationsaufträge.

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DAD: Hast du einen Lieblingskünstler und wer oder was inspiriert dich bei der Arbeit?


ML: Ja, aber es wechselt mit der Zeit immer mal. Am Anfang war es Jason Brooks mit seiner Lounge Art. Im Studium wurde es klassischer – ich begeisterte mich für Alfons Mucha, Tamara Lempicka. Klimt aber ist und bleibt mein Lieblingskünstler. Ich liebe den Jugendstil, die fließenden Linien und Formen. Wobei ich genauso geometrische und grafische Formen fesselnd finde, wie die von Piet Mondrian.

 

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DAD: Woher bekommst du die Ideen für deine Motive?


ML: Ich habe unzählige Grafik- und Illustrationsbücher zu Hause und es werden stetig mehr. Nicht um zu kopieren, sondern um sich für Neues zu öffnen und auch die Kunst und Werke anderer Grafiker und Illustratoren auf sich wirken zu lassen. Natürlich spielen die eben erwähnten Künstler auch eine große Rolle, genau wie die des täglichen Lebens. Zum Beispiel illustriere ich gerade Bilder zu verdrehten Sprichwörtern.

 

DAD: Welche Materialien, Medien oder Software benutzt du für deine Kreationen?


ML: Ich arbeite mit verschiedenen Methoden. Bei den Longe- und Vektorgrafiken arbeite ich hauptsächlich mit Adobe Illustrator. Bei den neueren Illustrationen habe ich zunächst mit Fineliner, Tusche und Feder, Edding und Nagellackentferner gearbeitet, viel gescannt und später in Photoshop bearbeitet. Im Moment arbeite ich viel mit meinem Grafiktablet in Photoshop und Corel Painter. Aber das ist auch davon abhängig wozu ich gerade Lust habe.

 

 

DAD: Wie würdest du deinen Stil beschreiben, womit wecken deine Werke Interesse bei ihren Betrachtern?


ML: Ich denke in erster Linie sind meine Illustrationen schön. Ich finde es nicht schlimm, keine politischen oder gesellschaftlichen Themen damit zu verknüpfen. Meine Arbeiten sollen in erster Linie gefallen und Freude bereiten. Man soll sie gerne ansehen und muss nichts hineininterpretieren. Sie spiegeln meine Leidenschaft für Mode wieder. Es gibt aber auch Arbeiten, die einfach illustrierend zum Text wirken oder eine Geschichte erzählen, ähnlich wie ein Storyboard. Diese sind jedoch noch in der Unterzahl.

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DAD: Was war bisher dein Lieblingsprojekt und warum gerade dieses?


ML: Es gibt viele Projekte und Aufträge die mir besonders am Herz lagen. Etwas hervorzuheben wäre nicht gerecht, da sich im Laufe der Zeit auch mein Stil und Geschmack geändert hat.

 

DAD: Woran arbeitest du gerade und womit wirst du uns in Zukunft an künstlerischen Projekten erfreuen? 


ML: Ich habe grade zwei 3er-Sets Postkarten zum Thema „verdrehte Sprüche“ fertig gestellt, eines davon mit Katzen. Ein Hunde- und Vogel-Set soll noch folgen. Außerdem habe ich einen Kalender „2013“ mit meinen Illustrationen in meinem DaWanda Shop „MeLeibelt“: hier kann man auch persönliche Illustrationen von sich oder als Geschenk anfertigen lassen.

 

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DAD: Was hält dich bei der Arbeit im Grafikprogramm wach?


ML: Früher waren es Kaffee und Zigaretten, jetzt zum Glück nur noch Kaffee und natürlich kommt hinzu, dass ich Nachts lieber arbeite als früh morgens. Also kann es schon mal spät werden ohne dass ich es merke, da brauche ich kaum Kaffee, nur meine Musik und unseren Kater Udo, der auch ab und an Modell stehen muss (lacht).

 

DAD: Hast du als erfahrene Illustratorin ein paar Tipps 
für Anfänger und Neulinge in deinem Bereich der Kunst?


ML: Nicht aufgeben wenn man mal eine schlechte Kritik bekommt, Geschmack ist subjektiv und etwas kann dem einem gefallen und dem anderen wieder überhaupt nicht. Ein Lehrer hat früher öfters zu mir gesagt: “ Du kannst noch so viel üben, deine Mappe wird so oder so nicht angenommen“. Na ja. Und vor allem sich immer wieder neu erfinden, andere Techniken, Stile ausprobieren, um sich nicht festzufahren.

 

DAD: Herzlichen Dank für das Kurz-Interview! Für deine Künstlerkarriere wünschen wir weiterhin viel Erfolg!

 

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