Falko Follert Art via posterlounge.de

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Frisch aufgebrüht – Kaffeetrends 2013

Heute ist wieder einmal der träge Beginn einer Woche. Der Dienstag nach Ostern ist eben der gefühlte Montag einer jeden Woche. Und wie immer „montags“ dampfen die Kaffeetassen auf den Schreibtischen um die Wette, die Sonne hat sich nur auf ein kurzes Stelldichein sehen lassen, und das Grau in Grau hängt einem quasi in den Knochen. Ein typischer Noch-ist-Winter-und-wann-hat-er-ein-Ende – Wochenanfang eben.

 

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Genau an so einem Tag ist man ohne Kaffee einfach aufgeschmissen, eine Freude muss der Tag ja haben. Und es ist bizarr – nach dem großen Hype um Espresso, Milchschaum, Sirup und Meister-Baristi ist er wieder da: Nein, nicht nur George Clooney und die wohl berechtigte Frage „What else?“, sondern der einfache, in Vergessenheit geratene Filterkaffee.

 

Genau ist wohl gar nicht mehr nachvollziehbar wann die wohl gemächlichste Art des Kaffees aus der Mode gekommen ist. Irgendwann schwappte die Welle des fancy coffee oder des ‚coffee in style’ eben auch zu uns hinüber und riss uns mit. Ein Latte Macchiato am Tag musste sein. Ob Cappucchino zum Mitnehmen oder der Espresso im Vorbeigehen, sogar unter den modernen Müttern ist der ‚Latte Trend’ nicht mehr wegzudenken. Die Latte Macchiato Mums wurden einige Zeit heiß diskutiert, schließlich galt das cremige Genussgetränk mit der Schaumkrone als Symbol für die sich im Cafés entspannende stylische Mutter. Allerdings ging es weniger darum, ob sie samt Kleinkind im Café ihren In-Kaffee schlürfen darf, sondern eher um Lebenswelten und Rollenbilder zwischen Kindern, Karriere und Konsum.

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Und jeder schien plötzlich nur noch Café Latte zu wollen. Das gurgende Geräusch der 0.8.15-Kaffeemaschine verschwand. Es kamen italienische High Tech – Maschinen, mit denen aromatischster Kaffee in die Tassen gezaubert wurde. Im Zuge dieses Hypes entstand auch die sogenannte Latte Art, die wohl nur die besten Baristi beherrschen. Ganz ohne Schablone kreieren sie wahre Landschaften auf Cappuccino und Milchkaffee, die sie in Feinstarbeit akribisch verzierten. Der Osterkaffee wurde wörtlich genommen, und uns lächelte Häschen Hoppel von der Schaumkrone des Meisterkaffees an. Blümchen, Muster und Reliefs brachten uns für die Kaffeepause ein wahres Urlaubsgefühl in die Tasse.

 

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Besonders bei eingefleischten Kaffeetrinkern beliebt wurden so auch Wandtattoos und Bilder, die die eigenen vier Wände mit der besten Bohne verzieren sollten. Jener Kult hält übrigens noch an – Kaffeebilder sind beliebt und schmücken wohl unzählige Genießerwände. Gefahr: Verstärkt die Kaffeesucht noch mehr.

 

Nun setzt aber langsam wieder der Trend in Richtung Entschleunigung ein, auch der Kaffee wird langsamer. Slow Coffee steht auf dem Programm. Zusehen, wie der Kaffee durchläuft, das Zischen und Gurgeln der Maschine anhören, den Kaffeedampf und damit das Aroma der Bohnen ausgiebig in sich aufnehmen – Filterkaffee wird wieder zum Erlebnis. Angesagte Coffee Bars in der Hauptstadt setzen nun auf das Ritual des Filterns, und letztlich ist das Attribut ‚Frisch aufgebrüht!’ schon längst früher wie heute Markenzeichen der langen Form des Kaffees.

 

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Und nicht nur in der Tasse setzt sich Kaffee als einer der Trends 2013 durch, er macht die Wohnwelt, ob als Espressobohne oder Kaffee Crema, extremst unsicher. Mal die Hausmittelchen, Kaffeesatz als Scheuermilch verwenden zu können oder als Düngehilfe den verdorrten Lieblingsblümchen zum Leben zu verhelfen, außen vor gelassen – die Kaffeewelle schwappt sogar in den Sitzbereich über. Keine Angst, sie macht nichts nass oder schmutzig, doch statt eines altbewährten Fatboys bietet eben ein Koffein haltiger Sitzsack die Entspannung eines Kaffee-Nachmittags.

 

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Auch als Sitz-Pouf ist der Kaffee wunderbar langlebig und absolut einladend zur Kaffeepause.

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Schon einmal Schalen aus Kaffeesatz gesehen? Echt wahr! Kaffeesatz wir mit diversen Bindemitteln zu Schalen & Co. gepresst – nachhaltiger geht es kaum.

Wir gönnen uns jetzt erst einmal einen Kaffee…

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Maria Di Martino gefällt dieser Artikel

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