Miho Birimisa via Posterlounge.de

© Miho Birimisa via Posterlounge.de

DailyArtDesign INTERVIEW mit Miho Birimisa – Fotograf

© Miho Birimisa

DAD: Hallo, erzählst du uns ein wenig über dich und deinen Werdegang?

MB: Fotografisch gesehen bin ich ein klassischer Quereinsteiger. Ich bin seit 1995 in der IT Branche tätig. Im Hinblick auf die Tätigkeit kann man meine Arbeit im weitesten Sinne mit Produkt- und Programmmanagement vergleichen. Einer der schönsten Aspekte bei der Arbeit ist, dass man im Prinzip jeden Tag international tätig ist. Das bringt jeden Tag neue Erkenntnisse und Einblicke, ganz zu schweigen von der Dynamik, die die Branche an sich mit sich bringt. Am Ende schärft das den Blick – für das Ganze und für das Detail. Fotografie ist vielschichtig, aber der Blick für das Ganze und für das Detail ist das, was über die Jahre die Fotografie für mich immer wichtiger hat werden lassen. Wenn man einschlägige Literatur vergleicht, wird man feststellen, dass viele typische Regeln für gute Fotografien sich auch auf die Erstellung guter Produktpräsentationen anwenden lassen – und umgekehrt.

© Miho Birimisa via Posterlounge.de

 

DAD: Wann hast du deine Karriere als Fotograf gestartet?

MB: Begonnen hat es im Sommer 2007 – mit einer Urlaubsreise nach Alaska und der Entscheidung, vor dem Urlaub in „anständiges“ Equipment zu investieren. Nach dem Urlaub und mit einem großen Bildervorrat ausgestattet, begann die Arbeit. Lesen, bearbeiten und üben, üben, üben. Kurze Zeit später die Schleife, die im Prinzip jeder Fotograf durchlebt. Neue und bessere Geräte und Zubehör, bessere Software, gezielte Fotoprojekte und das Bestreben, immer besser zu werden.

© Miho Birimisa via Posterlounge.de

 

DAD: Hast du einen Lieblingskünstler und wer oder was inspiriert dich bei der Arbeit?

MB: Vielleicht bin ich in diesem Punkt eine Ausnahme, aber ich habe keinen Lieblingskünstler per se, so wie ich auch keine Lieblingsfarbe habe. Aber ich kenne eine Unzahl von Künstlern, deren Bilder oder Arbeiten mir sehr gefallen – nicht immer weil mir die Stilrichtung oder das Motiv gefällt, sondern weil mich einzelne Gestaltungselemente ansprechen, die ich, wenn es sich ergibt, in meinen Fotografien aufgreife.

© Miho Birimisa

 

DAD: Woher bekommst du die Ideen für deine Motive?

MB: Glücklicherweise lerne ich durch meinen Beruf viele Länder kennen. Das alleine ist schon eine Hauptmotivquelle für mich. Interessant vor allem deshalb, weil man andere Länder nicht als klassischer Tourist bereist, sondern dort mit vielen Menschen zusammen arbeitet und zu ganz andere Einblicken und Erfahrungen kommt. Weitere Ideen entwickele ich, wenn ich nach einem Jahr alte Motive nochmal sichte. Man selbst entwickelt sich weiter und wenn man mit etwas Abstand auf Fotografien schaut, wird man oft überrascht sein, auf welche Ideen man kommt. Manche Ideen setzt man über eine entsprechende Bildbearbeitung um, andere wenn man nochmal die Lokation besucht.

© Miho Birimisa

 

DAD: Welche Software benutzt du für deine Kreationen?

MB: Für die Bildbearbeitung benutze ich den Klassiker: Photoshop. Ein Werkzeug, das ich heute nicht mehr missen möchte. Zusammen mit Photoshop nutze ich in letzter Zeit verstärkt die NIK Filtersoftware, die mir viele manuelle Handgriffe erspart. Zum Stitchen meiner Panorama-Aufnahmen nutze ich Kolor Autopano Pro.

© Miho Birimisa via Posterlounge.de

 

DAD: Wie würdest du deinen Stil beschreiben, womit wecken deine Werke Interesse bei ihren Betrachtern?

