Wolfgang Rieger via Posterlounge.de

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DailyArtDesign Interview mit Wolfgang Rieger – Künstler

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DAD: Hallo, erzählst du uns ein wenig über dich und deinen Werdegang?

WR: Ich bin von Hause aus ein bayerischer Preuße oder ein preußischer Bayer, wie man will. Meine Eltern und Vorfahren stammen ursprünglich aus diesen Gegenden. Aufgewachsen bin ich dann im Osnabrücker Land. Zum Grafik-Design Studium ging es nach Hannover, wo ich seitdem wohne.

 

DAD: Wann hast du deine Karriere als Künstler gestartet?

WR: In der 3. Klasse sind wir mal ins Theater nach Osnabrück zu „Peterchens Mondfahrt“ gefahren und mussten danach etwas zu dem Stück malen. Das war etwas für mich – etwas zu sehen und es dann wiederzugeben. Von da an habe ich immer ein wenig mehr gemalt und gezeichnet. Als Kind, das weiß ich noch, hatte ich immer vergebens versucht die Bildvorgaben der Malbücher zu erfüllen, die Farbflächen also genauso glatt und deckend hinzubekommen. Das klappte natürlich nicht, obwohl ich es immer mal wieder probierte und dadurch in Übung blieb (lacht).

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DAD: Hast du einen Lieblingskünstler und wer oder was inspiriert dich bei der Arbeit?

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WR: Zur Zeit mal wieder Gerhard Richter, auch gerade nach diesem tollen Kinofilm. Klimt, Schiele, Lyonel und Andreas Feinigner, Jean Dubufett mit seiner „Art Brut“, Horst Janssen und Peter Redekers Landschaftradierungen sehe ich immer noch gerne – da gibt es so viele! William Turner finde ich auch immer wieder inspirierend anzusehen.

Auch die Zeichnungen von Kindern bevor sie zur Schule gehen, wie da gemalt und gezeichnet wird und wie speziell die Linien in Kinderzeichnungen aussehen, welchen Duktus sie haben – das zu sehen, liebe ich sehr und es inspiriert mich. Vielleicht eröffne ich ja mal ein kleines Kinderkunstmuseum oder ich beteilige mich daran –  ein paar schöne Bilder hätte ich schon gesammelt.

Wenn ich Anregungen suche im Bereich Design und Fotographie, ist online „FFFFound ! image bookmarking“ immer eine gute Adresse für mich. In den letzten Jahren finde ich klassische Musik, speziell Bach und Händel inspirierend. Ich höre klassische Musik sonst eigentlich nicht, nur beim Malen. Es hat sich schon ein wenig ein Pawlow-Effekt eingestellt: wenn ich zufällig im Radio mal klassische Musik höre, muss ich anfangen zu malen. Beim Unterwegssein im Auto kann das schon schwierig werden.

 

DAD: Woher bekommst du die Ideen für deine Motive?

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WR: Irgendetwas, glaube ich, ist immer schon da, wird initiiert, aus der Erinnerung heraus in eine visuelle Vorstellung gebracht. Es ergeben sich Verknüpfungen, Assoziationen von Sinneseindrücken, vielleicht vom Gestern- Durch- Die- Stadt- Gehen. An guten Tagen hat man möglicherweise mehr Sensibilität das zu erkennen und herauszuarbeiten. Wenn sich nicht gleich etwas einstellt, übermale ich viel, male so lange, bis sich in einem Stadium etwas verdichtet, dass ich dann weiter verfolgen kann. Ergibt sich nichts Konkretes – das ist leider nicht zu selten – finde ich auch monochrome, abstrakte Texturen interessant (lacht). Es sind dann Arbeits-Zeit-Dokumente für mich, die ich auch deswegen persönlich mag, weil sie mich schon lange begleiten.

 

DAD: Welche Materialien und Software benutzt du für deine Kreationen?

