Timur Celikdag

© Timur Celikdag

Der lebenslange Begleiter Design – Stilikone Sophie Hicks

Alles an ihr ist ein Statement. Ihr Händchen für pure Eleganz machen sie zur Stilikone im Designbereich: Die britische Architektin Sophie Hicks ist auf eine natürliche Art exzentrisch. Charakterstark, diszipliniert und trotzdem wunderbar humorvoll ist die Mutter dreier Kinder, die vor ihrer Architektenberufung  als Moderedakteurin arbeitete. Mit Mitte 20 kündigte sie bei der Vogue (Madonna hatte kurzfristig ein Shooting abgesagt, und Sophie Hicks eine nervenaufreibende Vorproduktion hinter sich) und entschied sich für ein Studium der Architektur. Ganz nebenbei bekam sie währenddessen ihre beiden älteren Kinder und nahm das erste Projekt eines Umbaus an. Nachdem sie sich nach dem Studium selbständig gemacht hatte, verfolgte sie immer ihre eigene klare (Stil-) Linie und ist heute eine der gefragtesten Architektinnen der Welt.

 

© Sophie Hicks

Schon als kleines Mädchen wusste sie, was sie wollte und ließ sich mit neun Jahren die Haare radikal abschneiden. Sie trägt bis heute nur weiße Hemden, schwarze Hosen und Jeans, und ihr liebstes Outfit ist ihr Gartenoverall, der wiederrum gar nicht stylisch anmutet. Genau das macht Sophie Hicks aus – ihr Faible für Stil, Qualität und ihre puristische Ästhetik kombiniert mit ihrem Hang zur Einfachheit. Gutes Design erfüllt für sie immer einen Zweck, der Ofen in ihrem Haus wärmt den Raum, auf ihm kann man kochen. Und er macht das Zimmer freundlich, gemütlich. Was nützen die schicksten Stühle, wenn sie unbequem sind oder ein Sofa zum Hinfläzen fehlt?

 

„Gutes Design schafft es, ein Gefühl zu erzeugen, das über die Funktion hinausgeht, ohne dabei aufdringlich zu sein. Es hat Seele.“

 

© Sophie Hicks

Sophie Hicks gestaltete kürzlich erst 100 Läden für Chloé und arbeitete für den Modedesigner Yohji Yamamoto. Dafür, wie für alle anderen Projekte, nahm sie zuerst eine genaue Anamnese des Kunden auf, mit Vorlieben, wieviele Handtücher er am Tag benutzt, ob er Frühaufsteher ist, Schuhfetischist oder Bücherwurm. Genau darauf stimmt die dann ihre Entwürfe ab. Dabei geht es ihr immer darum, etwas Haltbares zu erschaffen, was auch ihr Antrieb war, Architektin zu werden. Denn Mode ist für sie Zeitgeist, ein Haus aber begleitet ein ganzes Leben lang oder länger.

 

„Ich wollte etwas lernen, das ich tun kann, bis ich sterbe. Wenn ich ein tolles Haus entwerfe, bleibt es den Menschen im Idealfall ihr ganzes Leben erhalten.“

 

Genau jene Attitüde machen Sophie Hicks so sympathisch. Genau wie die Verwirrung, die aufkommt, wenn sie einen Raum betritt. Jeder denke, so Hicks, sie sei der Assistent, bis sie aufspringt und sich zu erkennen gibt. Und jenes Lachen, das sie damit produziert, bildet dann meist einen guten Gesprächseinstieg.

 

© Ninjas Sieben

Kleiner Tipp: In der aktuellen Fräulein (Ausgabe 06/2012) findet Ihr ein hervorragendes Interview mit Sophie Hicks!

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