Reiner Würz via posterlounge.de

© Reiner Würz via posterlounge.de

DailyArtDesign Interview mit Reiner Würz – Fotograf

DAD: Hallo, erzählst du uns ein wenig über dich und deinen Werdegang?

RW: Ich bin nicht unbedingt mit einer Kamera in der Hand auf die Welt gekommen. Erstes Interesse an der Fotografie entstand durch die Begegnung mit Produkten von Leica. Deren Technik und Präzision haben mich bereits in jungen Jahren fasziniert. Dies ist nicht verwunderlich, bin ich doch in unmittelbarer Nähe des Wetzlarer Firmensitzes aufgewachsen. Meine erste Spiegelreflexausrüstung konnte ich mir aber erst nach meinem Studium Anfang der 80er Jahre leisten, und aus der Faszination an Optik und Technik entwickelte sich schnell die Leidenschaft zur Fotografie.

 

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DAD: Wann hast du deine Karriere als Fotograf gestartet?

RW: Umfängliches Ausloten von gestalterischen Möglichkeiten, das endlose Spiel von Licht und Schatten in Einklang zu bringen, und das Einfangen von Schönheiten unserer Natur in all ihrer Facetten begann, als die Digitaltechnik qualitativ der Analogtechnik ebenbürtig wurde.

 

DAD: Hast du einen Lieblingskünstler, und wer oder was inspiriert dich bei der Arbeit?

RW: Lieblingskünstler habe ich keine. Vielmehr interessieren mich Fotos, Aufnahmetechniken und Bildgestaltung von Freunden mit denen ich auf der ein oder anderen Foto Tour unterwegs bin. Hierbei gibt es immer etwas zu lernen. Anfangs habe ich mir aber auch Anregungen aus dem Internet geholt.

 

DAD: Woher bekommst du die Ideen für deine Motive?

RW: Meine Motivideen entstehen zumeist spontan und sind geprägt von den Gegebenheiten vor Ort. Farben, Lichter und Schatten eines ausgewählten Motives stellen sich zur jeder Tageszeit unterschiedlich dar und erfordern entsprechend angepasste Betrachtungswinkel. Es passiert mir aber auch schon mal, dass ich ein mich inspirierendes Motiv ausgewählt habe, mit den aktuellen Lichtverhältnissen aber nicht zufrieden bin. In solchen Fällen schieße ich dann mehrere Belichtungsreihen zu  anderen Tageszeiten, bis das endgültige Foto meinen Vorstellungen entspricht. Motive in Schottland, Schweden und den Dolomiten habe ich diesbezüglich noch gut in Erinnerung.

 

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DAD: Welche Materialien / Medien / Software benutzt du für deine Kreationen?

RW: Spiegelreflexkamera und lichtstarke Objektive gehören natürlich zur Grundausrüstung. Meine Aufnahmen entstehen ausnahmslos im RAW-Format. Der anschließende Workflow ist von Adobe Produkten geprägt. Ich versuche bei meinen Aufnahmen die Benutzung von Objektivfiltern zu vermeiden, da m.E. jedes Filter die Qualität eines Fotos verschlechtert, und sei es noch so gering. Nur in extrem herausfordernden Situationen kommt ein Filter zum Einsatz, aber dann eines höchster Qualität.

 

DAD: Wie würdest du deinen Stil beschreiben, womit wecken deine Werke Interesse bei seinen Betrachtern?

RW: Ich würde meinen Stil als unverfälschte Natur- und Landschaftsfotografie bezeichnen. Mein Anspruch ist die Schönheit der Natur realistisch wiederzugeben, ohne aufwendige Nachbearbeitungen und digitale Effekte, was natürlich oft mehr Zeit, Aufwand und Geschick bei den Aufnahmen erfordert. Andererseits scheinen dies die Kunden durch die Nachfrage meiner Fotos zu würdigen. Besonders stolz war ich u.a. als eines meiner Fotos die Titelseite eines GEO Heftes ausfüllte, was wohl der Traum vieler Amateur und Profifotografen sein dürfte. Ich möchte aber auch nicht verleugnen ab und an den Nachbearbeitungsmöglichkeiten der digitalen Fotografie zu verfallen, lasse dies aber nicht zur Regel werden.

 

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DAD:  Was war bisher dein Lieblingsprojekt und warum gerade dieses?

RW: Die Frage ist schwierig zu beantworten. Aber ich denke die Naturschönheiten der West- und Northwest Highlands in Schottland haben mich besonders beeindruckt und inspiriert. Selten habe ich so satte Farben, Kontraste, Licht- und Schattenspiele fotografieren dürfen. Besonders motiviert hat mich dabei die Herausforderung zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein, denn die Perioden zum Fotografieren sind hier oft sehr kurz und die Übergänge zu Regenwetter nahtlos.

 

DAD:  Woran arbeitest du gerade, und womit wirst du uns in Zukunft an künstlerischen Projekten erfreuen?

RW: Ein konkretes, kurzfristiges  Projekt steht nicht an. Vielmehr bin ich momentan damit beschäftigt, vergangene Projekte zum Abschluss zu bringen und zu sortieren und den Workflow eben. Ich möchte mich aber unbedingt mit der Ultra-Weitwinkel Fotografie beschäftigen, nicht zu verwechseln mit Fisheye Aufnahmen. Neue Objektive erlauben hier neue gestalterische Möglichkeiten, die ich gerne entdecken möchte.

 

DAD:  Was hält dich bei der Arbeit hinter der Kamera wach?

RW: Dazu ist nichts Besonderes notwendig. Wenn ich mit meiner Kamera unterwegs bin, sehe ich immer potentielle Motive und lote dabei automatisch unterschiedliche Betrachtungswinkel aus. Allein dies hält mich schon wach, genauso wie die kontinuierliche Suche nach dem besonderen, außergewöhnlichen Foto.

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DAD: Hast du als Fotograf ein paar Tipps für Anfänger und Neulinge in deinem Bereich der Kunst?

RW: Als Anfänger im Bereich der Natur- und Landschaftsfotografie sollte man eines beherzigen: Viel Zeit mitbringen und zu unterschiedlichen Tageszeiten mit Farbe, Licht und Schatten experimentieren ! Nicht umsonst ist das wichtigste Werkzeug eines Naturfotografen der Stuhl, bzw. der Hocker. Auf diesem zu sitzen und auf das richtige Licht zu warten wird auch in Zeiten der Digitalfotografie mit tollen, natürlich wirkenden Aufnahmen belohnt!

 

DAD: Herzlichen Dank für das Kurz-Interview! Für deine Künstlerkarriere wünschen wir weiterhin viel Erfolg!

 

 Mehr Informationen zum Fotografen Reiner Würz:

Romi Na gefällt dieser Artikel

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