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WR: Für die analoge Malerei nutze ich meist Acrylfarben zum untermalen. Um zum Beispiel pastose Texturen zu entwickeln arbeite ich auch mit Acryl-und/oder Ölfarben gemischten Baumaterialien. Die letzten Schichten mache ich dann meist mit Ölfarben, weil man sie präziser im Farb-und Tonwert und in der Konsistenz anmischen kann und sie länger offen bleiben. Durch die Lasur-Möglichkeit kann ich vieles modellieren beziehungsweise  harmonisieren, eben eine offene Gestaltung zum Abschluss bringen.

Für einige Agenturen mit denen ich online zusammenarbeite, wie zum Beispiel Posterlounge, füge ich noch weitere Ebenen hinzu, collagiere und bearbeite sie dann digital. Neben den proprietären Softwares Photoshop und Illustrator finde ich das kostenlose Inkscape sehr gut. Allerdings muss man es ein wenig kennenlernen, dafür gibt es einige gute Tutorials online zum Einstieg.

 

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DAD: Wie würdest du deinen Stil beschreiben, womit wecken deine Werke Interesse bei ihren Betrachtern?

WR: Ich finde es gut, wenn etwas erzählend, narrativ gemalt und gezeichnet wird. So wie wenn der Begriff „ambient“ aus der Musik auf Malerei und Design bezogen wird. Ich versuche das auch umzusetzen und glaube, dass das Menschen interessiert.

 

 

 

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DAD: Was war bisher dein Lieblingsprojekt und warum gerade dieses?

WR: Bilder mit Texten beziehungsweise Schriften, mit Texturen, figurative Darstellungen oder Collagen sind für mich momentan die interessanteren Projekte gewesen – das wechselt aber immer mal wieder im persönlichen Empfinden. Für mich sind Bilder aktuell besonders interessant, wenn sie mit etwas verknüpft sind, dass ihre reine Bildaussage flankiert, verstärkt. Diese Verknüpfungen können Räumlichkeiten, aber auch Videos, Sounds, Musik und Alltagsgeräusche sein.

 

 

DAD: Woran arbeitest du gerade bzw. womit wirst du uns in Zukunft an künstlerischen Projekten erfreuen?

WR: Die Zeit selbst ist ein Projekt. Ich werde mir also mehr Zeit nehmen für einzelne Projekte, sozusagen Malerei in Slow Motion, in Bezug auf Ruhe, Konzentration und Kraft.

Ich war gerade anlässlich der „Ateliersafari“ in Hannover unterwegs, es ergaben sich da einige interessante Kollegengespräche, bei denen es im Kern eigentlich immer wieder auf den scheinbar gerade jetzt spielentscheidenden Faktor „Zeit“ ging.

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DAD: Was hält dich bei der Arbeit an der Leinwand und im Grafikprogramm wach?

WR: Ich glaube Spaß an der Arbeit ist der beste Antrieb, die beste „Droge“. Wenn es mal nicht so läuft: selber laufen. Für mich ist Bewegung immer gut.

 

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DAD: Hast du als erfahrener Künstler ein paar Tipps für Anfänger und Neulinge in deinem Bereich der Kunst?

WR: Es sind ja zum Teil gegensätzlich erscheinende Charaktereigenschaften, die Kreative und Künstler ausmachen. Man muss einerseits sensibel sein um Intuitionen spüren und weiterentwickeln zu können. Dann muss man aber auch stark genug sein, diese Intuitions-Sensibilität im Alltag aufrecht zu erhalten. Auch gibt es Hochkreativphasen und leider auch Zeiten ohne Ideen und Ansporn.

Wenn man das als Kreativer weiß und das es anderen ebenso geht, kann man das auch für sich akzeptieren und dann besser eine Balance finden.

 

DAD: Herzlichen Dank für das Kurz-Interview! Für deine Künstlerkarriere wünschen wir weiterhin viel Erfolg!

 

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