Max Liebermann via posterlounge.de

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Verbotene Schätze, geraubte Kunst & Max Liebermann

Es ist der größte Kunstfund der Geschichte und derzeit in allen Medien, der Kunstraub von München. Auch DailyArtDesign bewegt der grandiose Kunstfund. Die 1280 Bilder aus dem Besitz des Kunsthändlers Cornelius Gurlitts wurden schon Ende Februar dieses Jahres gefunden und beschlagnahmt, erst vor ein paar Wochen jedoch wurde der Fund bekanntgemacht. Werke von Dix, Chagall, Matisse, Liebermann, Spitzweg und sogar Canaletto sind unter den gefundenen Kunstschätzen, die alle eins gemein haben: Sie wurden von den Nazis verunglimpft, als entartet abgetan, verboten. Dabei sind sie die Werke der großen Meister der Malerei.

 

Ein Wink des Schicksals angesichts jenes Kunstfundes vor kurzem ist wohl auch die Eröffnung der neuen Ausstellung in Berlin mit dem Namen „Verlorene Schätze“ vor wenigen Tagen. Sie zeigt zum ersten Mal am historischen Ort Berlin und noch dazu in der Liebermann Villa am Wannsee, die der Künstler selbst übrigens überaus liebte und zu seinem Landsitz kürte, die Kunstsammlung Max Liebermanns mit Werken von Manet, Cézanne, Renoir, Monet, Pissaro sowie Rembrandt und weist auf das Schicksal der Bilder nach 1933 hin. Liebermann wurde als Jude von den Nazis verfolgt. Sie erzählt außerdem vom größten Kunstraub aller Zeiten und greift somit auch die aktuelle Thematik des Kunstfunds von München auf.

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© Max Liebermann via posterlounge.de

Haus am Wannsee - Max Liebermann via posterlounge.de

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© Haus am Wannsee – Max Liebermann via posterlounge.de

 

Max Liebermann ist nur ein Beispiel von unzähligen Kunst-Schicksalen, die Opfer des Naziregimes wurden. Eines seiner Bildnisse, nämlich die „Reiter am Strand“ ist auch im Kunstraub von München vertreten. Seine berühmteste Äußerung angesichts des Naziregimes war:

„Ick kann jar nich so ville fressen, wie ick kotzen möchte.“

 

Max Liebermann via posterlounge.de

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Liebermann war mit Leib und Seele Maler. Er, 1847 als Sohn einer wohlhabenden Familie geboren, kam eher aus Zufall zur Malerei. Sein Vater hatte nämlich ein Porträt der Mutter bei einer Malerin in Auftrag gegeben. Rein aus Langeweile fragte der Junge nach einem Stift und begann zu zeichnen, was er daraufhin Zeit seines Lebens tun sollte. Seine Eltern waren wenig begeistert, übten auch immer Druck auf ihn aus, schließlich war er nicht unbedingt das, was man als begnadeten Schüler bezeichnen konnte. Sein Abitur allerdings machte er als viertbester des Jahrgangs. Liebermann wuchs in Berlin auf, studierte Chemie, jedenfalls nahm er dies zum Vorwand, um sich um seine Kunst zu kümmern und schuf mit 25 Jahren sein erstes großes Gemälde: Die Gänserupferinnen. Wenig später entstand Die Konservenmacherinnen – beide prägten seinen Stil als realistisch und unsentimentalen Maler, der arbeitende Menschen in Würde abbildete. Als Spätimpressionist entwickelte er seine persönliche Ausprägung des Impressionismus, die seine Werke so unverwechselbar machen.

Max Liebermann via posterlounge.de

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Max Liebermann wurde nach dem Tod seines Vaters Miterbe eines Millionenvermögens. Er bekam das Elternhaus am Pariser Platz und bezog ein Grundstück am Wannsee, das er als seinen Landsitz bezeichnete.  Besonders den großen Garten schätzte er, was sich in der Motivwahl seiner Bilder widerspiegelt. Porträts waren ein anderes Steckenpferd des Künstlers, sogar Hindenburg porträtierte er. Dies kam einem Skandal gleich, schließlich war Liebermann Jude. Aber der Reichspräsident schätzte den Maler sehr. 1920 wurde Liebermann Präsident der Berliner Akademie der Künste, durch ihn wurden Kollegen, wie Pechstein, Zille, Dix und Schmidt-Rotluff aufgenommen. Am Tag nach der Bücherverbrennung aber legte Liebermann alle seine Ämter nieder und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. In seinem Haus am Pariser Platz starb er zwei Jahre später. Seine Frau nahm sich 1943 das Leben, da ihr die Deportation nach Theresienstadt drohte.

Reichspräsident Hindenburg im Porträt - Max Liebermann via posterlounge.de

Reichspräsident Hindenburg im Porträt - Max Liebermann via posterlounge.de

© Reichspräsident Hindenburg im Porträt – Max Liebermann via posterlounge.de

Claudia Böttcher gefällt dieser Artikel

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