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Karl Schmidt-Rottluff in Chemnitz

Manchmal liegt das Gute eben doch so nah… Wie oft haben wir in letzter Zeit über die tollsten Ausstellungen in London, Düsseldorf und Hamburg berichtet und sind immer noch voller Fernweh. Allerdings gibt es auch in Mitteldeutschland einiges zu entdecken. Vor einigen Tagen sind wir nämlich über ein Örtchen gestolpert, das doch relativ unscheinbar daherkommt und doch Großes in sich birgt: Chemnitz.

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Sicherlich ist Chemnitz eher bekannt für sein jahrzehntelanges Dasein als Karl-Marx-Stadt mit der dazu „passenden“ Architektur. Chemnitz verfügt aber, das nur für alle diejenigen, die dies noch nicht wissen, über eine grandiose Kunstsammlung, die sich altehrwürdig am Theaterplatz erstreckt.  Das Opernhaus (nach dessen einstigen Namen der Platz benannt ist, schließlich war die Oper lange Zeit das Neue Stadttheater), das König-Albert-Museum und die St. Petri Kirche sind alles imposante Bauwerke, die das Flair des 19.Jahrhunderts eindrucksvoll spiegeln.

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Und genau dort verbergen sich die Kunstsammlungen Chemnitz, die neben grafischen Arbeiten der Jahrhundertwende wichtige Arbeiten des Expressionismus beherbergen. Das Museum Gunzenhauser wird als einer der wichtigsten Standorte der expressionistischen Kunst in Deutschland gehandelt. Zur Dauerausstellung gehören dabei Werke von Ernst Ludwig Kirchner oder Erich Heckel. Herzstück des Hauses bildet die imposante Sammlung der Werke von Otto Dix, die 278 Arbeiten umfasst.

 

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Seit einigen Tagen läuft eine Sonderausstellung zu Karl Schmidt-Rottluff, die bis 30. Juni 2013 zu sehen sein wird. Die hochkarätige Sammlung der Kunstsammlungen Chemnitz zeigen Werke aller Schaffensperioden des Künstlers, von Ölskizzen aus seiner Gymnasialzeit über Gemälde aus der BRÜCKE-Zeit bis hin zu seinem Spätwerk. So widmet das Museum Schmidt-Rottluff eine Art detailliertes Heimspiel an dem Geburtsort des Malers.

 

Karl Schmidt-Rottluff  wurde 1884 in Rottluff, das Ende der Zwanziger Stadtteil von Chemnitz wurde, geboren. Er studierte in Dresden Architektur, wo er Friedrich Heckel kennenlernte. Auch Ernst Ludwig Kirchner und Fritz Bleyl waren seine Kommilitonen, mit denen er 1905 die große Künstlervereinigung BRÜCKE gründete. Ab diesem Zeitpunkt wurde aus Karl Schmidt Karl Schmidt-Rottluff, der einen großen Beitrag zur Kunst der Moderne leisten sollte. Seine stark vereinfachte Formensprache und die leuchtend reinen Farben sind die ‚Markenzeichen’ seiner Kunst, der er sich ab 1906 ganz widmete.

 

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Besonders für Anhänger der Kunst des Expressionismus und für Schmidt-Rottluff-Liebhaber ist also noch bis Ende Juni Chemnitz das Ausflugsziel schlechthin.

Nach London fliegen wir einfach später…

Karl Schmidt-Rottluff, Gemälde aus der Sammlung
Bis 30. Juni 2013
Kunstsammlungen Chemnitz – Museum am Theaterplatz

www.kunstsammlung-chemnitz.de

 

 

 

Claudia Böttcher gefällt dieser Artikel

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