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DailyArtDesign INTERVIEW mit Stephan Hogekamp alias teddynash – Künstler

DAD:  Hallo, erzählst du uns ein wenig über dich und deinen Werdegang?

SH: Ich bin teddynash und komme vom Niederrhein. Meine Leidenschaft, die Kunst, zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Eigentlich bin ich kein Mann der großen Worte, sondern lasse lieber meine Fotos sprechen. Denn sie spiegeln ebenso meine Persönlichkeit wieder. Aber heute machen wir das mal andersherum !

 

DAD: Wann hast du deine Karriere als Künstler gestartet?

SH: Kreativ war ich schon als Kind und später am Computer mit dem 64er, wo ich sogenannte „Writerdemos“ gemacht habe. Also Sätze, Wörter und Buchstaben die herumtanzten und sprangen, mit Farben und Musik, wie ein Zeichentrickfilm. Dann Mitte der 90er zauberte ich „ASCII“ Grafiken auf dem Amiga, die witzig aussahen und damals schon gut ankamen. Man bedenke, das ich schon 1996 mit DFÜ, der Datenfernübertragung, unterwegs war mit dem Usernamen „Nash“ und Leuten meine Sache präsentieren konnte. 2002 habe ich dann endlich die Digitalkamera für mich entdeckt und begann kreative und lustige Bilder zu fotografieren und Kunstwerke zu erschaffen.

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DAD: Hast du einen Lieblingskünstler, und wer oder was inspiriert dich bei der Arbeit?

SH: Nein, Vorbilder in der Kunstszene habe ich nicht. Viele Leute sagen, das ich manchmal einen Stil wie Dali habe, aber ich lasse mich nicht durch ihn inspirieren. Inspiration findet man überall. Beim Fotografieren kann ich sowohl normal schauen, wie auch mehr künstlerisch. Dann können mich schon normale Gegenstände mit interessanter Struktur zu etwas inspirieren. Aber natürlich auch Musik und Bücher! Hauptsache man öffnet sich und ist sensibel für visuelle Dinge.

 

DAD: Woher bekommst du die Ideen für deine Motive?

SH: Wenn man das immer so sagen könnte und genau wüsste, würde ich das nicht erzählen, sondern als Geheimnis für mich behalten. Aber Ideen sind schon das wichtigste überhaupt an einem Bild. Was bringt mir die beste Technik, ohne eine gute Idee?!  Genauso wenig geht das Erzwingen von neuen Ideen. Wir Menschen sind ja keine Maschinen, die auf Knopfdruck Ideen auswerfen. Ich gehe so manche Methode durch. Einmal improvisiert, einfach ohne Plan Fotos zusammenstellen oder setze mich mit Papier und Stift hin und schreibe Ideen auf und zeichne sie vor. Oder schaue in meinem Archiv, was es dort noch für schöne Rohbilder gibt. Also die Möglichkeiten sind vielfältig.

 

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DAD: Welche Materialien / Medien / Software benutzt du für deine Kreationen?

SH:  Ich verwende zunächst die Fotokamera Canon 60D mit dem schwenkbaren Display, was sehr nützlich ist, um kreativ zu arbeiten. Am Computer ist es dann zum Teil Photoshop in einer uralten Version und noch andere Programme.

Zudem ist mir Photoshop auch nicht so wichtig, wie das für andere Leute der Fall ist. Ich kenne auch nur die Basisfunktionen, damit man nicht meint, das gute Grafikprogramme einen die ganze Arbeit abnehmen. In letzter Zeit ist aber auch die reale Malerei dazugekommen. Das entspannt eben noch mehr als nur mit der Maus herum zu klicken. Die physische Begegnung mit Farbe und Pinsel ist großartig. Vor allem noch reizvoller, denn beim Malen kann man nicht so einfach Fehler, wenn es überhaupt Fehler in der Kunst gibt, löschen wie am Computer. Es ist spontaner und am Ende kann man Acrylbilder mit Digitalkunst verbinden!

