teddynash via posterlounge.de

© teddynash via posterlounge.de

Das Museum der gebrochenen Herzen

© Dawanda

Irgendwann wandert alles in eine Kiste, alle liebgewonnenen Schätze, wie der Teddy vom Jahrmarkt, die Fotos vom gemeinsamen Urlaub, die Lieblingstasse von „ihm“, das  nach ihrem Parfum duftende Tuch… Das Ende einer Liebe. Die ganz Radikalen unter uns werfen die über Jahre gesammelten „Liebeszeugen“ gern auch in den Müll, denn irgendwann ist es Zeit zu sagen: Aus den Augen, aus dem Sinn. Ein schönerer Ort für solche Erinnerungsstücke an die vergangene Romanze ist das Museum der gescheiterten Beziehungen in Zagreb, wo jene Souvenirs durchaus unterhaltsame Geschichten der Trümmer einer Liebe erzählen.

 

© themotiononline.co.uk

 

Die Idee wurde genau nach einer Trennung geboren, da beide Ex-Partner nicht wussten, wo sie die Relikte alter Zeiten aufbewahren sollten. So sammelten sie neben ihren eigenen auch die von Freunden und tourten damit in verschiedenen Wanderausstellungen durch 20 Städte. Die Bekanntheit wuchs und damit auch die Zahl der Souvenirs. Für die einen „Spender“ sei es Exhibitionismus als Antrieb, für die anderen Neugier, für die nächsten Therapie, mit dem Scheitern und Abschiednehmen klarzukommen.

 

© Museum of Broken Relationships

 

 

Eines unserer Lieblingsstücke des Museums ist eine Axt, bei der zuerst die Assoziation mit Mord und Todschlag als wahnsinniges Liebesdrama bei uns aufkam. Der Besitzer berichtete aber: „Sie war die erste Frau, die bei mir einziehen durfte“. Nach einer Geschäftsreise gab ihm die Frau seines Herzens bekannt, sich neu verliebt zu haben und ging. Ihre Möbel ließ sie zurück. „Ich kaufte mir die Axt und zerschlug an jedem Tag ein anderes Möbelstück. Dann ging es mir besser.“

 

 

 

 

 

© Museum of Broken Relationships

 

 

Ein anderes tragisches Souvenir ist das Brautkleid. Einst auf einer rauschenden Hochzeit getragen, hängt es nun in jener Gedenkstätte. Das kurze Eheglück wurde getrübt, als der Nachwuchs etwas länger auf sich warten ließ. Heute lebt die einstige Kleidbesitzerin mit neuem Mann und Kindern in Berlin.

 

 

 

 

 

 

 

© Museum of Broken Relationships

 

 

Frech und witzig ist die Unterhose, von der die Spenderin erzählt: „Eine Nummer zu klein … aber das hat mir eigentlich nichts ausgemacht.“

 

 

 

 

Seit 2010 ist das Museum nun mit festem Standort dauerhaft geöffnet und wurde zum innovativsten Museum Europas ausgezeichnet. Eine schlichte Idee mit erstaunlich großer Wirkung! Wer also noch ein paar Tage Urlaub plant, reise nach Zagreb und bestaune die Erinnerungsstücke und stummen Zeugen verlorengegangener Lieben. Sie erzählen stumm ihre Geschichte, die neben dem jeweiligen Exponat auch auf geduldigem Papier wiedergegeben wird. Eine gute Art, eine verlorene Liebe festzuhalten. Traurig, pur, authentisch und dabei einfach  – einfach schön.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *