Michael Guntenhöner via Posterlounge.de

© Michael Guntenhöner via Posterlounge.de

DailyArtDesign INTERVIEW mit Michael Guntenhöner – Fotograf

DAD:  Hallo, erzählst du uns ein wenig über dich und deinen Werdegang?

© Michael Guntenhöner

MG: Ich heiße Michael Guntenhöner, bin 63 Jahre alt und arbeite heute in Bielefeld freiberuflich als Mediendesigner. Zu diesem Beruf bin ich nach einer langjährigen Tätigkeit als Werbekaufmann sozusagen als Quereinsteiger gekommen. Da ich mich damals schon, auch beruflich, ausgiebig mit der Fotografie beschäftigt hatte, wollte ich unbedingt gestalterisch arbeiten. In der Praxis bedeutet der Beruf des Mediendesigners heute für mich die Herstellung von grafischen Interfaces für Softwareprodukte und natürlich auch das Erstellen von Sites für das Internet. Darüber hinaus erstelle ich noch Imagevideos für Kleinkünstler und Fotos für den gewerblichen Gebrauch.

 

DAD: Wann hast du deine Karriere als Künstler Fotograf gestartet?

MG: Begonnen hat meine Faszination für die Fotografie 1972 mit dem Kauf einer Kamera. Seitdem hat mich das Thema nicht mehr losgelassen. Durch eine freiberufliche Nebentätigkeit bei einer lokalen Zeitung in Bielefeld – ich kannte einen Pressefotografen der mir seine Sonntagstermine überlies – habe ich mir damals schnell das Rüstzeug für eine intensivere Auseinandersetzung mit der Fotografie aneignen können. Dazu gehörte der fotografische Bildaufbau, das schnelle Bedienen der Kamera und die damals übliche Laborarbeit wie Filme entwickeln und Abzüge für die Redaktion zu erstellen. Alles was ich dabei gelernt hatte, hilft mir auch heute noch. Trotz Digitalfotografie und Photoshop. Ich bediene meine Kamera immer noch wie damals, keine Automatik-Einstellungen, arbeite immer noch fast überwiegend mit Festbrennweiten und versuche durch gutes Sehen im Sucher noch immer Speicherplatz für das ultimative Foto auf meinem Speicherchip zu sparen.

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DAD: Hast du einen Lieblingskünstler und wer oder was inspiriert dich bei der Arbeit?

MG: Meine Vorbilder in der Fotografie, wenn ich denn überhaupt welche habe, sind Elliott Erwitt, Martin Parr und Walker Evans. In der Malerei Gerhard Richter.

 

DAD: Woher bekommst du die Ideen für deine Motive?

© Michael Guntenhöner

MG: Lange Zeit war es die Street-Photography, die mich sehr stark inspirierte. Aber durch das heute sehr stark vermehrte rechtliche Risiko in der Menschenfotografie, was mit diesem Sujet verbunden ist, veröffentliche ich aus diesem Themenkreis so gut wie nichts mehr.

Meine Bildideen beziehe ich aber immer noch aus dem Alltäglichen. Formen und surreale Eindrücke interessieren mich dabei besonders. Viele meiner Bilder sind Montagen und Mischgebilde aus 3D-Rendergrafik und Fotografie. Also eher der Malerei geschuldet, als der reinen Fotografie

 

© Michael Guntenhöner

DAD: Welche Medien und Software benutzt du für deine Kreationen?

MG: Ich benutze heute für meine freien Arbeiten ausschließlich Digitalfotos als Ausgangsmaterial, die ich selbst anfertige. Als Software für die Nachbearbeitung der Bilder benutze ich Photoshop und im 3D-Bereich versuche ich mich mit Blender.

 

DAD: Wie würdest du deinen Stil beschreiben, womit wecken deine Werke Interesse bei ihren Betrachtern?

MG: Wenn sie überhaupt Interesse wecken, dann durch die ungewöhnliche Sichtweise, mit der sie erstellt wurden und durch ihren manchmal surrealen Charakter.

 

 

DAD: Was war bisher dein Lieblingsprojekt und warum gerade dieses?

MG: Mein Lieblingsprojekt ist immer das, an dem ich gerade arbeite. Zuletzt waren es Fotos von Parkhäusern, ohne Autos. Besonders beeindruckt hat mich aber ein Fototermin in einer JVA den ich vor einiger Zeit hatte.

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DAD: Woran arbeitest du gerade bzw. womit wirst du uns in Zukunft an künstlerischen Projekten erfreuen?

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MG: Ich werde euch im absehbarer Zeit mit Naturmotiven in einem surrealen Kontext erfreuen. Mit diesem Projekt gehe ich schon lange schwanger und 2013 möchte ich es gerne realisieren. Schaun wir mal…

 

DAD: Was hält dich bei der Arbeit an der im Grafikprogramm bzw. hinter der Kamera wach?

Wenn es spannend wird! Wenn ich bemerke, dass sich meine Vorstellungen mit dem was ich auf meinem Bildschirm sehe zu decken beginnen.

 

DAD: Hast du als erfahrener Fotograf ein paar Tipps für Anfänger und Neulinge in deinem Bereich der Kunst?

MG: Macht das, was ihr schon immer machen wolltet und nicht das, was von euch erwartet wird.

 

DAD: Herzlichen Dank für das Kurz-Interview!Für deine Künstlerkarriere wünschen wir weiterhin viel Erfolg!

 

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