Robert Gergaut via Posterlounge.de

© Robert Gergaut via Posterlounge.de

DailyArtDesign Interview mit Robert Gergaut – Fotograf

DAD: Hallo, erzählst du uns ein wenig über dich und deinen Werdegang?

RG: Das werde ich gerne machen. Ich bin in Leipzig geboren und aufgewachsen. Mittlerweile wohne ich leicht außerhalb, aber es ist wirklich nur ein Katzensprung. Nach der Schule kam eine Ausbildung zum Informatiker, in dem Beruf habe ich auch einige Zeit gearbeitet aber glücklich bin ich damit nicht geworden. Während dieser Jahre kam ich wieder zur Fotografie als Hobby.

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DAD: Wann hast du deine Karriere als Fotograf gestartet?

RG: Ob ich nun eine Karriere als Künstler gestartet habe, oder ob es mal eine wird, kann ich noch nicht konkret sagen. Was ich aber sagen kann: ich habe meine Karriere als Fotograf im Oktober 2011, mit der Eröffnung meines Fotostudios, begonnen. Es war ein gewagter Schritt, den ich bislang aber kein Stück bereut habe. Ich hatte vorher schon bezahlte Aufträge, aber man kann nicht sagen, dass ich mit einem festen Kundenstamm gestartet bin.

 

DAD: Hast du einen Lieblingskünstler und wer oder was inspiriert dich bei der Arbeit?

RG: Einen direkten Lieblingskünstler habe ich nicht. Inspiration gibt es an jeder Ecke. Sei es Werbung an Straßenbahnhaltestellen, Magazine, Erzählungen aus dem wahren Leben oder auch nur die bloße Gelegenheit zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort zu sein um ihn auf sich wirken zu lassen.

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DAD: Woher bekommst du die Ideen für deine Motive?

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RG: Auf Posterlounge zum Beispiel veröffentliche ich Naturmotive. Zum einen hat damit das Hobby angefangen und zum anderen ist die Natur überall. Sie schafft, sie zerstört, sie wandelt um, oder kurz gesagt sie lebt. Man braucht doch nur eine Kamera und einen Wald. Das eine zum Motive einfangen und das andere zum Motive anbieten.

Beruflich bin ich in den Bereichen People und Produktfotografie unterwegs. Da kann man sagen, dass die Motive zu mir kommen. Jeder Mensch ist auf seine Art interessant, jedes Produkt hat einen Nutzen und wurde geschaffen um benutzt zu werden und das fange ich ein um es wiederum anderen Menschen zu zeigen.

 

DAD: Welche Materialien, Medien und Software benutzt du für deine Kreationen?

RG: Ich benutzte digitale Spiegelreflextechnik. Die Kameras sind aber weniger wichtig. Hauptsache ist, sie fühlen sich gut an und ich kann mir die Knöpfe schnell einprägen um sie blind zu beherrschen. Wichtiger sind die verwendeten Optiken und ein stabiles Stativ. Als Software benutze ich die Bridge und Photoshop von Adobe.

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DAD: Wie würdest du deinen Stil beschreiben, womit wecken deine Werke Interesse bei ihren Betrachtern?

RG: Mein persönlicher Stil ist noch nicht sehr gefestigt und ich hoffe, dass es auch so bleibt. Vor 1 oder 2 Jahren habe ich andere Bilder gemacht als jetzt und in 1 oder 2 Jahren werde ich sie wieder etwas anders machen. Fotografieren heißt entwickeln und auch sich selbst entwickeln. Ich bin immer bestrebt einen Kompromiss aus Ehrlichkeit und Fiktion zu erreichen. Sicherlich werden Fältchen mal retuschiert, aber ich mache definitiv keine Porzellanpüppchen. Ich erstelle fiktive Welten, aber die Darsteller bleiben echt.

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DAD: Was war bisher dein Lieblingsprojekt und warum gerade dieses?

RG: Mein Lieblingsprojekt existiert nicht mehr. Ich war mal wieder im Wald unterwegs. Es waren Fotos von einer Bache, die gerade ihre Frischlinge säugte. Es war fast schon ein magischer Moment. Sie hatte mich zwar registriert aber auch toleriert, so konnte ich ein paar Aufnahmen machen und verschwand dann aber, bevor sie es sich nochmal überlegen konnte. Seither ist für mich das wichtigste Schlagwort: BACKUP!!!

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DAD: Woran arbeitest du gerade?

RG: Momentan arbeite ich an einem Projekt, das es so noch nicht gab. Zusammen mit zwei weiteren Personen wollen wir einen Oldtimer Kalender auf die Beine stellen. Dabei handelt es sich um ein Community- Projekt an dem möglichst viele sich beteiligen sollen, denn nur als Gemeinschaft ist man stark. Es geht dabei nicht um die Hochglanzpolierten Sammlerikonen die man nur noch in Museen findet, sondern um echte Autos. Autos die noch fahren können und auch noch den Zweck erfüllen zu dem sie gedacht waren. Nähere Infos dazu gibt es unter www.oldtimer-kalender.com. Wir suchen immer nach Unterstützung und Oldtimerfreunden die sich gerne daran beteiligen wollen.

 

DAD: Was hält dich bei der Arbeit im Grafikprogramm beziehungsweise hinter der Kamera wach?

RG: Naja neben der täglichen Ration Kaffee ist es die Spannung. Bei mir kommt kaum ein Bild unbearbeitet ans Tageslicht. Der Grundstein ist immer eine RAW-Konvertierung, für die ich mir auch gern etwas Zeit lasse und Photoshop ist nur noch für das Finish zuständig. Bei Aufträgen sieht es wiederum anders aus. Da versucht man so schnell wie möglich per Batchverarbeitung oder so, dem Kunden etwas zu präsentieren. Vor dem Druck wird es dann nochmal optimiert.

 

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DAD: Hast du als erfahrener Fotograf ein paar Tipps für Anfänger und Neulinge in deinem Bereich der Kunst?

RG: Man hört oft den Satz: „Du hast aber eine tolle Kamera, die macht bestimmt gute Fotos“. Diesen Satz sollte man so schnell es geht als Beleidigung auffassen. Es entwertet den Fotografen sowohl als Handwerker, als Künstler und als Mensch. Die nächste Frage die dann kommt ist „Welche Kamera sollte ich nehmen“ – ganz einfach – eine die funktioniert und gut in der Hand liegt. Wer sich mit den Grundregeln auseinandersetzt und dann irgendwann versteht warum es sie gibt, wann man sie anwenden sollte und warum man sie eventuell brechen will, der macht mit jeder Kamera gute Bilder. Immer wieder neue Hinweise und Denkanstöße, gerade für Anfänger, gibt es auch im Blog auf meiner Webseite.

 

DAD: Herzlichen Dank für das Kurz-Interview!
 Für deine Künstlerkarriere wünschen wir weiterhin viel Erfolg!

 

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