Romina Möller_DailyArtDesign.de

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Hochschule für Grafik & Buchkunst Leipzig: Vielmehr Kunst als Krempel beim Rundgang 2013

Jedes Jahr etwa zur gleichen Zeit öffnet die Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig ihre Pforten und lädt einige Tage zum Rundgang. Zu bestaunen gibt es Projekte und Diplomarbeiten der hiesigen Studenten, die die verschiedensten Studiengänge, also Malerei/Grafik, Fotografie, Buchkunst/Grafik-Design und Medienkunst belegt haben. Jedes Jahr eröffnet den sogenannten Rundgang eine Riesenparty, die auch zu meiner Studienzeit schon als legendär galt. Dort war der place to be – was gäbe es auch Grandioseres, als in den altehrwürdigen Hallen dieser wunderschönen Schule abzutanzen, zu sehen und gesehen zu werden?

Auch dieses Jahr wurde der alljährliche Rundgang in der schon seit 1764 bestehenden Schule der schönen Künste mit der legendären Party eröffnet, wo neben und mit der Kunst getanzt, gelacht und gefeiert wurde. Daran schlossen sich dann die ‚Tage der offenen Türen – ein ganzes Wochenende waren die großen, schweren Türen der bekannten Kunstschule geöffnet, und Romina war vor Ort!

Kirsti

 

HGB-Rundgang 2013

Die HGB lud wieder zum jährigen Rundgang ein, bei dem die Studenten der verschiedenen Studiengänge aller Kunstrichtungen ihre Projekte und ihre Diplomarbeiten ausstellten. Donnerstag, den 14. Februar war Eröffnung mit einer riesigen Party. Da meine Mitbewohnerin selbst HGB-Studentin ist, sitze ich quasi an der Quelle, und mir war klar, dass ich mir das nicht entgehen lassen darf, zumal sie dort zusammen mit ihrer Klasse ausstellte.

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Sonntagabend gegen 19Uhr betrat ich also die großartigen Hallen der Hochschule für Grafik und Buchkunst. Riesige Räume mit hohen Decken begrüßten mich, und ich war beeindruckt von dem schönen Rokoko-Bau, der vollends restauriert wurde. Man kann dort das Flair der Kunst fast spüren, schließlich war die Schule einst die Staatliche Kunstakademie. Als ich zum Haupttor hinein kam, stand ich in einem Vorraum mit Schildern der Ausstellungsbeteiligten.

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Sowie ich dann die Stufen hinauf ging, kam ich auch schon ins Zentrum des Geschehens und des Gebäudes, in eine Art Haupthalle. Auf dem gekachelten Fußboden lagen verstreut graue Pappmappen und Konfetti. Wenn man nach oben schaute, sah man alle Etagen, die Rundbögen und das Kreuzgewölbe der Decke – wahrscheinlich ist dies der wohl bekannteste Part des Bauwerks, der Lichthof.

 

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An dieser Stelle musste ich mich nun entscheiden, in welche Richtung ich mit meinem Rundgang starten wollte. Es mag vielleicht verrückt klingen, aber irgendwie erinnerte mich die Szenerie an den Zauberer von Oz – als Protagonistin in einem anderen Film wäre ich sicherlich plötzlich zu Dorothy verwandelt worden und hätte den gelben langen Steinweg bis zur Gabelung entlangschreiten müssen. Ich aber blieb in der HGB, der Weg gabelte sich nicht, und ich entschied mich, durch eine der besagten schweren, riesigen Holztüren zu gehen.  Mit dem Passieren der Tür betrat ich einen langen Korridor, wovon auch wieder mehrere Räume abgingen. Ich kam mir vor wie in einem Labyrinth. Die Korridore wurden zu Ausstellungszwecken, für Imbissstände mit selbstgebackenen Pizzen oder für Sitzgelegenheiten genutzt. Trotz der vielen Gänge, Räume und der doch recht späten Besuchszeit (die Ausstellung ging Do-So 11-22Uhr), waren doch noch viele Besucher vor Ort.

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Des Öfteren traf man auch den jeweiligen Künstler bei seinem Werk. Diese standen dann den Kunstinteressierten geduldig Rede und Antwort. Viele sehr schöne Bilder, Videoinstallationen und Skulpturen gab es zu sehen. Sogar ins Kino konnte man gehen und Kurzfilme der Klasse für Illustration von Professor Thomas Müller zu den Kurzgeschichten von Ray Bradbury sehen. Die Comic-Illustrationen waren animiert und mit Toneffekten versehen worden, einfach fabelhaft!

 

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Die Studenten zeigten sehr viel Kreativität. Dennoch gab es auch ein paar Kunstwerke, bei denen man vermuten konnte, dass die Herstellung nur wenige Minuten gedauert haben muss. Zu manchen Werken fehlte mir  persönlich eine kleine Erläuterung oder die Intention des Künstlers. Ich blieb bis die heiligen Hallen verschlossen wurden, also etwa bis 22Uhr.  Ich habe mir in diesem Zeitraum alles ansehen können, dennoch hätte ich wahrscheinlich noch etwas mehr Zeit gebrauchen können.

Mein Fazit: Ein toller Abend und absolut lohnenswert, diesen Rundgang zu besuchen. Nächstes Jahr werde ich den Termin auf jeden Fall wieder einplanen, wenn die HGB ruft und etwas eher dort erscheinen, um mir die wirklich interessanten Sachen länger anschauen zu können. Und vielleicht schaffe ich es dann auch zur legendären Party!

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