Fallingwater House von Frank Lloyd Wright

© Fallingwater House von Frank Lloyd Wright

Frank Lloyd Wright – Der große Architekt der Moderne

Frank Lloyd Wright – noch nie gehört? Man muss sich schon etwas in der Architekur auskennen, um den Namen Frank Lloyd Wright halbwegs einordnen zu können. Mit dem Guggenheim Museum in New York dagegen kann fast jedes Kind etwas anfangen.
Frank Lloyd Wright gilt als Ausnahmearchitekt der Moderne. Mit seinen Entwürfen und Bauten lieferte er nicht nur atemberaubende Lösungen für Gebäude, sondern auch derart individuelle Bauten, dass sie nie wieder rezipiert wurden. Das dürfte wohl nicht nur an dem exzentrischen Zeitgenossen selbst liegen, sondern wohl auch einfach daran, dass er es wie kein anderer verstand Ästhetik und Funktion miteinander zu verbinden. Für ihn erschien das Bauen als organischer Prozess. Der Standort war immer genauso sehr Teil des Entwurfes, wie das spätere Gebäude. Da gerade heutige Architektur hauptsächlich durch ökonomisch getriebenen Funktionalismus geprägt ist und völlig ohne ästhetischen Mehrwert auskommen muss, lohnt sich ein Blick auf diesen exzentrischen Architekten.


1867 in den USA geboren, studierte Wright ab 1885 an der University of Wisconsin, verließ die Hochschule aber bereits 2 Jahre später ohne Abschluss. Seiner Karriere als Architekt schien dies aber nicht im Weg zu stehen, denn nur wenige Jahre später arbeitete er einige Zeit im Büro von Louis Sullivan und gründete 1895 dann sein eigenes Architekturbüro. Spätestens dann begann Wright seine eigenwilligen und individuellen Entwürfe. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen das Solomon R. Guggenheim Museum in New York, die Villa Fallingwater für Edgar J. Kaufman, sowie das Verwaltungsgebäude der Johnson Wax Company. Jeder einzelne seiner Entwürfe ist nicht nur perfekt in den Standort und seine Bedürfnisse integriert, sondern auch absolut einzigartig und ästhetisch ausgesprochen anspruchsvoll! Bedenkt man dabei noch den zeitlichen Rahmen, in dem alle Gebäude entstanden, nämlich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ist dies umso erstaunlicher. Die Gebäude Frank Lloyd Wrights scheinen sich noch heute perfekt in die Gestalt der Gegenwartsarchitektur einzufügen. Nicht umsonst galt Wright lange Zeit als der bedeutendste Architekt des frühen 20. Jahrhunderts.
Wright hielt sich schon damals nicht an gängige Konventionen oder Regeln der Architektur. Bestes Beispiel ist hierfür die große Bürohalle des Johnson Wax Verwaltungsgebäudes. Hier ragen die Stützen der Decke wie große Pilze in die Höhe. Das Dach selbst wird nur von diesen gebildet und getragen – und dazwischen – Licht, das von außen den Raum beleuchtet. Die Genehmigung der Stützen brachte einige Probleme mit sich. Die am unteren Ende im Durchmesser nur wenige Zentimeter starken Gebilde wurden zunächst nicht genehmigt und unter großem Aufwand und mit viel Medienrummel getestet. Letztlich hielten sie eine größere Belastung aus als herkömmliche Stützen. Angeblich stürzte die so getestete Stütze erst ein, als der Großmeister selbst mit einem Stock auf sie einschlug. Wie hätte es auch anders sein können?

Die Entwürfe und Bauten von Frank Lloyd Wright haben eine Gemeinsamkeit, nämlich keine. Kein Bau gleicht dem anderen und man spare sich die Mühe Charakteristika zu finden. Es gibt sie schlicht und ergreifend nicht. Wright erkannte bereits vor über 100 Jahren, dass Architektur individuell auf Bedürfnisse, Standort und andere Faktoren abgestimmt sein sollte. Jeder Bau ist ein individueller und kreativer Schaffensprozess, der sich nicht darin erschöpft, dass man versatzstückartig angepasste und funktionale Elemente zusammenfügt. Wie die Kunst, die das Guggenheim Museum beherbergt, ist auch das Museum selbst ein Kunstwerk – einzigartig und ästhetisch.

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