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Designers Open >> Smart technology, new design <<

Jedes Jahr am letzten Oktoberwochenende verwandelt sich das traute Städtchen Leipzig in einen Melting Pot der Kreativwirtschaft, als die Leipziger Grassimesse und das alljährliche Designfestival DESIGNERS OPEN zeitgleich ihre Pforten öffneten.

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Unter dem Motto „Smart technology, new design“ lud die Messe 2012 erstmals in die Sportwissenschaftliche Fakultät der Universität Leipzig ein. „Eine Sporthalle als Kulisse einer Designmesse?? Mhhh…“, könnte man jetzt denken. Doch weit gefehlt.

Für Nichtkenner der eindrucksvollen Ernst-Gruber-Halle mag dies vielleicht auf Anhieb ein bisschen trist klingen. Aber sobald man den ersten Fuß in der Tür hatte, kristallisierte sich die Location der angesagten Designmesse als architektonischer Leckerbissen heraus und verlieh der Veranstaltung einen sympathisch legeren Charme.

 

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Inmitten von Kraftraum, Gymnastikhalle und Umkleidekabinen hatte man für uns sogar einen Teppich ausgerollt. (Denn wie wir alle noch aus Schulzeiten wissen, dürfen Turnhallen schließlich nur mit Sportschuhen betreten werden.) Und schon verwandelte sich die imposante Location, in der eifrige Sportstudenten sonst schweißtreibend Trainingsstunden verbringen, in eine kultige Messehalle. Anstelle von Stehtischen und Barhockern erwarteten uns Matten und Gymnastikbälle. Der Langnesestand musste einer Salatbar weichen. Die Symbiose aus angewandter Wissenschaft und Kreativität schien perfekt.

Umso erwartungsvoller bahnten wir uns den Weg von Messestand zu Messestand, neugierig darauf, zu sehen zu bekommen, was man zuvor noch nie zu sehen bekam. Während der eine Designer mit den wildesten Teppich- und Stoffmustern aufwartete, präsentierte der nächste ein pädagogisch wertvolles Holz-Fang-Wurf-Spielzeug für Kinder.

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Beim Passieren der ersten Stände wurde deutlich, dass wir uns unter dem Motto „Smart technology, new design“ irgendwie mehr Innovation erhofften und werden erst fündig, als wir den Messestand der Hochschule Wismar erreichten. Hier lernten wir: „1 Holzbrett + 4 Gabeln = 1 Garderobenhalter“ und „8 Zollstücke + 1 Glühbirne = 1 Stehlampe“.  Smart ist das auf jeden Fall und gesehen haben wir den experimentell alternativen Einsatz x-beliebiger Haushaltsgeräte in dieser Form jedenfalls auch noch nicht. Zu unserer Freude waren die verschiedenen Produktdesign-Ideen sogar mit einem One-Pager zum Nachbauen versehen (inkl. Angabe zu den Materialkosten) – und das für nur 1 EUR pro Sheet. Genial!

Einmal auf den Geschmack gekommen, offenbarten sich peut a peut auch die anderen Stände – vorranging vergleichbarer Hochschulen – als bemerkenswert. Junge Modestudentinnen aus Schneeberg wurden dank ihrer kreativen Funktionskleidungsentwürfe von Fotografen umlagert, und auch die Leipziger School of Design war mit von der Partie.

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Unser persönlicher Liebling wurde ein Stand mit dem Namen „Recycling-Design“, denn hier erwarteten uns im wahrsten Sinne des Wortes fliegende Untertassen. Wer also zu Hause noch ein nettes altes Porzellan-Service in der Vitrine hat, kann sich den absoluten Verkaufsschlager, die „Tassenlampe“, im Prinzip auch easy nachbauen. Wie der Herr Designer allerdings das Loch für die Fassung in den Boden des zerbrechlichen Lampenschirms gezaubert hat, erfahrt ihr entweder auf der nächsten Messe oder unter www.2ungrad.de.

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Die beste Umsetzung fand das Motto jedoch eindeutig im Industrial-Bereich der Messe. Weil dieser sich nicht vorranging an Endkunden sondern allen voran an Vertreter aus Wirt- und Wissenschaft richtet, wehte hier auch ein weitaus weniger kommerzieller Wind, und wir hatten die Möglichkeit uns von Elena erklären zu lassen, wie man zu Hause Humus herstellen kann und warum „Robotic“ der neue beste Freund unserer Kinder ist.

 

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Alles in allem ein spannender Nachmittag, bei dem wir uns nicht einmal die Hände schmutzig machen mussten. Denn außer diesen niedlichen Salzstreuern war das Anfassen nahezu aller Ausstellungsstücke gänzlich verboten.

Und wer sich nach 180 Ständen sprudelnder Kreativität noch immer nicht inspiriert fühlt, ist herzlich eingeladen noch einmal an einem der zahlreichen zentrumsnahen Design Hot Spots sein Glück zu versuchen oder muss sich bis zum nächsten Jahr gedulden, wenn die Designers Open in ihre 9. Runde gehen. Für alle, die es nicht erwarten können und sich in der Zwischenzeit auch abseits der Messe in Leipzig auf die Suche nach dem kreativen Potential der Stadt machen wollen, führt der Weg geradewegs ins tägliche Leben. Denn Galerien, Ausstellungen, Kunst- und Kulturveranstaltungen jeglicher Art sowie die alternative und experimentierfreudige Leipziger Szene prägen das Stadtbild seit Jahren.

DailyArtDesign dankt Adelina von leipzig-leben.de für diese wunderbaren Eindrücke der diesjährigen Designers‘ Open!

 

 

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu “Designers Open >> Smart technology, new design <<

  1. Ein Schwerpunkt der Grassimesse ist in diesem Jahr das Thema „Ü 60. Design für Morgen“, bei dem sich Studenten dreier internationaler Hochschulen mit altersgerechtem Design auseinandergesetzt haben. Unter den Entwürfen ist beispielsweise ein multifunktionaler Rollator in Tischform. Die vier besten Arbeiten werden bereits am Donnerstagabend mit dem Grassipreis geehrt.Die Wurzeln der Grassimesse reichen bis ins Jahr 1920 zurück. 1997 wurde die Tradition wiederbelebt. Sie gilt heute als eine der wichtigsten internationalen Verkaufsmessen für angewandte Kunst und Produktdesign.

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