© Miho Birimisa via Posterlounge.de

MB: Bei meinen Bildern versuche ich fast immer, die Aspekte „Schönheit“ und „Harmonie“ hervorzuheben. Meistens wirkt die Bildbearbeitung sehr real, nur selten setze ich z.B. durch Farbverfremdungen Akzente. Deshalb findet man in meinem Portfolio so gut wie keine HDR Aufnahme, eher Aufnahmen, die durch „Exposure Blending“ entstanden sind.

In den letzten Jahren habe ich eine starke Vorliebe für großflächige Panoramafotografien entwickelt. Die meisten neueren Fotografien sind fast ausschließlich Panoramen. Panoramafotografien ermöglichen es dem Betrachter, Motive ganzheitlich zu erfassen – und das verbunden mit einem Hauch „Intimität“. Man hat beim Blick auf das Foto oft das Gefühl, dass die große Szenerie nur für einen selbst da ist.

DAD: Was war bisher dein Lieblingsprojekt und warum gerade dieses?

MB: Mein Lieblingsprojekt läuft noch – „die Welt in XXL“ – begründet in meiner Vorliebe für Panoramafotos. Kein Projekt, das bewusst initiiert wurde, sondern sich über die Zeit entwickelt hat. Deshalb habe ich auch im letzten Jahr, als ich eine Masse an Aufnahmen angehäuft hatte, eine spezielle Rubrik auf meiner Homepage aufgemacht.

© Miho Birimisa via Posterlounge.de

 

DAD: Woran arbeitest du gerade bzw. womit wirst du uns in Zukunft an künstlerischen Projekten erfreuen?

MB: Seit dem letzten Herbst arbeite ich an einer relativ großen Fotoausstellung, die im Juni 2013 im Ettlinger Tor in Karlsruhe eröffnet wird. Es ist eine der größten Veranstaltungen dieser Art außerhalb traditioneller Orte wie Galerien oder Museen in Karlsruhe und ich werde mit allen wichtigen Panoramafotos vertreten sein. Ich freue mich sehr auf diese Veranstaltung.

 

DAD: Was hält dich bei der Arbeit an der im Grafikprogramm bzw. hinter der Kamera wach?

© Miho Birimisa via Posterlounge.de

MB: Hinter der Kamera hält mich die Freude am zu erwarteten Endergebnis und die Annäherung an den Moment, wo man „seine Aufnahme“ im Kasten hat, wach. Sofern Menschen vor der Kamera stehen, ist es das Bestreben, die Erwartungen der abgelichteten Person zu erfüllen.

Bei der Arbeit mit dem Grafikprogram hält mich die Erinnerung an den Moment des Fotografierens wach und die Überraschungen, die sich bei entsprechender Bearbeitung hinter manchen Pixeln verbergen.

Ganz gleich ob hinter der Kamera oder am Bildbearbeitungsprogramm – es sind durchweg schöne Momente, wenn man am Schluss das vor sich hat, was man vorher als Bild im Kopf hatte.

 

DAD: Hast du als erfahrener Fotograf ein paar Tipps für Anfänger und Neulinge in deinem Bereich der Kunst?

MB: Aus eigener Erfahrung kann ich jedem Anfänger nur empfehlen, sich neben dem Lernen einfacher Grundregeln relativ früh mit anderen Gleichgesinnten auszutauschen und eigene Bilder kritisch zu besprechen. Auch ein Bildervergleich mit Pendants in Communities schadet nicht.

Wenn man wie ich keine klassische Fotografenausbildung absolviert hat, braucht es diesen Austausch, um hier und da wieder in die Realität zurückgeholt zu werden. Wer kontinuierlich am Ball bleibt, wird selbst feststellen, dass viele Bilder, mit der Zeit den eigenen Ansprüchen nicht mehr genügen – und das ist gut so, denn es beweist, dass man sich handwerklich weiterentwickelt hat.

Ansonsten gilt: Üben, üben, üben, was aber auch den Spaß ausmacht. Und ab und an durchaus mal das Genre wechseln, weil man so neue Ideen entwickeln kann – sei es für das, was man ohnehin am liebsten fotografiert, oder für ein völlig neues Projekt.

© Miho Birimisa via Posterlounge.de

 

DAD: Herzlichen Dank für das Kurz-Interview! Für deine Künstlerkarriere wünschen wir weiterhin viel Erfolg!

 

Weitere Informationen:

 

Ein Gedanke zu “DailyArtDesign INTERVIEW mit Miho Birimisa – Fotograf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *