John Robert Rowlands

© John Robert Rowlands

Kunstwerk in einer Ausstellung: David Bowie

David Bowie is… ein Kunstwerk, ohne Frage. Bowie ist der Mann mit den vielen Gesichtern, das Chamäleon, dessen Vielschichtigkeit wohl sein Markenzeichen ist. Seine stete Veränderung macht seine Konstanz aus, seine Widersprüchlichkeit kann man fast als harmonisch bezeichnen. Und dabei schafft er es immer wieder, die Menschen, ganz egal ob Fans oder nicht, zu überraschen.

David Bowie is… total schräg, immer anders, Glam, Pop und einfach nicht greifbar, er ist unbeschreiblich. Und doch versucht eine Ausstellung im Victoria & Albert Museum, London, gerade, ihn greifbar zu machen und seine vielen Gesichter zu zeigen und dahinter zu schauen. Seit wenigen Tagen ist die Ausstellung über Bowies Schaffen geöffnet, und seitdem scheint das Museum den größten Publikumsansturm aller Zeiten zu erleben.

 

© Victoria & Albert Museum, London

Rund 300 Exponate aus dem Archiv des Stars sind bis zum August dieses Jahres on display, die von Bowie zwar offiziell zur Veröffentlichung freigegeben wurden, aber angeblich nicht von ihm organisiert wurden.

Schwer zu glauben, schließlich ist der Künstler die Perfektion in Person. Doch gesprochen haben die Kuratoren und Organisatoren der Ausstellung den Star nie, allerdings muss er immer im Hintergrund immer präsent gewesen sein. Alle Texte und Informationen zur Ausstellung wurden von ihm geprüft, letztlich bestimmte Bowie wohl, wie sein Mythos nach außen präsentiert wird.

Offiziell hielt er sich jedoch  aus der Schau komplett raus.

 

Die Ausstellung ist ein gekonnter Schachzug, nicht nur Bowies Kunst in den Fokus zu stellen, sondern ihn als Kunstwerk genau zwischen die Schätze des Museums, zwischen Skulturen und Gemälden des 14. Bis 16. Jahrhunderts zu platzieren. Letztlich wird dadurch für Bowie als Kunst-Stück gestritten. Dabei ist er seit Anfang seines Schaffens immer wieder in die Kritik geraten, er wäre ein Scharlatan und ein avantgardistischer Nachahmer. Gerade von den Vertretern der reinen Ästhetik wurden jene Stimmen immer wieder laut. Noch vor zehn Jahren bezeichnete ein Schweizer Kunstmagazin Bowie als intelligent, aber nicht intellektuell, als stilvoll, aber geschmacklos.

 

© Victoria & Albert Museum, London

 

Die Ausstellung inszeniert Bowies Werdegang von der Pike auf. Seine Geschichte begann als „face in the crowd“, als einer von vielen. Sein Aufstieg in der Ausstellung endet nach vielen, verschiedenen Stationen in einem Raum, der wie ein Palast anmutet, wo auf riesigen Leinwänden Bowie als Ziggy Stardust zu bewundern ist – der Ausstellungsbesucher schaut zu ihm auf, selbst klein wie ein Staubkörnchen in Bowies Weltall.

© Victoria & Albert Museum, London

 

Wahre Schmankerl der Ausstellung sind beispielsweise handgeschriebene Notizen, Liedtexte und Zeichnungen. Absolut grandios dabei ist, dass auch die einzig zensierte Tapete der Welt dort zur Schau steht. David Bowie hatte mit dem Label Laura Ashley Mitte der Neunziger kooperiert, woraufhin eine Collage nackter Männer zum an die Wand kleben entstand, ein Skandal im Tapetenbusiness.

 

© Victoria & Albert Museum, London

 

Neben Bowies Original-Kostümen, Mode, Filmaufnahmen, Musikvideos, Bühnenbildern sind auch Fotografien der Ikone von wiederrum anderen Ikonen zu sehen: Helmut Newton, Herb Ritts und John Rowlands.

Für Bowie-Liebhaber Kritik hin oder her ist die Bowie-Schau wohl bis zum Sommer THE place to see. Empfehlenswert ist es, unbedingt auf lange Sicht Tickets zu reservieren – das Museum bricht derzeit aus seinen Nähten und ist auf Wochen ausverkauft.

© Victoria & Albert Museum, London

David Bowie is…
Victoria & Albert Museum
noch bis August 2013

 

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