Berardo Collection

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Jeff Koons – Genie oder Wahnsinn?

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Der derzeit auf Auktionen höchstbezahlteste lebende Künstler ist Jeff Koons (*1955), gefeiert von den Medien. Der Amerikaner ist seit den 80igern ein gefeierter Kunststar, der mit seinen Ikonen aus poliertem rostfreien Stahl alle Blicke und Diskussionen auf sich zieht. Für die einen ist es massiver Kitsch, für die anderen zeitgenössische Konzeptkunst. In zwei Tagen eröffnen in Frankfurt gleich zwei Ausstellungen seiner Kunst – für DailyArtDesign der angemessene Zeitpunkt, um ein Auge auf Mr. Koons zu werfen.

 

© Markus Tretter

 

 

Koons hauptsächliche Intention, eine Plattform für seine Kunst zu finden und mit Menschen über die Macht der Kunst in Dialog zu treten, gelingt ihm prächtig. Magazine, ZeitungenBlogs und Foren sind voller Jeff Koons derzeit. Seine Kunst wirkt polarisierend, immer wieder sorgt er für kleine Skandale, immer wieder werden neue Stimmen laut, die seine poppig bunte Kunstwelt nur als künstlich, aber rein gar nicht als künstlerisch verschreien. Seine Inflatables, die in Stahl gegossen werden, sind für Koons wiederrum Metapher für Optimismus. Durch den Stahl werden sie auf ewig haltbar gemacht und erreichen letztlich den Zustand des permanenten Optimismus. Wenn aus einem Ballon die Luft entweicht, erreicht er den Konterzustand zum Leben, den Tod. Ein Paradebeispiel für Koons! Für ihn sind Menschen

 

… wie Ballons, sie sind eine Metapher menschlichen Lebens.

 

© Jeff Koons

 

In Koons eigener Kunstfabrik arbeiten rund 100 Assistenten, die seine Ideen verwirklichen und die Marke Jeff Koons genauso wie die heutige Marke Pablo Picasso voranzutreiben. Dabei ist es nicht neu, Assistenten zu beschäftigen und malen oder anderweitig fertigen zu lassen. Allerdings dürfte das Ausmaß von Koons ‚kleinem‘ Kunstimperium neu sein!

 

© Jeff Koons Hanging Heart

 

Als Kunstsammler gibt er auch Leihgaben an Museen ab, um, wie er ehrlicherweise zugibt, sein bohemehaftes Leben leben zu können. Mit seiner zweiten Frau hat er fünf Kinder, das sechste ist gerade unterwegs, was auch von einem Künstler abgesichert werden muss. So abgefahren und abhoben seine Werke auch sind, ist der derzeit populärste Künstler doch „very down to earth“, wenn es um die Existenz seiner Familie geht. (Die Preise seiner Werke lässt DailyArtDesign aber an der Stelle außen vor – Existenzängste dürften Koons wohl dann doch fremd sein, bezahlte man bei Sotheby`s für seine Plastik Hanging Heart beispielsweise über 23 Millionen Dollar.) Und die glücklichste Entscheidung Koons? Zu heiraten.

Symphatisch.

 

Die Ausstellungen ab 20. Juni  2012 in Frankfurt/Main:

LIEBIEGHAUS SKULPTURENSAMMLUNG, Schaumainkai 71, 60596 Frankfurt am Main, Tel 069.65 00 49-0, Fax 069.65 00 49-150, info@liebieghaus.de, www.liebieghaus.de

SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT, Römerberg, 60311 Frankfurt am Main, Tel 069.29 98 82-0, Fax 069.29 98 82-240, welcome@schirn.de, www.schirn.de, www.schirn-magazin.de

2 Gedanken zu “Jeff Koons – Genie oder Wahnsinn?

  1. Jeff Koons ist mir auf jeden Fall sympathisch, doch sind mir seine Werke (besonders die Skulpturen) doch ein Stück zu Kitsch-lastig und, abgesehen von all den schönen Metaphern die er zur Beschreibung seiner Werke benutzt, irgendwie zu fade. Nichtsdestotrotz werde ich mich zu „den Ausstellungen in Frankfurt“ begeben und wer weiß, vielleicht wird sich meine Meinung zu ihm ändern und er wird plötzlich in einen ganz neuem Licht strahlen. Ich meine man hat nicht jeden Tag die Chance einen der höchstbezahltesten lebenden Künstler zu sehen.

    • Da wir in Leipzig sitzen, wird es schwierig, uns die Ausstellung live anzusehen. Aber wenn Du hingehst, kannst Du gerne einen kleinen Bericht samt Fotos abliefern- gerne hier im Kommentarfeld oder aber an: info@dailyartdesign.de. Würden uns freuen! Dir auf jeden Fall viel Spaß bei der Ausstellung des Kunststars!

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