Sabine Israel

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DailyArtDesign Interview mit Sabine Israel – Illustratorin

© Sabine Israel via Posterlounge.de

DAD: Hallo, erzählst du uns ein wenig über dich und deinen Werdegang?

SI: Ich studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und Gebrauchsgrafik an der Kunsthochschule Weißensee in Berlin. Nach vielen Jahren der detailgetreuen Genauigkeit, zog es mich stark zur abstrakten Malerei, weg von Fineliner und Bleistift, hin zum möglichst breiten Pinsel und zur Farbe. Irgendwann bin ich dann zu meinem Ursprung zurückgekommen, zur Linie und zur Grafik. In meinen Illustrationen verbinden sich jetzt beide Elemente, die Abstraktion und die Zeichnung, in für mich gleich wichtigem Verhältnis.

Früher wollte ich immer alles direkt aufs Papier bringen ohne technischen Einsatz, ohne was dazwischen, wie Siebdruck, Monotypie, Radierung ect.. Das alles lag mir nicht. Deshalb überrascht es mich umso mehr, dass ich jetzt mit Photoshop arbeite. Photoshop ist eine Schatzkiste für mich geworden.

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DAD: Wann hast du deine Karriere als Künstlerin und Illustratorin gestartet?

SI: Mitte der 90er Jahre bin ich mit Malerei und Illustration nach außen getreten, habe an Wettbewerben teilgenommen mit Freunden Ausstellungen organisiert , ein Gemeinschaftsatelier gegründet und wurde so mehr und mehr wahrgenommen, bekam Aufträge und wurde von Galeristen angefragt. Das ging damals alles nur „zu Fuß“. Heute hat man mit dem Internet ganz andere Möglichkeiten und die sollte man unbedingt nutzen.

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DAD: Hast du einen Lieblingskünstler und wer oder was inspiriert dich bei der Arbeit?

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SI: Die Arbeit an einem Bild ist für mich wie Zauberei, ich habe so viele Ideen und im Arbeitsprozess entsteht dann oft etwas anderes, etwas, dass sich im Verlauf des Herumexperimentierens entwickelt.
Mich interessieren immer wieder andere Künstler beziehungsweise Illustratoren aus verschiedenen Gesichtspunkten. Ich mag das erzählerisch punktgenaue von Sammy Harkam, die graphische Perfektion von Klaus Ensikat und die dokumentarische Brillanz von Olivier Kugler, aber auch die starken Illustrationen von Kat Menschik, die witzigen und reduzierten von Nadja Budde, nach wie vor Gottfried Helnwein… In der Malerei bin ich immer wieder beeindruckt von der Kraft der Bilder Fred Thielers.

 

DAD: Woher bekommst du die Ideen für deine Motive?

SI: Wenn ich etwas bildlich umsetzen will, dann habe ich eher zu viele Ideen und die „schwierige“ Übung ist es, mich auf eine Idee zu reduzieren. Dass mir gar nichts einfällt, hatte ich bis jetzt noch nicht. Die Ideen schreibe ich immer auf oder skizziere sie, so kann ich besser sortieren und sie gehen nicht verloren.

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DAD: Welche Materialien, Medien und Software benutzt du für deine Kreationen?

SI: Verschiedene Malgründe, gern altes abgelagertes oder beschmutztes Papier, Acrylfarben , Stempel, Schablonen, verschiedenes Zeichenmaterial, alte Fotos vom Flohmarkt, Fotoapparat, Scanner, Photoshop.

 

DAD: Wie würdest du deinen Stil beschreiben, womit wecken deine Werke Interesse bei ihrem Betrachtern?

SI: Mein Stil ist vom Naturalismus und der Abstraktion gleichermaßen geprägt. Innerhalb dieser Eckpunkte bewege ich mich und experimentiere ich. Es ist immer was Unvollkommenes, Unsauberes dabei. Das „Glatte“ und „Aufgeräumte“ interessiert mich nicht.

 

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DAD: Woran arbeitest du gerade?

SI: Im Moment arbeite ich an einem Projekt über die „erzieherische“ Kommunikation Erwachsener mit Kindern, so könnte man das grob umschreiben.

 

DAD: Was hält dich bei der Arbeit an der Leinwand und im Grafikprogramm wach?

SI: Die Arbeit selbst hält mich wach und macht mich euphorisch, ich habe eher Mühe ein Ende zu finden, den Tag zu beenden und andere wichtige Dinge dazwischen zu schieben.

 

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DAD: Hast du als erfahrene Illustratorin ein paar Tipps für Anfänger und Neulinge in deinem Bereich der Kunst?

SI: Das Eigene finden und sich nicht davon abbringen lassen. Der eigene Stil entwickelt sich letztendlich von selbst, wenn man obsessiv arbeitet. Er ist von der eigenen Identität stark beeinflusst. Er entwickelt und verändert sich, weil man sich selbst auch verändert. Die Arbeit am eigenen Stil ist ein konstanter Lernprozess.

Ansonsten: Immer wieder Weitermachen und geduldig bleiben. Ideen festhalten und umsetzen. Kontakte suchen, nach außen treten, sich zeigen, das Internet nutzen, nicht aufgeben und an sich glauben.
Ein japanisches Sprichwort bringt es auf den Punkt:

Wenn du es eilig hast, mach einen Umweg.

 

DAD: Herzlichen Dank für das Kurz-Interview!
 Für deine Künstlerkarriere wünschen wir weiterhin viel Erfolg!

 

Weitere Informationen:

 

Maria Di Martino gefällt dieser Artikel

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