Tobias Richter via Posterlounge.de

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DailyArtDesign INTERVIEW mit Tobias Richter – Fotograf

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DAD: Hallo, erzählst du uns ein wenig über dich und deinen Werdegang?

TR: Ich bin 25 Jahre alt, komme aus Freiberg in Sachsen und  habe mich schon als Jugendlicher für Fotografie interessiert. Durch meine Eltern, die selbst viel fotografiert haben, bekam ich schon früh ein Grundwissen vermittelt. Später habe ich versucht mich selbständig auf diesem Gebiet weiterzuentwickeln. Neben Zeitschriften, Büchern und vor allem Artikeln im Internet, half mir viel experimentieren mit der Kamera. Landschaften waren dabei schon immer mein Themenschwerpunkt.

 

DAD: Wann hast du deine Karriere als Künstler gestartet?

TR: Fotografie wurde allmählich zu einem großen Bestandteil in meinem Leben und ich entschied mich vor ca. 2 Jahren hauptberuflich als selbständiger Fotograf zu arbeiten.

 

DAD: Hast du einen Lieblingskünstler und wer oder was inspiriert dich bei der Arbeit?

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TR: Ich sehe meine Arbeit eher dokumentarisch und die Natur in ihren unterschiedlichen Facetten als meine größte Inspirationsquelle. Es gibt aber natürlich auch eine Reihe Arbeiten anderer Fotografen, die mich beeindrucken und ich verbringe viel Zeit mit dem Betrachten von Bildbänden und Portfolios. Auf einen Lieblingskünstler kann ich mich dabei nicht festlegen. Am meisten faszinieren mich Steve McCurry, Jack Brauer, Joe Cornish, und Floris van Breugel.

 

DAD: Woher bekommst du die Ideen für deine Motive?

TR: Bevor ich eine Region bereise, studiere ich ausführlich Reiseführer und Internet, um mir ein Bild von der Landschaft zu machen. Danach versuche ich anhand von Wanderkarten und dem Sonnenstand meine Bilder zu planen. Meist habe ich schon eine recht konkrete Vorstellung von dem Motiv. Aufgrund der vorherrschenden Bedingungen oder des Wetters vor Ort muss ich jedoch meine Aufnahme meist noch entsprechend anpassen.

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DAD: Welche Materialien und Software benutzt du für deine Kreationen?

© Tobias Richter

TR: Für meine Arbeiten benutze ich digitale Spiegelreflexkameras und meist ein Weitwinkelobjektiv, aber auch Teleobjektive setze ich häufig ein. Für nahezu alle Bilder verwende ich ein Stativ und Grau- oder Grauverlauffilter.
Diese Filter ermöglichen mir Bilder mit größerem Dynamikumfang und längere Belichtungszeiten. Eine weitere Steigerung der Auflösung erreiche ich durch das Zusammensetzen mehrerer Einzelaufnahmen zu einem Panorama. Zur Bearbeitung setze ich Camera Raw und Photoshop ein.

 

DAD: Wie würdest du deinen Stil beschreiben, womit wecken deine Werke Interesse bei ihren Betrachtern?

TR: Mein Hauptaugenmerk liegt auf möglichst unberührten Landschaften in besonderen Lichtstimmungen. Dabei versuche ich die Szenerie in ihrer Gesamtheit zu erfassen und den Vordergrund und Himmel mit dem Hauptmotiv in Einklang zu bringen. Die Dynamik einer Landschaft versuche ich durch lange Belichtungszeiten festzuhalten.

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DAD: Was war bisher dein Lieblingsprojekt und warum gerade dieses?

TR: Da ich größtenteils an freien Themen ohne direkten Auftraggeber arbeite, fällt es mir schwer ein Lieblingsprojekt zu wählen.  Am besten gefallen mir jedoch Reisen in weniger erschlossene Gebiete, wo ich die Möglichkeit habe, selten oder noch nicht fotografierte Landschaften festzuhalten.  Im letzten Jahr hatte ich im Triglav Nationalpark (Slowenien) und in den Northwestern Highlands (Schottland) die Chance dazu.

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DAD: Woran arbeitest du gerade und womit wirst du uns in Zukunft an künstlerischen Projekten erfreuen?

TR: Ich bin gerade von einer fünfwöchigen Reise aus Schottland zurückgekehrt und habe noch eine Menge bis jetzt unveröffentlichter Bilder  in Bearbeitung. Auch versuche ich seit einiger Zeit Landschaftsfotos mit Blick unter die Wasseroberfläche zu erstellen. Für diese Aufnahmen müssen allerdings viele Faktoren zusammenspielen. So benötigt man neben der passenden Landschaft und Ausrüstung auch Glück mit dem Wind, der Sicht unter Wasser und den Lichtverhältnissen.  Leider hatte ich bis jetzt  nur sehr selten die Chance auf ein solches Bild und hoffe 2013 auf passende Gelegenheiten.

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DAD: Was hält dich bei der Arbeit im Grafikprogramm beziehungsweise hinter der Kamera wach?

TR: Wenn ich bei idealen Bedingungen fotografiere, muss ich mir selbst nachts keine Gedanken um meine Müdigkeit machen. Leider ist das nicht immer der Fall. Auf den zum Teil recht langen Auf- und Abstiegen, sowie bei langem Warten auf besseres Wetter,  versuche ich mir das fertige Motiv vorzustellen und mich damit zu motivieren. Bei der Bildbearbeitung reizt es mich, das fertige Ergebnis zu sehen. Leider nimmt die Arbeit vor dem Computer einen Hauptteil meiner Zeit in Anspruch und ich muss mich oft mit dem Gedanken an die nächste Fototour bei Laune halten.

 

DAD: Hast du als erfahrener Landschaftsfotograf ein paar Tipps für Anfänger und Neulinge in deinem Bereich der Kunst?

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TR: Ich denke das Wichtigste in der Landschaftsfotografie ist Geduld und Ausdauer. Viele meiner Bilder entstehen oft erst beim zweiten oder dritten Versuch, weil vorher das Licht noch nicht ideal war. Davon darf man sich nicht entmutigen lassen und muss es einfach später noch einmal versuchen. Mit der Zeit bekommt man ein immer besseres Gefühl für die Natur, wobei auch ich noch weit davon entfernt bin das Wetter vorherzusehen. Die digitale Fotografie hat dabei vor allem für Neulinge große Vorteile, da man nahezu unbegrenzt probieren kann, ohne dass Kosten entstehen und man das Resultat gleich angezeigt bekommt. Das hilft um sich mit der Technik vertraut zu machen und sich immer weiterzuentwickeln. Man sollte dabei versuchen sich von den Automatikprogrammen der Kamera zu lösen und versuchen die meisten Einstellungen wie beispielsweise Blende, ISO und Brennweite selber vorzunehmen.

Ich werde sehr oft gefragt welches Equipment ich benutze, da sehr viele Leute dem Irrglauben erliegen, dass eine bessere Kamera bessere Bilder macht. Sicherlich gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Kameramodellen, aber es bleiben der Fotograf und die Natur, die das Bild maßgeblich gestalten.

 

DAD: Herzlichen Dank für das Kurz-Interview! Für deine Künstlerkarriere wünschen wir weiterhin viel Erfolg!

 

Weitere Informationen:

 

Ein Gedanke zu “DailyArtDesign INTERVIEW mit Tobias Richter – Fotograf

  1. Der Tobias macht echt geniale Bilder. beneidenswert das er die Zeit hat um zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

    Das dritte Bild war irgendwo mal in einem Landschaftskalender und ist seitdem eines meiner Lieblingsbilder aus den Bergen überhaupt.!

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