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Die Kunst des Schenkens

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Wer kennt das nicht – ein kleines, wunderhübsch verpacktes Päckchen liegt vor einem, das Herz beginnt Purzelbäume zu schlagen und ein Lächeln steigt ins Gesicht. Das Papier knistert, die Seidenschleife löst sich wie im Film. Doch noch bevor die gefühlten Streicher einsetzen, bricht das Freudenkonzert der Seele ab: Socken. Das Standartgeschenk, 0.8.15 und ohne jeglichen Mehrwert für den Beschenkten (es sei denn, seine haben ein Loch).

Schenken ist eine Kunst, ohne Frage.  Ein Geschenk sollte persönlich auf den Beschenkten abgestimmt sein, es sollte zu ihm passen. Er sollte sich freuen. Doch das was so einfach klingt, ist meist eine langwierige Sache. Oft wird die eigene Lieblings-CD verschenkt oder das Buch, das man selbst so toll fand. Aber nicht immer sind die Geschmäcker gleich. Ein Geschenk sollte vielmehr zeigen: Ich mag Dich genauso wie Du bist und weil Du so bist.

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Es ist anzunehmen, dass die Socken zur Kategorie Spontankauf in allerletzter Minute gehören (wenn nicht, ist das umso schlimmer), doch auch wenn ein Plan B gut ist – eine Notlösung kann nie ein wunderbar-persönliches Geschenk ersetzen.

Und wie schön sind die Momente, wenn der Jubel oder die stille Freude über das schon so lang ersehnte Bild, über das Parfum, um das man schon so lang herumgeschlichen ist oder die Tasche, die man/frau unbedingt braucht. Schon allein wegen dieses kleinen Moments, der das Schenken so einzigartig macht, lohnt sich eine längere Planung, das Zuhören und Speichern, was der zu Beschenkende für Wünsche hat. Selbstverständlich bekommt man gerade von Eltern oder Großeltern des Öfteren einen Satz zu hören: „Ich brauche nichts.“ Bescheidenheit ist eine Tugend – umso mehr freuen sich genau jene „Verweigerer“ über eine Kleinigkeit, die von Herzen kommt. Und mit Absicht sprechen wir von einer Kleinigkeit – nichts ist peinlicher, als ein ultrateures Präsent zu bekommen, besonders wenn man selbst nicht so viel investieren kann. Beim Schenken geht es am das Liebevolle, um das „Mit dem Herzen sehen“, umso größer wird die Freude.

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Wie man beim Schenken mit dem Herzen sieht? Neben dem Zuhören und Ideensammeln am besten das ganze Jahr über gehören folgende Fragen zum Grund-Repertoire:

 

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#1: Lieblingsessen? – Die Lieblingskekse sind immer willkommen!

#2: Lieblingsfarbe? – Mit Wohnaccessoires oder einem anderen geliebten Gegenstand immer ein kleines Präsent wert!

#3: Liebstes Hobby? Ob man den Kochlöffel schwingt, Sport treibt oder fotografiert – in Bezug auf ein Hobby findet sich garantiert ein passendes Geschenk!

#4: Lieblingskünstler oder eine Lieblings-Kunstrichtung? – Besonders gut in Kombination mit noch leeren Wänden!

#5: Schmuck & Kunst als Kombination gesucht? Dann einfach die Kunst als Ohrringe oder Manschettenknöpfe verschenken.
… – to be continued.

 

Auch bei DailyArtDesign machen sich vor Weihnachten Fragezeichen in den Gesichtern breit. Doch trotzdem spürt man die Wärme bei der Erinnerung an das persönlichste Geschenk. Anne hat monatelang über Gitarren philosophiert – und dann lag sie plötzlich da. Doch das Schönste daran war nicht einmal die Gitarre selbst, sondern die Freude über ihre Freude, eben der eine Moment, wenn plötzlich aus lauter Rührung ein Freudentränchen kullert. Als Romina noch ein kleines Mädchen war, nähte ihr großer Bruder ihr ein Katzentier in ihrer damaligen Lieblingsfarbe Pink. Dass das Tier nicht unbedingt dem Design-Know How von heute entsprach, spielte keine Rolle.

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Und bei mir? Vor einigen Jahren lag unter dem Baum ein ganz simples Notizbuch mit all den handgeschriebenen Familienrezepten meiner Mama drin, verziert mit Kinderfotos von mir. Das ist zur Sammelstelle meiner eigenen Rezepte geworden und birgt Erinnerung und Wärme zugleich.

Es kommt eben nicht auf den Preis an – der Gedanke ist es, der zählt.

 

 

Stefan Kahlhammer, Prinz Saint gefällt dieser Artikel

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