 

DAD: Wie würdest du deinen Stil beschreiben, womit wecken deine Werke Interesse bei seinen Betrachtern?

SH: Alle meine Bilder haben eine gewisse Seele, würde ich sagen. Auch bei den alten Werken ist das erkennbar. Schaut man sich meine Galerie an, wird man sie entdecken.

Es gibt einige wenige Kunstfotos die mir im nachhinein nicht gefallen und wirken dann auch seelenlos! Vielleicht war ich zu diesem Zeitpunkt krank oder hatte schlechte Laune… Aber das wichtigste bei meinem Stil ist der Humor und damit kann man das Publikum gut unterhalten. Rein dekorative Sachen kommen bei mir nicht so oft vor. Sie würden mich persönlich langweilen, weil es schon soviel davon gibt. Ich erzähle lieber Geschichten mit einem einzigen Bild. Die Menschen wollen das Abenteuer und etwas verrücktes sehen und erleben, dem grauen Alltag entfliehen und sind hungrig nach moderner Kunst.

 

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DAD: Was war bisher dein Lieblingsprojekt und warum gerade dieses?

SH:  Mein geliebtes Haus-Projekt, was immer noch läuft! Selbst nach fünf Jahren, ist das noch der Knaller. Ich habe aus einem ganz langweiligen braun-grauen Haus, was ich im Urlaub fotografiert habe, viele Kunstfotos gemacht mit verschiedenen Themen. Das sind im Moment über 50 Stück und daran kann man sehen, was alles möglich ist in der Bilderkunst.

 

DAD: Woran arbeitest du gerade & womit wirst du uns in Zukunft an künstlerischen Projekten erfreuen?

SH:  In den letzten Monaten habe ich alte Dinge und den Dreck für mich entdeckt! Jahrelang war ich draußen mit meinen Geschichten, und nun gehe ich in dreckige, alte und bunt verschmierte Räume, die einen leichten „lost places“ Charakter haben. Es liegt nämlich ein Reiz in verlassenen Orten. Sie erzählen von früher und beflügeln die Fantasie der Leute. Sie haben mehr Seele, als diese glatten digitalen Hochglanzbilder. Und dabei kann man wunderbar noch surreale Sachen mit einfließen lassen. Und dahin geht derzeit mein Weg…

 

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DAD: Was hält dich bei der Arbeit an der Leinwand / im Grafikprogramm / hinter der Kamera wach?

SH:  Die Liebe und der Spaß am Kreieren meiner Kunstbilder hält mich wach. Das Schöne ist auch, dass Bilder eine universelle Sprache haben. Jeder versteht diese Art von Kunst sofort, egal ob man aus Deutschland oder Japan kommt. Der Vorteil ist auch, man sieht alles direkt auf einen Blick und muß nicht erst wie bei anderen Kunstrichtungen, sich etwas anhören oder durchlesen, bis man sich ein Urteil bilden kann.

 

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DAD: Hast du als erfahrener ein paar Tipps für Anfänger und Neulinge in deinem Bereich der Kunst?

SH: Geduld haben und dran bleiben. Keiner wird als großer Bilderkünstler geboren. Ich habe auch klein angefangen und konnte immer durch originelle und witzige Bilder auffallen ohne große Technik. Wie zum Beispiel normale Bananen zu fotografieren, Gesichter drauf malen und sie am Ende Bananenhunde nennen. Und das hat sich dann mit der Zeit gesteigert..

Wenn man dann besser ist, hilft lernen durchs Schauen! Wie machen es die anderen Künstler. Also nicht kopieren, sondern gucken und dann den eigenen Stil finden. Was sieht harmonisch aus, was nicht und so den Blick weiter schulen.

Und wenn man dran bleibt, sich bewegt und das mit Leidenschaft, Liebe, Freude, Spannung und Witz macht, dann merken das auch die Menschen und der Erfolg kommt von ganz alleine ! Denn ihnen eine Freude zu bereiten, entweder am Bildschirm oder schön klassisch an der Wand, ist doch etwas Wunderbares…

 

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